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18.06.2015

15:04 Uhr

Edeka, Rewe, Aldi

Millionen-Kartellstrafen gegen Supermärkte und Hersteller

Wegen verbotener Ladenpreisbindung bei Markenprodukten hat das Kartellamt 151,6 Millionen Euro an Strafen gegen Einzelhändler und Hersteller verhängt. Betroffen davon sind zahlreich bekannte Unternehmen.

Das Bundeskartellamt hat gegen Händler und Hersteller Bußgelder in Höhe von 151,6 Millionen Euro verhängt. dpa

Preisabsprachen im Supermarkt

Das Bundeskartellamt hat gegen Händler und Hersteller Bußgelder in Höhe von 151,6 Millionen Euro verhängt.

BonnIllegale Preis-Kontrollen mit Excel-Tabelle, Bonus-Ausschüttungen unter der Ladentheke und Boykott-Drohungen gegen widerspenstige Händler - das Bundeskartellamt hat eine Serie von Preiskartellen in deutschen Supermärkten aufgedeckt, die Verbraucher nur ins Staunen bringen können.

Bei massenhaft verkauften Produkten wie Kaffee und Schokolade, Lakritz, Körperpflegemitteln und Tierfutter haben Hersteller ab 2004/2005 jahrelang mit den großen Handelsketten die Endverkaufspreise abgesprochen.

Kommentar zur Kartellstrafe: Eine entlarvende Dokumentation der Dreistigkeit

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Eine entlarvende Dokumentation der Dreistigkeit

Lebensmittelkunden sollten die Wettbewerbshüter lieben. Denn nur sie können offenbar verhindern, dass im Handel schamlos Preise abgesprochen werden. Und Aldi will sich sogar noch als Opfer präsentieren. Ein Kommentar.

Das nützte beiden Seiten: Die Hersteller konnten überhöhte Preise in den Markt drücken und vor allem notwendige Preiserhöhungen leichter durchsetzen. Die Handelsketten sicherten mit den Deals ihre Margen ab. Überraschende Aktionen der Konkurrenz, die sonst im aggressiven Preiskampf des Lebensmitteleinzelhandels zum täglichen Geschäft gehören, waren damit kaum mehr möglich.

Die Hersteller und teils auch die Händler selbst kontrollierten mit regelmäßigen Marktdurchgängen, ob sich auch alle an die Absprachen hielten. Wenn ja, gab es großzügige Boni, Rückvergütungen und Rabatte der Hersteller, gern als „Werbekostenzuschüsse“ deklariert.

Wenn einzelne Händler Waren doch mal „zu billig“ anboten, klingelte schnell das Telefon, wie das Kartellamt berichtet: Alle seien doch gemeinsam an einer hohen Wertschöpfung interessiert und niemand wolle einen „Flächenbrand“ zu niedriger Preise, argumentierte in einem Fall zum Beispiel der Lakritzhersteller Haribo. Wenn Händler sich davon nicht überzeugen ließen, mussten sie mit Bonuskürzungen und im schlimmsten Fall mit einem Stopp der Belieferung rechnen.

Kommentare (2)

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Herr Andreas Glöckner

18.06.2015, 13:09 Uhr

Die deutschen Anwaltskanzleien müssen keine Bilanzen offenlegen. Aber jedes große Unternehmen wird bestraft, wenn etwas in seinen Bilanzen nicht stimmt. Die richtigen Unternehmen legen also ihre Bilanzen offen. Die deutschen Anwaltskanzleien nicht.

Alle Berufe haben eine Berufsbezeichnug und eine entsprechende Berufsausbildung. Das gilt nicht für die Rechtsanwaltsgehilfen und Notarhilfen. Die haben noch nicht mal einen Tarif. Daran wird erst seit 2007 gearbeitet, ein Ergebnis ist nicht in Sichtweite.

Die großen Kanzleien binden die meisten und schwerwiegensten Mandanten. Die kleinen Kanzleien gehen leer aus. Ich kann den Unternehmen nur raten, kündigt diesen Kanzleien oder lassen Sie deren Verräge auslaufen. Suchen Sie sich kleine Kanzleien.

Das Aushängeschild der deutschen Jurisprudenz ist die freiheitlich demokratische Rechtsordnung. Damit ist das Wahlrecht das größte Gut. Tatsächlich lebt die Demokratie von 70% Wahlbeteiligung aus den Bundestagswahlen und von 50% aus den Landtagswahlen. Kein Unternehmen kann sich eine 50% - 70% ige Auslastung leisten. Die Juristen interessiert es nicht.

Zum Abschluss stehen dann da noch 2 Bill. Euro Staatsverschuldung, die der Finanzstaat angehäuft hat. Dahinter stehen Juristen, die nicht mit Geld umgehen können. Norbert Walter-Borjans ist Sozialwissenschaftler. Kein Volkswirt und kein Jurist. Und genau der kümmert sich dann um die Steuervermeidung. Die Juristen mussten sich selbst eine Schuldenbremse verordnen, damit die Steuervermeidung endlich aufhört.

Mit dem Urteil gegen den Einzelhandel schießt der deutsche Rechtsstaat den seinen eigenen Vogel ab. Alle Händler sind froh, dass die "Geiz ist Geil" -Mentalität endlich aufhört, Lebensmittel dürfen nicht noch billiger werden, angesichts der zahlreichen chemischen Belastungen. Jetzt kommt das Kartellamt und schlägt der gesamten Branche vor den Kopf.

Darum sag ich: Schmeißt die Großkanzleien raus. Wir brauchen mehr Richter und mehr Staatsanwälte.

Herr Andreas Glöckner

18.06.2015, 13:19 Uhr

Der Beck- Verlag hat ein Monopol errichtet. Schauen Sie sich das mal an. Bitte.

Und genau die bestimmen über Kartelle.

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