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13.11.2013

21:25 Uhr

Eigene Ziele verfehlt

Air Berlin setzt der Konkurrenzkampf zu

Air Berlin kann seine Ergebnisziele nicht erreichen: In den sonst lukrativen Sommermonaten nimmt die Airline weniger ein als erwartet. Und auch für den Winter rechnet Airline-Chef Prock-Schauer mit Schwierigkeiten.

Sparprogramm zeigt erste Ergebnisse

Air Berlin erreicht knapp schwarze Zahlen

Sparprogramm zeigt erste Ergebnisse: Air Berlin erreicht knapp schwarze Zahlen

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FrankfurtAir Berlin macht der harte Konkurrenzkampf zu schaffen: Zwar flog Deutschlands zweitgrößte Fluglinie im Sommer einen Gewinn ein, doch das Ergebnis blieb hinter den eigenen Erwartungen zurück. „Auch wenn das dritte Quartal ordentlich gelaufen ist, konnten wir unsere Ergebnisziele nicht erreichen“, erklärte Unternehmenschef Wolfgang Prock-Schauer am Mittwoch. Die Fortschritte bei der Sanierung des Konzerns würden durch den harten Preiskampf zunichte gemacht. „Darüber hinaus werden wir es mit einem schwierigen Winterhalbjahr zu tun haben.“

Fluggesellschaften fliegen in der Regel den Großteil ihrer Gewinne in der Hauptreisezeit im Sommer ein. Auch Air Berlin schaffte es in die schwarzen Zahlen, nachdem in den ersten beiden Quartalen noch Verluste zu Buche standen. Das operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich im dritten Quartal um 14 Prozent auf 115,6 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 101 Millionen Euro. Doch ein Kapitalpolster hat Air Berlin weiterhin nicht. Das Eigenkapital war zum 30. September mit minus 6,1 Millionen Euro negativ, die 312 Millionen Euro an liquiden Mitteln seien jedoch ausreichend, erklärte die Fluggesellschaft.

Nach einer übereilten Expansion und hohen Verlusten hat sich Air Berlin eine Rosskur verordnet, zahlreiche unrentable Strecken wurden gestrichen. Infolge dessen schrumpfte der Umsatz zwischen Juli und September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,5 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Dem rigiden Sparkurs soll jede Zehnte der einst 9000 Stellen zum Opfer fällt. Bislang wurden 562 Stellen abgebaut.

Das Sanierungsprogramms namens Turbine werde die für 2013 geplanten Einsparungen bringen, doch reiche das nicht aus, sagte Prock-Schauer. Um die vom Markt erwarteten Ergebnisse für 2013 auch nur annähernd zu erreichen, setzt der Air-Berlin-Chef auf Einmaleffekte und sonstige betriebliche Erträge. Was er genau plant, ließ er am Mittwoch offen. In der Vergangenheit hatte Air Berlin Flugzeuge veräußert und sein Vielfliegerprogramm an den Großaktionär Etihad verkauft, um an Geld zu kommen. Bislang wurde Air Berlin von Etihad finanziell über Wasser gehalten. Die aggressiv wachsende Fluglinie aus Abu Dhabi hält knapp 30 Prozent an Air Berlin.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.



Von

rtr

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