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04.01.2013

09:59 Uhr

Eigenmarken

Der Absatz brummt von „Birkenhof“ bis „Gut & Günstig“

VonIna Karabasz

Der Umsatz großer Handelsketten mit Produkten unter eigenem Logo legt weiter zu – von Bio-Hackfleisch über Gewürzgurke bis Lachsfilet. Das schmerzt die Markenhersteller. Aber auch Aldi bereitet das Kopfschmerzen.

Kunden greifen immer häufiger zu den Eigenmarken der Supermärkte. dpa

Kunden greifen immer häufiger zu den Eigenmarken der Supermärkte.

DüsseldorfEine Traditionsmarke als Aufstehmännchen: Der Süßwarenhersteller Bahlsen kündigte im Sommer 2012 an, ab diesem Jahr keine Spekulatius, Lebkuchenherzen oder anderes Weihnachtsgebäck in Deutschland verkaufen zu wollen. Der Preisdruck durch die Eigenmarken der Supermärke sei einfach zu hoch.

Mitte Dezember nimmt Bahlsen die Ankündigung dann wegen einer „Flut von Verbraucherreaktionen“ wieder zurück. Ob es tatsächlich so viele Beschwerden gab oder alles ein PR-Coup war, ist nicht klar – sicher ist aber, dass die Konkurrenz durch günstige Handelsmarken zunehmend an der Marge der Markenartikler knabbert.

Die Unternehmensberatung Roland Berger geht davon aus, dass der Anteil von Eigenmarken am Gesamtangebot der Supermärkte in den kommenden Jahren auf rund 45 Prozent steigen wird. Der Grund ist einfach: Eigene Produkte versprechen den Händlern bis zu 25 Prozent höhere Margen. Im umkämpften Einzelhandel sind das Welten. Und auch für die Kunden spring dabei etwas heraus. Die Produkte sind rund 15 Prozent günstiger als der Durchschnitt.

Die größten Einzelhändler der Welt

Platz 10

Best Buy (USA)

Das US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2010 betrug 50,27 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2010 über einen Umsatz von 67,42 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 68 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 77,95 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2010 gigantisch aus.

Platz 6

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2010 setzte der Lebensmittelhändler 82,19 Milliarden Dollar um.

Platz 5

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 89,08 Dollar im Jahr 2010 ebenfalls einen Spitzenplatz.

Platz 4

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit betreiben die Briten 5390 Supermärkte Großbritannien 94,185 4,104 384.389 Einzelhandel Philip Clarke

Platz 3

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Die Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2010 rund 96,4 Milliarden Dollar um.

Platz 2

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit 471.755 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2010 einen Umsatz von 120,3 Milliarden Dollar. Nur ein Einzelhändler setzte mehr um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 421,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2010 um - bei einem Gewinn von 16 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern 2,1 Millionen Angestellte.

Der Discounter Netto ist selbsternannter Vorreiter dieser Entwicklung. Von den 3500 Produkten in seinem Sortiment laufen rund fünfzig Prozent unter eigenem Logo. Die Strategie zieht: Sortimentsübergreifend habe sich der Umsatz der Eigenmarken gut entwickelt, sagt eine Sprecherin des Unternehmens. Besonders beliebt sind Milch, Joghurt und andere Molkereiprodukte von „Gutes Land“.

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Auch Edeka bietet derzeit mehr als 3400 Artikel als Eigenmarke an, alleine 1150 Produkte unter dem Etikett „Gut&Günstig“. Tendenz: steigend. „Insgesamt wächst nicht nur die Anzahl unserer Eigenmarken-Artikel“, sagt eine Sprecherin, „sondern auch der Umsatz.“

Wie hoch dieser Umsatz genau ist, wollen die meisten Händler nicht veröffentlichen. Ausnahmen bilden Tengelmann und Metro. Tengelmann schätzt, dass Eigenmarken im Jahr 2012 etwa 439 Millionen Euro erwirtschaftet haben. Das entspräche einem Zuwachs von 2,2  Prozent gegenüber dem Vorjahr.  Größter Umsatztreiber der eigenen Produkte war gemischtes Hackfleisch von „Birkenhof“, am absatzstärksten waren „Mein Gärtner“-Gurken.

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Im gesamten Metro-Konzern – zu dem auch die Kette Real gehört – hat der Umsatz mit Eigenmarken in den ersten neun Monaten vergangenen Jahres um zehn Prozent zugenommen und kommt so auf 5,5 Milliarden Euro. Bei den „Metro Cash & Carry“-Märkten in Deutschland machen eigene Produkte wie „Aro“ – besonders beliebt Rapsöl, Kopierpapier und Teelichte – und „Horeca Select“ mit dem Kundenliebling Lachsfilet über 25 Prozent des Gesamtumsatzes aus. „Die Tendenz ist weiter steigend“, heißt es von Metro.

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