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18.11.2014

10:34 Uhr

Easyjet im Höhenflug

Billigflieger legt bei Gewinnen deutlich zu

Trotz der Konflikte in Osteuropa und dem Nahen Osten konnte die britische Billigfluglinie Easyjet ihren Gewinn deutlich steigern. Der Vorsteuergewinn kletterte auf ein Rekordhoch.

Der Billigflieger Easyjet konnte seinen Gewinn kräftig steigern. Reuters

Der Billigflieger Easyjet konnte seinen Gewinn kräftig steigern.

LondonDer britische Billigflieger Easyjet hat trotz der Konflikte in Osteuropa und im Nahen Osten erneut einen deutlichen Gewinnzuwachs verbucht. Unterm Strich verdiente der Ryanair-Konkurrent im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 450 Millionen Pfund (564 Mio Euro), wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Das waren 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Vorsteuergewinn kletterte mit 581 Millionen Pfund um 21,5 Prozent auf ein Rekordhoch.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Easyjet lag mit dem Gewinn im Rahmen der bereits angehobenen Unternehmensprognose. Die Airline zeigte sich zuversichtlich, für weiteres Wachstum gut gerüstet zu sein. Die Buchungen für die Wintersaison lägen leicht über dem Vorjahr. Im laufenden Geschäftsjahr plant easyJet, die Kapazitäten um rund fünf Prozent auszubauen.

Die Aktien verloren am Vormittag dennoch rund ein Prozent. Händler erklärten die verhaltene Reaktion mit dem Höhenflug der Aktie in den vergangenen Wochen. EasyJet-Papiere legten in den vergangenen drei Monaten 18 Prozent zu.

Die Zahl der Passagiere nahm um fast 7 Prozent auf 64,8 Millionen zu, während die Erlöse pro Flugzeugsitz stärker stiegen als die Kosten. Der Umsatz wuchs um gut 6 Prozent auf 4,5 Milliarden Pfund. Die Loyalität der Passagiere habe sich verbessert, sagte Vorstandschefin Carolyn McCall. Neuerungen wie die Möglichkeit, gegen Aufpreis feste Sitzplätze zu buchen, hätten neue Kunden angelockt.

Mit ihren niedrigen Preisen haben Billigflieger vor allem bei europäischen Verbindungen Marktanteile gewonnen. Ryanair hatte vor kurzem mitgeteilt, im Winter gegenüber den vorherigen Plänen mit zwei Millionen Passagieren zusätzlich zu rechnen. Deswegen wurde auch die Gewinnprognose nach oben geschraubt.

Lufthansa und Air France hatten dagegen zuletzt ihre Gewinnprognose gesenkt. Pläne für eigene Billigtöchter haben zudem zu heftigen Protesten in der Belegschaft und kostspieligen Streiks geführt.


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