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27.01.2016

23:29 Uhr

Ebay-Gewinn bricht ein

Eins, zwei, vorbei?

Es hatte so ausgesehen, als käme Ebay ohne den Bezahldienst Paypal gut zurecht. Doch die Bilanz des vierten Quartals schockt die Anleger: Der Gewinn rauscht kräftig ab, und die Zukunft malt Ebay auch nicht rosig.

Am Eingang der Firmenzentrale von Ebay in San Jose: Die Online-Handelsplattform hat sich auf Betreiben von Großinvestor Carl Icahn von ihrem Bezahldienst Paypal getrennt. ap

Ebay-Logo

Am Eingang der Firmenzentrale von Ebay in San Jose: Die Online-Handelsplattform hat sich auf Betreiben von Großinvestor Carl Icahn von ihrem Bezahldienst Paypal getrennt.

San JoseEbay hat Anleger mit einem starken Gewinnrückgang und einem trüben Geschäftsausblick enttäuscht. Im vierten Quartal sank der Überschuss verglichen mit dem Vorjahreswert um mehr als die Hälfte auf 477 Millionen Dollar (437 Millionen Euro), wie die Online-Handelsplattform am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte.

Der Umsatz stagnierte zum Vorjahr bei 2,3 Milliarden Dollar. Obwohl die Ergebnisse im Rahmen der Markterwartungen lagen, fiel die Aktie nachbörslich um über zehn Prozent. Für das laufende Quartal prognostizierte Ebay einen geringeren Umsatz und Gewinn als von Analysten angenommen. Auch der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2016 fiel durchwachsen aus.

Bemerkenswerte Auktionen bei Ebay

Der Rekord

Der bisher teuerste über Ebay verkaufte Artikel ist eine Luxus-Jacht. Für 168 Millionen Dollar ging sie 2006 an den russischen Milliardär Roman Abramowitsch. Den vorherigen Rekord hielt seit 2001 ein Gulfstream-Privatjet für 4,9 Millionen Dollar.

Das Dorf

Der Hof Liebon bei Bautzen ist als „Ebay-Dorf“ bekannt. Liebon, aus einem Wohnhaus und mehreren Stallgebäuden bestehend, wurde 2009 als ganzes Dorf zur Auktion gestellt. Bei der Online-Versteigerung fand es nicht direkt einen Käufer. Besitzer Andreas Reitmann erwarb das Anwesen erst später.

Das teuerste Comic-Heft der Welt

Eine „Superman“-Ausgabe wechselte 2014 für 3,2 Millionen Dollar den Besitzer.

Das Toastbrot

Ein Käsesandwich, auf dem man mit etwas gutem Willen ein Frauengesicht erkennen konnte (interpretiert als das Antlitz der Gottesmutter Maria), wurde 2004 für 28.000 Dollar verkauft.

Die Jeans

Dem Hersteller Levi's war 2001 eine seiner Hosen aus dem 1880er Jahren über 46.532 Dollar wert.

Das andere „Papamobil“

Ein VW Golf, den einst Joseph Kardinal Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. fuhr, wurde bei Ebay 2005 für 188.936,88 Euro von einem US-US-Kasino gekauft. Verkäufer war ein Zivildienstleistender, der den Gebrauchtwagen für knapp 10.000 Euro erworben hatte. Als die Amerikaner zwei Jahre später den Golf wieder versteigern wollten, wurde der von ihnen verlangte Mindestpreis verfehlt.

Der Konzern leidet unter starker Konkurrenz durch Rivalen wie Amazon. Zudem belastet der starke Dollar, der Auslandseinnahmen nach Umrechnung in die US-Währung schmälert. Ebay-Chef Devin Wenig zeigte sich dennoch zufrieden: „Wir haben solide Ergebnisse im vierten Quartal geliefert und machen weiter Fortschritte“. 2015 sei durch die Trennung von Paypal ein außergewöhnliches Jahr gewesen.

Die Tochter, die über Jahre der Wachstumstreiber war, wurde im Sommer abgespalten und als eigenständige Gesellschaft an die Börse gebracht. Investoren wie der einflussreiche Hedgefonds-Manager Carl Icahn hatten diesen Schritt gefordert.

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Paypal verkraftete das zweite Quartal auf eigenen Füßen hingegen deutlich besser. Die Erlöse kletterten zum Jahresende um knapp 17 Prozent verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreswert auf 2,6 Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro), wie das Unternehmen mitteilte. Paypal erhöhte den Quartalsgewinn zum Vorjahr um 27 Prozent auf 443 Millionen Dollar. Die Zahl der aktiven Kundenkonten stieg zum Vorquartal um 6,6 Millionen auf 179 Millionen.

„Wir haben das Geschäftsjahr 2015 in großartiger Form beendet“, kommentierte Paypal-Chef Dan Schulman die Zahlen. Die Prognosen der Analysten wurden mit dem Finanzbericht übertroffen. Die Paypal-Aktie legte nachbörslich zunächst um mehr als fünf Prozent zu. Investoren erfreute neben den starken Zahlen auch die Ankündigung des Managements, eigene Aktien im Wert von bis zu zwei Milliarden Dollar zurückzukaufen.

Von

dpa

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