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24.04.2013

20:21 Uhr

„Ein Desaster“

Ryanair-Chef O'Leary sagt Mehdorn ab

Europas größter Billigflieger Ryanair will seine Flotte bis 2018 um ein Drittel aufstocken. Den unvollendeten Hauptstadtflughafen in Berlin dürften die Flugzeuge in näherer Zukunft aber nicht anfliegen.

Der Hofnarr der Fluggesellschaften: Ryanair-Chef Michael O'Leary ätzt noch vor der Fertigstellung gegen den Berliner Hauptstadtflughafen. dapd

Der Hofnarr der Fluggesellschaften: Ryanair-Chef Michael O'Leary ätzt noch vor der Fertigstellung gegen den Berliner Hauptstadtflughafen.

FrankfurtEuropas größter Billigflieger Ryanair will der Lufthansa in Deutschland noch stärker auf die Pelle rücken. "Wir wollen in Deutschland fünf bis sechs neue Airports bedienen", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Die Airline führe derzeit mit insgesamt 20 deutschen Flughäfen Gespräche. Dazu zählt nicht der der geplante neue Berliner Flughafen.

Trotz der Wachstumspläne werde Ryanair Berlin in Zukunft voraussichtlich nicht mehr anfliegen, weil die Flughafengebühren an dem neuen Airport zu hoch seien, sagte der Ire. Der Hauptstadtflughafen, für den nach mehreren Verschiebungen noch kein neuer Eröffnungstermin feststeht, sei "ein Desaster".

Derzeit steuert Ryanair hierzulande 13 Flughäfen an. Ryanair hat im März 175 weitere Boeing-Passagierjets bestellt und will seine Flotte dadurch bis zum Jahr 2018 um ein Drittel aufstocken. Ziel sei es, die jährliche Passagierzahl binnen zehn Jahren von rund 80 Millionen auf 130 Millionen Kunden zu steigern, sagte O'Leary.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Von

rtr

Kommentare (3)

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btw

24.04.2013, 23:40 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Christianteub

25.04.2013, 01:57 Uhr

Flughafengebühren zu hoch? Natürlich! So ein Flughafen kann eigentlich auch prima vom Steuerzahler finanziert werden, damit beim Billigflieger die Margen stimmen. (siehe Flughafen Hahn, 15 Mio Subvention vom Land Rheinland-Pfalz jedes Jahr, und musste kürzlich mit weiteren Notkrediten vor der Pleite gerettet werden)
Der Hofnarr ist nicht O'Leary, das sind wir!

traveler72

09.05.2013, 13:47 Uhr

Vom Handelsblatt hätte ich etwas mehr Recherche erwartet.

Air Berlin betreibt zum einen rund 150 Flugzeuge und nicht 98, wie von Ihnen angegeben.
Ausserdem ist sie spätestens seit dem Einstieg in die Oneworld und der Beteiligung durch Etihad, keine Billiggesselschaft mehr, da sie sich teils an deren Standards angepasst hat.
Auf Langstrecke hat nun auch jeder ECO Platz ein Inseatvideo, alkoholische Getränke sind frei, die Business Class wird gerade der der Etihad angepasst.

Auf Kurz und Mittelstrecken, gibt es immerhin einen kostenlosen Snack, ausserdem hat eine A320 bei Air Berlin im Gegensatz zu den Billigfliegern eine Sitzreihe weniger, um damit mehr Platz insgesamt zu schaffen.

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