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27.01.2014

12:40 Uhr

Druck auf die Bischöfe

Weltbild-Mitarbeiter pochen auf Finanzhilfe

Die Weltbild-Beschäftigten machen Druck auf die kirchlichen Eigentümer. Bei einem Bischofstreffen fordern sie: „Macht endlich den Klingelbeutel auf.“ Die Bischöfe wollen Verantwortung übernehmen.

Mitarbeiter der existenzbedrohten Verlagsgruppe Weltbild demonstrieren am Rande eines Arbeitstreffens katholischer Bischöfe vor dem Exerzitienhaus der Diözese Würzburg (Bayern). Eine Delegation der Beschäftigten suchte das Gespräch und forderte die Solidarität der kirchlichen Weltbild-Eigentümer. dpa

Mitarbeiter der existenzbedrohten Verlagsgruppe Weltbild demonstrieren am Rande eines Arbeitstreffens katholischer Bischöfe vor dem Exerzitienhaus der Diözese Würzburg (Bayern). Eine Delegation der Beschäftigten suchte das Gespräch und forderte die Solidarität der kirchlichen Weltbild-Eigentümer.

WürzburgMitarbeiter der existenzbedrohten Verlagsgruppe Weltbild haben bei einem Bischofstreffen in Würzburg für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Eine Delegation von schätzungsweise 50 Beschäftigten empfing den Ständigen Rat der Deutschen Bischofskonferenz am Montag mit Sprechchören und forderte Unterstützung der kirchlichen Eigentümer. „Ich will nicht, dass die sich heute einfach aus der Verantwortung stehlen“, rief Betriebsratschef Peter Fitz. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx räumte eine Mitverantwortung der katholischen Kirche für die Krise des Unternehmens ein und versicherte, die finanziellen Zusagen einzuhalten.

„Wir stehen zu unserer Verantwortung“, sagte Marx, der sich gemeinsam mit dem Augsburger Bischof Konrad Zdarsa den Demonstranten stellte. „Die 65 Millionen Euro, die wir versprochen haben, zu denen stehen wir auch. Jedenfalls wir beide werden uns dafür einsetzen.“

Die deutschen Diözesanbischöfe wollten sich am Montagnachmittag bei ihrem Arbeitstreffen mit dem Thema Weltbild beschäftigen. Das Unternehmen hatte nach langer Krise vor gut zwei Wochen Insolvenzantrag gestellt, weil die kirchlichen Eigentümer - darunter zwölf katholische Bistümer - den Geldhahn zugedreht hatten. Schon damals hatten die Bischöfe aber angekündigt, die zuvor für die Sanierung zugesagten 65 Millionen Euro trotzdem zuzuschießen.

Die größten deutschen Buchhändler

Deutscher Buchhandel

Der Online-Händler Amazon hat den Buchhandel auch in Deutschland durcheinandergewirbelt und unter Druck gesetzt. Laut Bundesverband der Versandbuchhändler hat Amazon etwa 1,6 Milliarden Euro Umsatz mit Büchern gemacht und damit drei Viertel Anteil am Online-Geschäft.
Insgesamt setzte der Buchhandel 9,6 Milliarden Euro (allen Zahlen für 2012) um, davon die Hälfte im stationären Handel.

Platz 6

Schweitzer Fachinformationen
28 Filialen
Die Angaben beziehen sich auf reine Buchhändler. Fachabteilungen von Kaufhäusern sind nicht gezählt. Quelle: Buchreport

Platz 5

Oslander
28 Filialen

Platz 4

Mayersche Buchhandlung
46 Filialen

Platz 3

Valora Retail (Bahnhofsbuchhandlungen)
178 Filialen

Platz 2

Thalia
293 Filialen

Platz 1

DBH (Weltbild, Hugendubel, u.a.)

420 Filialen

Fitz forderte die Bischöfe auf, diese Zusage einzuhalten. „Aus unserer Sicht ist das Wichtigste jetzt für die Zukunft der Arbeitsplätze, dafür zu sorgen, dass die Geschäfte weitergehen“, betonte Marx.

Die Bistümer Augsburg und München-Freising hatten in der vergangenen Woche schon 35 Millionen Euro bereitgestellt. Gewerkschafter äußerten sich irritiert darüber, dass ein großer Teil dieser Hilfen an die Buchhandelskette Hugendubel gehen soll, die mit Weltbild mehr als 300 Filialen betreibt. „Jetzt versucht man, sich aus der Verantwortung zu stehlen und möglichst billig davonzukommen“, kritisierte Betriebsratschef Fitz. „Macht endlich den Klingelbeutel auf“, forderte Verdi-Sekretär Thomas Gürlebeck.

Von

dpa

Kommentare (1)

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27.01.2014, 12:55 Uhr

Bei dem Milliardenvermögen der kath. Kirche muß es eine Selbstverständlichkeit sein, nicht einen einzigen Mitarbeiter im Regen stehen zu lassen. Die kath. Kirche sollte Seelsorge betreiben, aber keine Wirtschaftsunterlehmen führen. Jeder Aufruf nach Spenden ist blanker Hohn bei diesem Milliardenvermögen und dem gleichzeitigen Verbrennen von Millionen Euro

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