Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.04.2013

13:15 Uhr

Drogeriemarktkette

Müller bestreitet Finanzierungssorgen

Finanzierungssorgen? Fehlanzeige. Trotz Verlusten aus Währungsspekulationen hat die Drogeriemarktkette Müller nach eigenen Angaben keine Probleme, an neues Geld zu kommen. Gerade erst wurde ein Großkredit abgelöst.

Logo über einer Filiale der Drogeriemarktkette Müller: Finanzierungssorgen existieren offenbar nicht. dpa

Logo über einer Filiale der Drogeriemarktkette Müller: Finanzierungssorgen existieren offenbar nicht.

UlmDie Drogeriemarktkette Müller hat ihre Finanzen trotz Risiken aus Währungsgeschäften nach eigenen Angaben im Griff. „Mein Unternehmen ist besser aufgestellt denn je“, sagte Firmengründer Erwin Müller am Donnerstag der dpa. Die „Lebensmittelzeitung“ hatte vor kurzem berichtet, Müller habe seine Finanzen Ende 2012 auf Druck der Banken neu geordnet. Diese Darstellung wies Müller zurück: Das Unternehmen habe die Finanzierung auf eigenen Wunsch neu geordnet.

Die Ulmer Drogeriemarkt-Kette gilt üblicherweise als ähnlich verschwiegen wie die Einzelhändler Lidl und Aldi. Nun teilte das Unternehmen mit, Müller verfüge über exzellente Finanzierungsalternativen. Im Dezember hatte die Drogeriemarktkette einen neuen Kredit mit mehreren Banken ausgehandelt; der wurde nun im April abgelöst. Statt einer gemeinsamen Verpflichtung wurden Einzelvereinbarungen mit Banken geschlossen. Für mögliche Verluste aus Währungsgeschäften hatte die Firma bereits im Januar einen großzügigen Puffer angelegt.

Größte Einzelhändler weltweit (Umsatz 2012)

Platz 10

Best Buy (USA)

Die US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota, sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2012 betrug 50,7 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2012 über einen Umsatz von 71,6 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 74,8 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit beschäftigen die Briten 520.000 Mitarbeiter und machten 2012 einen Umsatz in Höhe von 83,5 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft mit 5.000 Beschäftigen will Tesco abstoßen.

Platz 6

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 87,8 Milliarden Dollar im Jahr 2012 ebenfalls einen Spitzenplatz, auch wenn das Unternehmen mit Schwierigkeiten kämpft.

Platz 5

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2012 setzte der Lebensmittelhändler 96,8 Milliarden Dollar um.

Platz 4

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 99,1 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2012 gigantisch aus.

Platz 3

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit fast 500.000 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2011 einen Umsatz von 104 Milliarden Dollar.

Platz 2

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Der Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2012 rund 123 Milliarden Dollar um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 443,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2012 um - bei einem Gewinn von 15,7 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als zwei Millionen Mitarbeiter.

Quelle: Eigene Recherche.

Die Drogeriemarktkette finanziert sei langem ihre Immobilien mit Spekulationen auf Währungen. Allerdings werden diese Geschäfte zunehmend riskanter. Der Buchverlust aus Wetten gegen den Schweizer Franken belief sich laut Geschäftsbericht Mitte 2012 auf 235 Millionen Euro. Langfristig will Müller deshalb die Finger von Währungswetten lassen, wie das Unternehmen nun erklärte.

Gelohnt habe sich das Geschäft - vor allem in Zeiten, als die Kreditzinsen noch höher waren - trotzdem: „Die so erwirtschaftete Substanz reicht aus, um die Währungsrisiken komplett bar zu sichern“, sagte Müller. Das Immobilien-Vermögen der Müller-Holding, das nicht durch Kredite belastet sei, belaufe sich auf einen dreistelligen Millionen-Betrag.

Die wertvollsten deutschen Einzelhandelsmarken (2013)

Rang 10

Douglas

Markenwert: 238 Millionen Dollar
im Vorjahr nicht in den Top 10

Rang 9

Netto

Markenwert: 262 Millionen Dollar
minus fünf Prozent gegenüber 2012

Rang 8

Obi

Markenwert: 283 Millionen Dollar
plus zwei Prozent gegenüber 2012

Rang 7

Rewe

Markenwert: 459 Millionen Dollar
plus 5 Prozent gegenüber 2012

Rang 6

dm

Markenwert: 485 Millionen Dollar
plus 19 Prozent gegenüber 2012

Rang 5

Kaufland

Markenwert: 551 Millionen Dollar
plus zwei Prozent gegenüber 2012

Rang 4

Media Markt

Markenwert: 1,3 Mrd. Dollar
minus drei Prozent gegenüber 2012

Rang 3

Edeka

Markenwert: 1,5 Mrd. Dollar
plus fünf Prozent gegenüber 2012

Rang 2

Lidl

Markenwert: 1,52 Mrd. Dollar
plus acht Prozent gegenüber 2012

Rang 1

Aldi

Markenwert: 2,9 Mrd. Dollar
minus sieben Prozent gegenüber 2012

Quelle

Interbrand, März 2013

Der 80-jährige Firmengründer hat erst im vergangenen Jahr begonnen, Vorkehrungen für seine Nachfolge zu treffen. Dazu wurde ein Beirat gegründet der die Geschäftsführung überwachen soll, „vor allem auch wenn ich einmal nicht mehr selbst die Geschicke der Gruppe lenken kann“, sagte Müller. „Der Beirat wurde aufgesetzt, damit dies während meines Beiseins bereits schon geübt werden kann.“ In dem fünfköpfigen Gremium sitzen unter anderem der Sohn des Firmengründers, Reinhard Müller, der ehemalige Chef der Kaufhauskette Breuninger, Willem van Agtmael, sowie der Chef des Spezialversandhändlers Takkt, Felix Zimmermann.

Müller ist nach der Schlecker-Pleite die Nummer drei unter den deutschen Drogeriemärkten hinter dm und Rossmann. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte die Firma einen Umsatz von 2,94 Milliarden Euro, bei einem Jahresüberschuss von 112,2 Millionen Euro. In diesem Jahr soll der Umsatz wieder um acht Prozent steigen.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

25.04.2013, 13:59 Uhr

„Mein Unternehmen ist besser aufgestellt denn je“

Oha, oha, da reifet was...

Bin mal gespannt, welche Schlagzeilen nächstes Jahr um diese Zeit hierzu zu finden sind.

Aber: Ich mag die Firma, gönne ihr Erfolg und Überleben.

Martina

27.04.2013, 22:04 Uhr

Auch wenn er jetzt etwas zum zocken neigt, ich ziehe den Hut vor ihm und dem was er geleistet hat, alles gute zu "60-Jahre Müller" wünsch ihm weiterhin viel Erfolg und dass er 100 Jahre wird... ;-)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×