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15.04.2015

14:44 Uhr

Drogeriemärkte legen zu

Rossmanns wunderbare Welt des Wachstums

VonChristoph Kapalschinski, Alexander Möthe

Seit der Schlecker-Pleite heißen die Platzhirsche in der Drogerie-Branche dm und Rossmann. Rossmann hat erneut deutliches Wachstum angekündigt, selbst ohne Online-Handel. Erfolgsrezept der Märkte: das blendende Image.

Die Drogeriemarktkette Rossmann legt weiter zu, die ganze Branche wächst mit. dpa

Wachstum gebremst, aber trotzdem stark

Die Drogeriemarktkette Rossmann legt weiter zu, die ganze Branche wächst mit.

Burgwedel, DüsseldorfJede Serie reißt einmal, auch die der Drogeriemarktkette Rossmann. Über Jahre beeindruckte der Einzelhändler mit Wachstumsraten im zweistelligen Bereich. Doch seit dem Schlecker-Aus hat sich in der Branche einiges verschoben. Rossmann legt nur noch einstellig zu – und kann den Zuwachs dennoch angemessen feiern. Denn das Wachstum ist nicht selbstverständlich.

Der Branchenriese aus Niedersachsen plant auch für das laufende Jahr nur mit gut 8 Prozent Umsatzplus auf 7,8 Milliarden Euro, wie die hierzulande nach dm größte Drogeriekette am Mittwoch in Burgwedel mitteilte. Der familiengeführte Konzern bleibt angriffslustig, sprich von 155 neuen oder kernsanierten Filialen im Jahr 2015. Den Vorsteuergewinn mag Finanzchef Peter Dreher wie üblich nicht taxieren, spricht aber von einer Ebit-Marge von über vier Prozent.

Rossmann wächst, wie alle großen Spieler im Markt. Während die oftmals für ihre Arbeitsbedingungen kritisierte Schlecker-Gruppe in die Insolvenz ging, florieren die Branchenkönige und Vorzeigeunternehmen dm und Rossmann. Bei der klar auf Distanz liegenden Nummer drei, der Drogerie Müller, stimmt es zumindest im Kerngeschäft. Nur online tun sich die Rivalen schwer.

Diese Händler bewerten die Kunden am besten

Platz 10

Douglas (Vorjahr: Platz 5)

Platz 9

Aldi (Vorjahr: Platz 15)

Platz 8

Tchibo (Vorjahr: Platz 11)

Platz 7

Drogerie Müller (Vorjahr: Platz 8)

Platz 6

Rossmann (Vorjahr: Platz 4)

Platz 5

Otto (Vorjahr: Platz 17)

Platz 4

Thalia (Vorjahr: Platz 6)

Platz 3

Ikea (Vorjahr: nicht gelistet)

Platz 2

Amazon (Vorjahr: Platz 2)

Platz 1

dm (Vorjahr: Platz 1)

Quelle: OC&C-Proposition-Index 2014, 2015; OC&C-Analyse

So hat Dirk Roßmann für das jüngst zum Börsengang angemeldete Windeln.de wenig gute Worte übrig: „Wir merken die gar nicht“, sagte der Unternehmensgründer während der Bilanzvorstellung. Mehr noch: Der Umsatz des Online-Konkurrenten sei durch Exporte nach Asien aufgebläht. Und seit Jahresbeginn stiegen die Umsätze in seinen Läden bei Babyartikeln sogar deutlich.

Nein, so erklärt der Unternehmer, online sei für seine Branche wenig attraktiv. „Im Internet kaufen die Leute das Falsche“, sagt er. Nämlich: Windeln oder Kaffee, Produkte, die traditionell mit Billigpreisen Kunden in die Läden locken sollen, die dann nebenbei margenstärkere Artikel wie Kaugummi, Haarbürsten oder Lippenstifte kaufen. Im Internet funktioniert dieser Effekt schlechter – zumindest in Rossmanns Online-Shop. Rund eine Million Verlust fällt dort jährlich an - bei 28 Millionen Euro Umsatz 2013 in Deutschland. Nach der Schlecker-Pleite sei der Umsatz online gestiegen, erinnerte sich Roßmann  - zu seinem Verdruss: „Der Umsatz hatte sich verdoppelt, der Verlust aber auch.“

Rossmann: Drogerieriese fährt Rekordumsatz ein

Rossmann

Drogerieriese fährt Rekordumsatz ein

Die Drogeriemarktkette Rossmann hat im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz in Milliardenhöhe verbucht. Auch die Mitarbeiterzahl ist deutlich angewachsen. 2015 setzt Rossmann weiterhin auf Expansion und will investieren.

Dass Rossmann trotzdem einen Webshop hat, hat für den Unternehmer einen einfachen Grund: „Wenn uns jemand im Internet angreift, dann sollten wir das selbst sein.“ Sein Sohn Raoul will den Bereich trotzdem stärken. Neue Sortimente und neue Manager sollen für einen kleinen Online-Aufschwung sorgen.

Kommentare (1)

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Herr Gabor Tesity

16.04.2015, 10:02 Uhr

Der Rossmann-Fanclub von der Handelsblatt-Redaktion vergisst gerne, dass das Unternehmen des "liebenswerten" Herrn Rossmann, der doch „Humanismus, Aufrichtigkeit, Toleranz lebt“, im Oktober 2012 Briefe an Hersteller seiner Eigenmarken verschickt hat, in denen laut HANDELSBLATT Senkungen der Einkaufspreise von bis zu 10 Prozent verlangt wurden. Und das sogar rückwirkend! So etwas kann kein seriöser Händler seinen seriös kalkulierenden Herstellern/Lieferanten ernsthaft zumuten. Wann nehmen Sie Ihre rosarote Brille ab?

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