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31.05.2013

18:54 Uhr

Ein Monat rauchfrei in NRW

Endlich Nichtraucher!

VonMaike Freund, Tobias Döring, Dana Heide, Sebastian Ertinger

Gemischte Bilanz zum Weltnichtrauchertag: Seit einem Monat gilt das Nichtraucherschutzgesetz in Nordrhein-Westfalen. Die Ordnungsämter sind ganz zufrieden, doch die Gastronomie klagt über sinkende Umsätze.

In NRW ist das Rauchen in Kneipen und Diskotheken seit einem Monat streng verboten.

In NRW ist das Rauchen in Kneipen und Diskotheken seit einem Monat streng verboten.

DüsseldorfAlex flucht, denn es regnet. Mal wieder. Und das heißt für ihn: Er steht auf der Ratinger Straße in der Düsseldorfer Altstadt vor der Kneipe und wird nass. Denn er will rauchen. Noch vor einem Monat waren die Regelungen in Nordrhein-Westfalen eher lax, doch seit 1. Mai gilt: Egal ob ehemals Raucherclub oder Shisha-Café: Rauchen in Kneipen ist verboten. Wer dennoch raucht, dem droht ein Bußgeld. Und so muss Alex raus in den Regen. „Eigentlich finde ich es O.K., dass ich draußen rauchen muss“, sagt er. Wenn nur das schlechte Wetter nicht wäre.

Dass es in Nordrhein-Westfalens Kneipen und Diskotheken keine dicke Luft mehr gibt, ist für die meisten Nichtraucher hingegen ein Fest, nicht nur am heutigen Weltnichtrauchertag. Schon beim Champions-League-Finale herrschte Rauchfreiheit in den Gaststätten des bevölkerungsreichsten Bundeslandes. Zur guten Luft am Fußballabend kam die positive Überraschung am nächsten Morgen: Die Haare riechen nicht nach Kneipe, T-Shirt und Jeans können nochmal übergestreift werden. Und so fällt die Bilanz zum Nichtrauchertag des ersten rauchfreien Monats in NRW positiv aus – wenigstens auf Seiten der Nichtraucher.

Mit dem Gesetz – neben Bayern ist es das härteste in Deutschland – sollte der Nichtraucherschutz in NRW vor allem pragmatischer werden, sagte eine Sprecherin des NRW-Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) Handelsblatt Online. Man habe mit dem Gesetz eine bis dahin bestehende Grauzone geschlossen.

Der Wirt ist dafür verantwortlich, dass das strikte Nichtrauchergesetz eingehalten wird. Er muss auch auf Hinweise von Kunden reagieren. In zweiter Instanz können sich Bürger auch ans örtliche Ordnungsamt wenden, die können nun Bußgelder von bis zu 2.500 Euro erheben. Überprüfen, wie hoch die Anzahl der Beschwerden in NRW ist, will man auf Landesebene vorerst nicht.

Das scheint auch nicht nötig. Jedenfalls aus Sicht der Städte. In Düsseldorf beispielweise „stößt das Gesetz auf breite Akzeptanz“, sagt Ordnungsamtsleiter Michael Zimmermann. Nur 15 Beschwerden von Bürgern habe es in den ersten vier Wochen gegeben. Auch in anderen Städten in NRW ist die Lage ruhig. „In Aachen gab es viel weniger Beschwerden als bei der Gesetzesänderung 2008“, sagt Ordnungsamtsleiter Detlev Fröhlke.

Damals seien es bis zu 70 in den ersten Wochen gewesen. „Nun sind die Beschwerden fast vollständig ausgeblieben.“ Auch bei Kontrollen durch das Ordnungsamt seien sie bisher nur auf zwei Verfehlungen gestoßen. Seine Bilanz: Das Nichtraucherschutzgesetz macht sich positiv bemerkbar.

Kommentare (23)

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Account gelöscht!

31.05.2013, 19:01 Uhr

Die deutsche Gatronimie wird bald erkennen, dass es neben der Tatsache, dass weniger oft renoviert werden muss, noch andere Vorteile gibt.

In den USA sowie vielen anderen Länderngibt es seit vielen Jahren einen noch viel restriktiveren Nichtraucher-Schutz. Trotdem sind die Bars und Restaurants immer brechend voll.

Account gelöscht!

31.05.2013, 19:08 Uhr

Wen interessieren denn die Umsätze in der Gastronomie? Hier geht es um die Umsetzung parteipolitscher Ziele. Da kann man doch keine Rücksicht auf die Wirtschaft oder auf ein paar Kneipen nehmen. Wann kapieren das diese Leute endlich mal ...

pool

31.05.2013, 19:24 Uhr

Das Regime ist fanatisch, und Fanatismus macht betriebsblind. Nicht nur, dass immer mehr Menschen direkt nach Brüssel schauen, weil sie betroffen werden von den Zwangsvorstellungen nameloser Komissionen, ein Regime schwächt mit Fanatismus auch seine Macht.
Brüssel scheint sich nicht ganz klar darüber zu sein, dass es wie ein Elephant im Prozellanladen wütet, ihm mangelt auch physischer Kraft, seinen Willen im Ernstfall durchzusetzen.

Auf die braunen Antifa-Horden sollte es nicht bauen. Das sind nur Söldner, die wankelmütig sind, die auch gern gegen Banken vorgehen.

Brüssel ist nicht mal in der Lage, freie Marktwirtschaft zu simmulieren. Der Gastwirt alleine muss entscheiden dürfen, welches Publikum er bewirten will. Und wenn es sich um Raucher handelt, ist das ganz und gar sein Bier. Hätte einen Veganerladen konzipiert, hätte er sich dafür entschieden und nicht für eine Eckkneipe.

Brüssel tötet allen den Nerv.





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