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09.06.2015

12:41 Uhr

Droht der nächste Lufthansa-Streik?

Flugbegleiter beenden Schlichtung

Nach sechs Runden hat die Flugbegleitergewerkschaft Ufo die Schlichtungsgespräche mit der Lufthansa für gescheitert erklärt. Sie will nun für den Sommer eine härtere Gangart vorbereiten. Es könnte zu Streiks kommen.

Im Tarifkonflikt mit der Lufthansa haben neben den Piloten auch die Flugbegleiter bereits ihre Arbeit niedergelegt. dpa

Flugbegleiter im Streik

Im Tarifkonflikt mit der Lufthansa haben neben den Piloten auch die Flugbegleiter bereits ihre Arbeit niedergelegt.

FrankfurtBei der Lufthansa droht erneut ein Tarifkonflikt zu eskalieren. Die Gewerkschaft der Flugbegleiter (Ufo) hat die Schlichtungsgespräche mit dem Unternehmen nach sechs Runden für gescheitert erklärt und einen abschließenden Spruch von den Schlichtern Herta Däubler-Gmelin und Friedrich Merz verlangt.

Lufthansa habe in den Gesprächen unter anderem über die Gehälter und die Betriebsrenten „ausschließlich Beton angerührt“, sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies am Dienstag in Frankfurt. „Wir sind gar nicht in Verhandlungsgespräche gekommen.“ Die Gewerkschaft wolle deswegen die Schlichtung beenden und für den Sommer eine härtere Gangart mit Streiks vorbereiten, um die tariflichen Rechte ihrer Mitglieder zu schützen.

Die Streiks bei der Lufthansa 2014

2.-4. April 2014

Mit einem dreitägigen Streik legen Piloten die gesamte Lufthansa praktisch lahm. 3800 Flüge fallen aus, etwa 425.000 Fluggäste sind betroffen.

29. August

Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) bestreikt die Lufthansa-Tochter Germanwings. 116 Flüge fallen aus. Laut Schätzungen der Airline sind rund 15.000 Passagiere betroffen.

5. September

VC bestreikt Kurz- und Mittelstreckenflüge der Lufthansa, die in Frankfurt starten. 218 Verbindungen fallen aus.

10. September

VC streikt am Drehkreuz München. 140 Flüge fallen aus.

16. September

Den in Frankfurt geplanten Langstrecken-Streik sagt die VC am Vorabend mit der Begründung ab, dass neue Gespräche angepeilt würden. Die Lufthansa hatte zuvor angekündigt, alle 40 bedrohten Überseeflüge auch ohne VC-Piloten anzubieten.

25. September

VC erklärt die erneuten Verhandlungen mit der Lufthansa für gescheitert und kündigt weitere Streiks an.

30. September

Im Zuge eines erneuten Streiks am Drehkreuz Frankfurt streicht die Lufthansa knapp 50 Flüge - inklusive Rückflüge. Rund 20.000 Kunden sind den Angaben zufolge betroffen.

16. Oktober

Germanwings-Piloten legen ihre Arbeit nieder. 100 Flüge werden gestrichen.

Beiden Parteien zufolge haben die Schlichter bis Freitag eine Nachfrist gesetzt, in der Lufthansa und Ufo ihre Positionen nachbessern könnten. Ansonsten werde bis zum 20. Juni eine Schlichtungsempfehlung gegeben.

„Lufthansa will die Gespräche fortsetzen und im Rahmen der Schlichtung zu einer gemeinsamen Lösung kommen“, erklärte das Unternehmen. Es wies gleichzeitig darauf hin, dass trotz der Differenzen am vergangenen Freitag mit der Ufo zwei Tarifverträge zu künftigen Arbeitszeitmodellen der Flugbegleiter abgeschlossen worden seien. Künftig könnten neue Beschäftigte wählen, ob sie befristete oder unbefristete Arbeitsverträge nach unterschiedlichen Modellen eingehen wollten. Auch rund 1000 befristet Eingestellte könnten wechseln.

Von

dpa

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