Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.12.2014

12:12 Uhr

Dunkin' Donuts

Pflaumen für Deutschland, Nutella für die Briten

Dunkin' Donuts schwächelt in Europa schon lange. Der Kontinent macht nicht mal ein Prozent des Umsatzes aus. Das will die Fast-Food-Kette nun ändern – mit rund 1000 neuen Filialen und länderspezifischen Angeboten.

Frittierte Teigringe: Dunkin' Donuts will seine Spezialität in Europa künftig in mehreren Varianten anbieten – je nach Land und Kultur. ap

Frittierte Teigringe: Dunkin' Donuts will seine Spezialität in Europa künftig in mehreren Varianten anbieten – je nach Land und Kultur.

London/StockholmDie Essensmeile im Kölner Hauptbahnhof ist gut gefüllt, bei Bäckereien wie Ditsch und Kamps stehen die Kunden Schlange. Doch in dem kleinen Laden am hinteren Ende ist kaum etwas los, der Verkäufer steht gelangweilt am Tresen. Die Konsumenten gehen an dem Geschäft einfach vorbei. Dabei ist Deutschland noch der Vorzeigemarkt von Dunkin' Donuts in Europa.

Während Dunkin' Donuts aus dem Straßenbild in den USA kaum wegzudenken ist, muss die Fast-Food-Kette in Europa um die Kunden kämpfen. Von den weltweit 11.000 Filialen befinden sich derzeit gerade einmal rund 150 in Europa. Hier verdient Dunkin' Donuts nicht mehr als ein Prozent seines insgesamt etwa 9,3 Milliarden Dollar großen Jahresumsatzes. Doch das soll sich ändern. Dunkin' Donuts will in den Expansions-Modus schalten. Das Unternehmen will 1150 neue Filialen eröffnen – von England über Bulgarien bis hin nach Georgien.

Es ist nicht der erste Versuch des Konzerns, in Europa stärker Fuß zu fassen. So hatte Dunkin' Donuts in den 1990er Jahren eine größere Expansion in Großbritannien geplant, war aber aufgrund schlechter Standorte und wenig erfahrener Franchise-Nehmer gescheitert. Das Unternehmen verkauft vor allem Kuchen und Kaffee, aber auch belegte Brötchen und anderes Herzhaftes.

Die größten Fast-Food-Ketten nach Umsatz 2013

Platz 10 – SSP Deutschland

Umsatz: 174,3 Millionen Euro

Platz 9 – Ikea

Umsatz: 180 Millionen Euro

Platz 8 – Subway

Umsatz: 192 Millionen Euro

Platz 7 – Aral

Umsatz: 192,2 Millionen Euro

Platz 6 – Yum!

Umsatz: 233 Millionen Euro

Platz 5 – Nordsee

Umsatz: 291,6 Millionen Euro

Platz 4 – Autobahn Tank und Rast

Umsatz: 600 Millionen Euro

Pachtbetriebe der Tank & Rast

Platz 3 – LSG Lufthansa Service Holding

Umsatz: 753 Millionen Euro

keine gastronomietypische Absatzsituation

Platz 2 – Burger King

Umsatz: 880 Millionen Euro

Platz 1 – McDonald's

Umsatz: 3,1 Milliarden Euro

Quelle

Food-Service

Untersucht wurden die größten Unternehmen der Systemgastronomie in Deutschland anhand des Umsatzes.

Dieses Mal versucht der Konzern in Europa zu punkten, indem es die Produktpalette an die regionalen Vorlieben anpasst. In Deutschland etwa gibt es Donuts mit Pflaumen- und Kirsch-Banane-Geschmack. In Großbritannien werden Donuts verkauft, die mit Nutella gefüllt sind. In Schweden ist ein Teil des Kuchens mit der Flagge des Landes verziert.

„Wir haben einen kultigen Markennamen“, sagt Paul Twohig, Dunkin-Präsident für Europa. „Es liegt an uns, es richtig zu machen. Erfolg ist nicht garantiert.“

Ein Scheitern in Europa ist für das Unternehmen aber nicht wirklich eine Option. Auf dem Heimatmarkt in den USA war das flächenbereinigte Umsatzwachstum im jüngsten Umsatz auf zwei Prozent gefallen – nach 4,2 Prozent im selben Zeitraum des vorangegangenen Jahres.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Thomas Ungläubig

22.12.2014, 11:41 Uhr

Noch mehr von diesem Fraß? – Ernähren wir uns noch nicht schlecht genug? Fett, Zucker und Weissmehl, nur leere Kalorien öffnen der Fettleibigkeit Tür und Tor. Aber die Pharma-Industrie freut's.

Account gelöscht!

22.12.2014, 12:19 Uhr

"Dunkin' Donuts plant 1150 neue Filialen in Europa"

Ein Tag für noch mehr Wut und kein Tag der Freude!
Diese Konzerne, die meisten stammen aus den USA, zahlen hier im Lande so gut wie keine Steuern und können dadurch jeden Mittelständler und kleinen Kaffeehausbesitzer über die Preise kaputt machen. Es ist geradezu obszön und widerlich wie unsere korrupten Politiker zu unseren Lasten diesen Konzernen in deren Ärsche krauchen. Und was macht der verkommen-dumme Bürger, vor allem die arrogante oberflächliche Jugend?! Es ist ja so hipp seinen Latte im Starbucks zu schlürfen. Diesen Idioten sollte man aus Geldmangel das Bafög auf Null herunter streichen!!!

Jede Investition des Konzerns Dunkin' Donuts in Deutschland wird die deutsche Tochtergesellschaft verzinst auf ein Konto der Muttergesellschaft in ein Steuerparadies schicken und den hier in Deutschland zu versteuernden Gewinn auf Null reduzieren. Ist die Investition dann nach Jahren abbezahlt werden immense Lizenzgebühren für die Nutzung des Markennamens berechnet um so weiterhin hier im Lande keine Steuern bezahlen zu müssen. Es wird getrickst bis zum Abkotzen, Hauptsache in den Büchern taucht kein zu versteuernder Gewinn auf.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

22.12.2014, 13:56 Uhr

Die von der deutschen Politik gewollten und ermöglichten Steuertricks der Konzerne kosten den deutschen Staat, bei einem angenommenen Steuersatz von nur 25 %, mehr als 100 Mrd. Euro jedes Jahr.
Es ist also sachlich vollkommen richtig darauf hinzuweisen, dass jeder unterstützende deutsche Bürger und Konsument dieser Konzerne ebenfalls zutiefst asozial handelt. Zumal dadurch sehr viele Kleinunternehmer und Mittelständler erheblich darunter zu leiden haben.
Was soll an dieser logischen Feststellung und sachlich begründeten Kritik unsachlich sein?!
Eine Meinung ist unangenehm, also erklärt man sie flugs als unsachlich, - funktioniert so Ihre Netiquette?!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×