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06.01.2012

02:08 Uhr

E-Reader

Barnes & Noble erwägt Abspaltung der Digital-Sparte

Das elektronische Lesegerät Nook macht der US-Buchhandelskette Barnes & Noble Probleme. Das Unternehmen gibt eine Gewinnwarnung bekannt und schließt eine Abspaltung seiner Digital-Sparte nicht aus.

Barnes & Noble-Chef William Lynch mit dem Nook Tablet dapd

Barnes & Noble-Chef William Lynch mit dem Nook Tablet

New York Bei der größten US-Buchhandelskette Barnes & Noble laufen die Geschäfte mit dem elektronischem Lesegerät Nook unerwartet schlecht. Das Unternehmen kürzte daher am Donnerstag seine Geschäftsprognosen und schloss eine Abspaltung seiner Digital-Sparte nicht mehr aus.

Die Aktien des Konzerns brachen am Donnerstag um 17 Prozent ein. Barnes & Noble erklärte, der Umsatz mit dem Lesegerät Nook Simple Touch sei enttäuschend. Unter dem Namen Nook vertreibt der Konzern auch Tablet-Computer. Barnes & Noble steht dabei im scharfen Wettbewerb mit den Kindle-Produkten von Amazon.

Im Weihnachtsgeschäft stieg der Verkauf des Nooks um 70 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Barnes & Noble hatte aber noch mehr erwartet. Überdies kostet der Ausbau des E-Book-Geschäfts jede Menge Geld, so dass die Handelskette nun einen merklichen Verlust im Gesamtjahr erwartet.

Für das bis Juli 2012 laufende Geschäftsjahr geht Barnes & Noble nun noch von einem Konzernumsatz von 7,0 bis 7,2 Milliarden Dollar aus. Bislang waren 7,4 Milliarden erwartet worden. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll bei 150 bis 180 Millionen Dollar liegen. Bislang hatte Barnes & Noble 210 bis 250 Millionen vorhergesagt.

„Wir haben bereits Millionen zufriedene Kunden“, erklärte Firmenchef William Lynch am Donnerstag in New York. Barnes & Noble ist der Erzrivale von Amazon in den USA mit mehr als 700 Läden und einem wachsenden Angebot an E-Books. Barnes & Noble hat Verträge mit nahezu allen wichtigen Verlagen. Dabei verwendet das Unternehmen den universellen E-Book-Standard Epub, der auch auf anderen Lesegeräten genutzt werden kann. Dagegen können die bei Amazon erworbenen Bücher nur mit dem Kindle oder mit Kindle-Software gelesen werden. Auf diese Grundlage könnte der Buchhändler aufbauen.

Nach Einschätzung von Analysten und des „Wall Street Journal“ wird durch die Bekanntgabe von Lynch deutlich, dass Barnes & Noble nur mühsam gegen Amazon und Apple im E-Book und E-Reader-Geschäft ankomme. Der Barnes & Noble-CEO wies diese Meinung allerdings als „Unsinn “ und als eine zu vereinfachte Sicht zurück, vor allem weil im Hardware-Bereich nicht nur ein Anbieter dominiere. Apple sei keine direkte Konkurrenz, weil sich Barnes & Noble auf das digitale Lesen konzentriere.

Die Abspaltung der Digital-Sparte hänge nicht mit dem Wert des Nook-Geschäfts zusammen, sagte er weiter. Über die zeitliche Planung dieser möglichen Abspaltung wollte sich Barnes & Noble nicht äußern.

Laut „Wall Street Journal“ habe sich Barnes & Noble mit dem Nook Simple Touch nicht nur verrechnet, sondern sich auch selbst mit dem Nook Tablet kannibalisiert. Der Nook Simple Touch Reader (249 Dollar) hat stramme Konkurrenz vom Kindle Touch E-Reader (199 Dollar) erhalten, der im November auf den Markt kam. Und der Nook Tablet musste mit dem Kindle Fire und dem iPad mithalten. Das Unternehmen sagt, es habe den Markt „überschätzt“.

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