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03.01.2012

14:20 Uhr

Drogerien

Rossmann feiert - Schlecker trauert

Der Wettbewerb unter den Drogeriemärkten wird schärfer. Rossmann hat erstmals die Umsatzgrenze von fünf Milliarden überschritten. Die Schlecker-Märkte geraten weiter unter Druck. Steht die Branche vor einem Machtwechsel?

Rossmann-Filiale: Wachstum in einem hart umkämpften Markt. dpa

Rossmann-Filiale: Wachstum in einem hart umkämpften Markt.

BurgwedelDie drittgrößte deutsche Drogeriekette Rossmann hat erstmals in ihrer 40-jährigen Firmengeschichte die Fünf-Milliarden-Umsatzmarke geknackt. Die Erlöse seien 2011 um 10,5 Prozent auf 5,12 Milliarden Euro gestiegen, teilte Rossmann am Dienstag in Burgwedel bei Hannover mit. Zum Ergebnis machte das Unternehmen keine Angaben. Für das Jahr 2012 werde ein Gesamtumsatz von 5,6 Milliarden Euro erwartet.

In keiner anderen Branche sind die Rollen scheinbar so klar verteilt wie bei den Drogerieketten. Gewinner ist zurzeit noch die Kette dm: Im Geschäftsjahr 2010/11 hat das Unternehmen seinen Umsatz auf rund 6,17
Milliarden Euro gesteigert, das war ein Plus von 9,3 Prozent Plus im Vergleich zum Vorjahr. Während dm hohe Wachstumsraten verzeichnet, kämpft Schlecker mit dem Umbau und schließt Filiale um Filiale. Derzeit sind es rund 7000 Läden in Deutschland und etwa 3000 weitere in Österreich, Spanien, Frankreich, Italien, Tschechien, Polen und Portugal. Doch der Riese schwankt: Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen 6,55 Milliarden Euro um. Dieses Jahr soll der Erlös „leicht“ sinken - mehr ist nicht zu erfahren.

Mitbewerber Rossmann begleitete das Duell bisher noch aus der Distanz, kommt den beiden Marktführern aber immer näher. Rossmann betreibt mittlerweile in sechs europäischen Ländern 2531 Märkte und beschäftigt rund 31 000 Mitarbeiter. In Deutschland will Rossmann in diesem Jahr 110 neue Verkaufsstellen eröffnen. Dabei sollen rund 1000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Ewiger Konkurrent: Die Drogeriekette Rossmann

Die Nummer zwei

Rossmann hat das Örtchen Burgwedel bei Hannover bekannt gemacht. Die Drogeriekette ist die Nummer zwei in Deutschland.

Die Lage

Unterm Strich blieben im vergangenen Jahr mehr als 100 Millionen Euro Gewinn übrig. Mit seinen gut 2500 Filialen ist das Unternehmen inzwischen in sechs Ländern vertreten.

Die Ziele

Firmenchef und -gründer Dirk Roßmann will in diesem Jahr erstmals über fünf Milliarden Euro Umsatz machen - rund zehn Prozent mehr als 2010.

Das Auslandsgeschäft

Auf dem deutschen Heimatmarkt mit seinen mehr als 1600 Niederlassungen baute Rossmann das Netz zuletzt stetig aus. In Deutschland, Polen, Tschechien, Ungarn, Albanien und der Türkei arbeiten etwa 30.000 Beschäftigte.

Bundesweit erzielten die 1612 Rossmann-Filialen 2011 ein Umsatzplus von 10 Prozent auf 3,81 Milliarden Euro. Der Umsatz der 919 ausländischen Märkte in Polen, Ungarn, Tschechien, der Türkei und Albanien wuchs um 12 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro. In Sachen Schlecker hält sich der Rossmann-Chef zurück. Dass der Rivale Probleme mit einigen Großlieferanten gehabt haben soll - dazu schweigt er vielsagend, während es von den Schleckers heißt, diese seien „bereinigt“. Die Familien kennen sich im Übrigen persönlich.

Schlecker war zuletzt zunehmend unter Druck geraten. Nach etlichen Skandalen schlägt sich die Kette bis heute mit dem Image des Ausbeuters herum, auch wenn Gewerkschafter sagen, das habe sich fundamental geändert. Konkurrent dm gilt hingegen als Musterbeispiel. Für sein soziales und umweltpolitisches Engagement hat der dm-Chef 2011 sogar den Deutschen Nachhaltigkeitspreis eingeheimst.

Meike und Lars Schlecker, die statt ihres Vaters und Firmengründers Anton den Familienkonzern nach außen vertreten, hatten zuletzt nur schwache Erfolge bei dem Versuch erzielt, die Marke mit einem neuen Konzept wieder aufzumöbeln. Dennoch halten sie an ihrem Ziel fest, 2012 nach Jahren in den roten Zahlen den Turnaround zu schaffen. „Unsere Restrukturierung ist kein Sprint“, sagt Meike Schlecker.

Kommentare (7)

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PRhodan

03.01.2012, 14:33 Uhr

Bei Rossmann weiß ich, dass die Gewinne nicht von Scientology abgeschöpft werden, Produkt und Service stimmen und als Arbeitgeber hat Rossmann einen guten Ruf.
Nur die Lohnabhängigen bei Schlecker können einem Leid tun

Fit-Aktiv

03.01.2012, 14:55 Uhr

Der Kunde hat die Aktion gegen das Personal im Zuge "Schlecker XL" und Meniar nicht vergessen! Zudem die Schlecker- Läden bekannt rumpelig, aber nie besonders preiswert sind.

ihr

03.01.2012, 16:18 Uhr

Schlecker war doch das mit den Billig-Jobs! Nein Danke! Seitdem ich davon hörte, war ich kein eiziges mal dort gewesen. Rossmann und dm-markt.

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