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27.02.2015

19:18 Uhr

Edeka und Tengelmann

Kartellamt gewährt mehr Zeit

Die Einzelhandelsriesen Edeka und Tengelmann bekommen vom Kartellamt mehr Zeit für ihre geplante und sehr umstrittene Übernahme. Die Händler sind wohl zu Zugeständnissen bereit.

Bei Tengelmann und Edeka einkaufen: Die Firmen wollen einen Schritt auf die Wettbewerbshüter zugehen, die Bedenken wegen der Übernahmepläne angemeldet hatten. dpa

Edeka vs. Tengelmann

Bei Tengelmann und Edeka einkaufen: Die Firmen wollen einen Schritt auf die Wettbewerbshüter zugehen, die Bedenken wegen der Übernahmepläne angemeldet hatten.

DüsseldorfDie Einzelhandelsriesen Tengelmann und Edeka haben bei der umstrittenen Fusion ihrer Supermarktkette Zeit gewonnen. Das Kartellamt gewährte ihnen am Freitag eine Fristverlängerung und prüft die umstrittenen Pläne nun bis zum 7. April. Die Beteiligten hätten Vorschläge unterbreitet, die die Behörde nun begutachten werde, sagte ein Sprecher am Freitagabend. Damit wollen Edeka und Tengelmann die Bedenken des Kartellamts zerstreuen. In Branchenkreisen hatte es zuvor geheißen, die beiden Unternehmen bereiteten Zugeständnisse vor, mit denen sie die Bedenken des Bundeskartellamts gegen die geplante Übernahme der Kaiser's Tengelmann-Supermärkte durch Edeka zerstreuen wollen. Sprecher von Edeka und Tengelmann wollten diese Angaben nicht kommentieren.

Das Kartellamt hatte erst Mitte Februar Bedenken gegen eine Übernahme von Kaiser's Tengelmann mit 451 Supermärkten und rund 16.000 Mitarbeitern durch Branchenprimus Edeka signalisiert und deutlich gemacht, dass es die Pläne nach derzeitigem Stand untersagen würde. Der Chef des Konkurrenten Rewe, Alain Caparros, hatte in einem Reuters-Interview gewarnt, ein Zusammenschluss der Kaiser's Tengelmann- und der Edeka-Supermärkte werde den Wettbewerb in Deutschland einschränken: „Der Größte am Markt würde damit weiter gestärkt und der Abstand zum Wettbewerb ausgebaut.“

Edeka und Tengelmann können versuchen, die Wettbewerbshüter mit Zugeständnissen umzustimmen und sich mit der längeren Prüffrist eine Atempause zu verschaffen. So könnten sie etwa anbieten, Supermärkte an Wettbewerber zu veräußern. Ursprünglich hatte das Kartellamt bis zum 6. März eine Entscheidung verkünden wollen. Rewe-Chef Caparros hatte etwa einen Einstieg eines dritten Unternehmens, das auch aus dem Ausland stammen könnte, ins Spiel gebracht. Es gebe sicherlich ein bis zwei Investoren, die großes Interesse hätten: „Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, dass Kaiser's gut zur Schweizer Migros passen könnte, die die Läden mit der zugekauften Kette tegut verknüpfen könnte."“

Von

rtr

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