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15.09.2016

11:30 Uhr

Edeka, Rewe, Aldi

Milliarden für neue Hightech-Supermärkte

VonFlorian Kolf

Mehr Frische, mehr Licht, bessere Verknüpfung mit Online: Deutsche Handelsunternehmen investieren Milliardensummen in ihre Läden. Edeka, Rewe, Aldi – in welche Innovationen das meiste Geld der Supermärkte fließt.

Die Lebensmittelhändler investieren immer mehr Geld in ihre Märkte. obs

Filiale der Zukunft von Aldi Süd in München-Unterhaching

Die Lebensmittelhändler investieren immer mehr Geld in ihre Märkte.

DüsseldorfDer deutsche Handel investiert Milliardensummen in die bessere Ausstattung und Einrichtung der Läden. Das zeigt die Studie „Ladenmonitor 2017“ des EHI Research Institute aus Köln. Danach werden die Handelsunternehmen in Deutschland für die Einrichtung ihrer neuen Läden in diesem Jahr rund 1,37 Milliarden Euro ausgeben.

Besonders auffällig ist das in der größten Branche, dem Lebensmitteleinzelhandel. Hier sind die Einrichtungskosten für einen neuen Markt im Vergleich zu 2013 zwischen 5 und 6,3 Prozent gestiegen. Im Durchschnitt betragen sie jetzt bei Supermärkten 622 Euro für einen Quadratmeter Verkaufsfläche. Damit fallen beispielsweise bei einem Markt mit einer Fläche von 2000 Quadratmetern allein für die Inneneinrichtung mit Regalen, Beleuchtung, Kühltechnik und Kassen im Schnitt Kosten von mehr als 1,24 Millionen Euro an.

Die größten Discounter der Welt

Platz 10

Dollar Tree belegt den zehnten Platz unter den weltgrößten Discountern. Das US-Unternehmen erwirtschaftete 2014 6,8 Milliarden Euro.

Quelle: Planet Retail/Statista

Platz 9

Auch aus Skandinavien kommt ein Discounter, der es unter die Top Ten der weltgrößten geschafft hat: Rema 1000 gehört zum Konzern Reitangruppen. 2014 setzte das Unternehmen sieben Milliarden Euro um.

Platz 8

2014 generierte der US-Discounter Family Dollar einen Umsatz von 8,3 Milliarden Euro.

Platz 7

Der siebtgrößte Discounter der Welt heißt Biedronka, ist in Polen aktiv, gehört aber der portugiesischen Gruppe JMR Jerónimo Martins Retails. 2014 setzte die Kette 9,3 Milliarden Euro um.

Platz 6

Die sechstgrößte Discountkette der Welt stammt aus Spanien. Das Unternehmen mit dem Namen Dia (zu Deutsch „Tag“) setzte 2014 10,3 Milliarden Euro um.

Platz 5

Auf dem fünften Platz findet sich ein deutsches Unternehmen: Der Discounter Penny, der zur Rewe-Gruppe gehört. 2014 betrug der Umsatz des Discounters 12,1 Milliarden Euro.

Platz 4

Der viertgrößte Discounter der Welt ist Netto. Die Kette gehört zur Edeka-Gruppe und erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von 14,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Die US-Kette Dollar General verkaufte 2014 Waren im Wert von 15,0 Milliarden Euro.

Platz 2

Der Discounter Lidl, der zur Schwarz Gruppe gehört, belegt im Ranking der weltgrößten Discounter mit großem Abstand zum Drittplatzierten den zweiten Platz. 2014 betrug der Umsatz der Supermarktkette 62,7 Milliarden Euro.

Platz 1

Aldi Nord und Süd sind gemeinsam auf Platz eins im Ranking der weltweit größten Discounter. 2014 verkauften die beiden deutschen Unternehmen Artikel im Wert von 65,9 Milliarden Euro.

Kostentreiber sind neben dem Wunsch nach einer hochwertigen Optik hohe Investitionen in moderne Kältetechnik. Die großen Supermarktketten wie Edeka und Rewe haben hier mit ihren Frischetheken neue Standards gesetzt, die die Konkurrenz unter Druck setzen. Aber auch die Ausweitung des Angebots an Convenience-Produkten, also beispielsweise belegten Sandwiches oder fertig gemischten Salaten, haben den Bedarf an Kühltheken gesteigert.

Das gilt auch für die Discounter, die ohnehin bei der Inneneinrichtung und dem Angebot den Supermärkten immer ähnlicher werden. Nach Lidl und Aldi Süd investiert nun auch Aldi Nord erneut einen hohen Millionenbetrag in die Bereiche Obst und Gemüse und Backwaren. Nach Informationen der „Lebensmittelzeitung“ sollen in diesem Jahr noch 90 Märkte nach einem Frische-Konzept modernisiert werden, das am Standort Gladbeck getestet wurde.

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Massiv investiert auch Aldi Süd in den Ladenbau. Bis 2019 rüstet der Discounter alle rund 1860 Filialen in Süd- und Westdeutschland im neuen Design um. Es geht um weit mehr als um Regale statt Paletten: So wird es künftig sogenannte Cool-Boxen mit gekühlten Snacks und Getränken geben, digitale Bildschirme oder auch Kundentoiletten. Für das neue Filialkonzept hat das Unternehmen sogar den diesjährigen German Brand Award gewonnen.

Kommentare (24)

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Herr Vinci Queri

15.09.2016, 12:50 Uhr

>> Der deutsche Handel investiert Milliardensummen in die bessere Ausstattung und Einrichtung der Läden >>

Dadurch kann dieser Einzelhandel die verlorengegangene Vielfalt, Qualität , niedriges Preisniveau und Chemiefreiheit von Lebensmittel NICHT wett machen !

Der Einheitsbrei der schäbigen Qualität , Verseuchung durch Pestizide, Antibiotika, etc. hat sich in der Lebensmittelbranche genauso breit gemacht, wie in der Politik auch !

Was zählt....ist schon längst die Verpackung und NICHT der Inhalt.

Herr Peter Lustig

15.09.2016, 12:58 Uhr

Scheinen ja genug Geld zu verdienen (uns aus der Tasche zu ziehen). Von nichts kommt ja bekanntlich nichts.
Bald haben wir nur noch genveränderte Produkte in der Küche. Die Wirtschaft freut sich und dann kommen wieder tolle Meldungen wie: "Deutsche Handelsunternehmen investieren Milliardensummen in ihre Läden"

Herr Thomas Behrends

15.09.2016, 13:00 Uhr

@ Herr Vinci Queri

Völlig richtig; früher (in den 1960er-1990er Jahren) haben wir in schummerig beleuchteten ALDI-Läden eine übersichtliche Auswahl von preiswerten Produkten kaufen können.

Heute hat man das Gefühl, als wenn man in eine Discothek geht und förmlich geblendet von den vielen Non-Food-Artikeln nach hause geht.

Besser ist durch diesen Marketing-Firlefanz nichts geworden.

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