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20.06.2012

17:33 Uhr

Drohende Insolvenz

Frist für Schlecker-Tochter in Österreich

Nägel mit Köpfen möchte Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bei der Auslandsgesellschaft in Österreich machen. Für den geplanten Verkauf des Geschäfts hat er eine Frist gesetzt. Man könne nicht ewig auf eine Investorenlösung warten.

Eine Filiale der Drogeriemarktkette Schlecker in Wien. dapd

Eine Filiale der Drogeriemarktkette Schlecker in Wien.

Stuttgart/Ehingen/WienDer Insolvenzverwalter der Drogeriemarktkette Schlecker drückt angesichts der drohenden Zahlungsunfähigkeit der Tochter in Österreich bei möglichen Käufern aufs Tempo und hat eine Frist gesetzt. "Die Situation ist schwierig", sagte ein Sprecher von Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Mittwoch. Derzeit würden erste Sondierungsgespräche mit mehreren Interessenten geführt, die die rund 930 Filialen als strategische Investoren weiterführen wollten.

Für Finanzinvestoren sei die österreichische Tochter, an der auch die Geschäfte in Luxemburg, Belgien, Polen und Teilen von Italien hängen, uninteressant. "Allein ist Schlecker in Österreich nicht lebensfähig", sagte der Sprecher. Die Tochter schreibe rote Zahlen, die Zahlungsfähigkeit sei nicht mehr allzu lang gesichert, sagte ein Insider.

Die größten deutschen Firmenpleiten

Platz 16

Schlott

Druckerei/1480 Beschäftigte

(Quelle: Statista)

Platz 15

Hansa

Pflegeheim/1600 Mitarbeiter

Platz 14

Mäc Geiz

Discounter/1600 Mitarbeiter

Platz 13

Sellner

Autozulieferer/1600 Mitarbeiter

Platz 12

Escada

Modekonzern/2200 Mitarbeiter

Platz 11

Q-Cells

Solarindustrie/2300 Mitarbeiter

Platz 10

Schiesser

Textilhersteller/2300 Mitarbeiter

Platz 9

Edscha

Autozulieferer/2300 Mitarbeiter

Platz 8

Wadan-Werften

Schiffsbau/2400 Mitarbeiter

Platz 7

Honsel

Autozulieferer/3000 Mitarbeiter

Platz 6

Karmann

Autozulieferer/3400 Mitarbeiter

Platz 5

Quimonda

Chiphersteller/4600 Mitarbeiter

Platz 4

Manroland

Maschinenbauer/6500 Mitarbeiter

Platz 3

Woolworth

Kaufhaus/9300 Mitarbeiter

Platz 2

Schlecker

Drogeriekette/25.000 Mitarbeiter

Platz 1

Arcandor

Handel und Touristik/52.000 Mitarbeiter

In Österreich war die Kreditversicherung aufgekündigt worden und Geiwitz habe der Auslandsgesellschaft bisher rund 27 Millionen Euro in Form von Waren und Bargeld geborgt. Eine sogenannte Stand-alone-Lösung habe keine Chance, weil Schlecker-Österreich zu sehr vom Mutterkonzern abhängig sei, sagte Geiwitz.

Das betrifft vor allem die Warenlieferung. Er setzt auf klassische Warenhändler: „Entweder es gibt einen Systempartner, der die Läden sinnvoll relativ schnell bestücken kann oder, wenn wir keinen finden, dann droht im schlimmsten Fall auch die Insolvenz in Österreich.“ In Österreich hat Schlecker rund 930 Filialen und 3000 Mitarbeiter.

Bei der bereits insolventen Tochter IhrPlatz drängt die Zeit ebenfalls: Bis Ende Juni soll mit einem der beiden Interessenten ein Vertrag unterschrieben sein, um dem Fortbestand der Filialen zu sichern, stellte der Insolvenzverwalter in Aussicht. Außer mit einem strategischen Investor werde auch erneut mit dem Münchener Finanzinvestor Dubag verhandelt, der ein neues Modell für die Finanzierung der Warenkreditversicherungen vorgelegt habe.

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