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27.06.2012

10:58 Uhr

Drogerieketten-Pleite

Der große Kehraus in den Schlecker-Märkten

Ein letztes Mal stürmen Schnäppchenjäger heute Filialen der zerfallenen Drogeriekette, viele Regale sind schon leer. Um 15 Uhr machen die Märkte endgültig dicht. Aber das Ringen um die Reste des Imperiums geht weiter.

Letzte Schleckerfilialen geschlossen

Video: Letzte Schleckerfilialen geschlossen

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Ehingen/StuttgartDer Kundenandrang in den vergangenen Wochen war bei Schlecker so stark wie schon lange nicht mehr. Den Run hätten sich die meisten Verkäuferinnen sicher zu anderen Zeiten sehr gewünscht. Jetzt sehen sie zu, wie die Ära Schlecker und damit auch ein Teil ihres Berufslebens zu Ende geht.

Heute ist Schluss beim einstigen Drogeriemarktkönig. Um 15.00 Uhr werden alle 2800 Filialen geschlossen. Danach wird nur noch aufgeräumt und die Läden werden „besenrein“ gemacht, wie ein Sprecher des Insolvenzverwaltung von Schlecker sagt. Bis dahin gehen die Schnäppchenjäger auf Pirsch nach Rabatten. Bis zum Ladenschluss kosten alle Artikel ohne Preisbindung 20 Cent.

Ob Lippenstift, eine Flasche Reinigungsmittel oder ein Einkaufskorb voll Katzenfutter für zwei Euro - die letzten Waren werden aus den Schlecker-Regalen gegriffen. In einem der Stuttgarter Schlecker-Märkte kramt eine 31 Jahre alte Kundin am Tierfutter-Regal: „Ich habe vorher schon einen Korb voll Katzenfutter für zwei Euro gekauft und nun hole ich nochmals etwas.“

Nils Müller kommt mit einem breitem Grinsen aus einem Geschäft: „Für sechs Cent kann ich die Fliegenklatsche schon mal mitnehmen.“ Sonst sei er nie bei Schlecker gewesen, doch heute habe der 19-Jährige nach der Schule einfach mal reingeschaut. Jauchzend kommt einer seiner Kumpels aus dem Laden und ruft: „Geil, Luftschlangen für 21 Cent.“

Marktanteile bei Drogeriewaren (2010)

DM

17,2 %

Aldi

11,8 %

Kaufland

9,6 %

Rossmann

9,3 %

Lidl

7,5 %

Real

6,3 %

Schlecker

5,9 %

Seit Montag ist der Rabatt auf das ganze Sortiment auf 90 Prozent erhöht worden, die meisten Regale waren da schon leer. Die einzige verbliebene Mitarbeiterin in der Filiale ist nur noch gestresst: „Ich bin von allem genervt - von den Leuten und von den ständigen Fragen“, sagt sie. Vielen der bundesweit 13 200 Verkäuferinnen mag es ähnlich gehen.

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