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30.01.2015

15:49 Uhr

Einigung steht bevor

EVG verzichtet auf Streiks bei der Bahn

„Wir haben uns durchgesetzt“, verkündet die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Damit kann auch die Deutsche Bahn aufatmen, neue Streiks scheinen so vom Tisch. Die Bahn zahlt dafür sogar einen Vorschuss.

Die Bahn entkommt wohl einer erneuten Streikwelle. dpa

Warnstreiks bei der Bahn

Die Bahn entkommt wohl einer erneuten Streikwelle.

FrankfurtWarnstreiks bei der Deutschen Bahn sind vorerst abgewendet. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) erklärte am Freitag, sie werde zunächst nicht zu Ausständen aufrufen. Kurz zuvor hatte die Bahn eine von der Gewerkschaft geforderte Abschlagszahlung an die Mitarbeiter in Vorgriff auf den ausstehenden Tarifabschluss zugesagt. „Wir haben uns durchgesetzt“, erklärte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner.

Nach der Androhung von Warnstreiks durch die EVG hatte die Bahn am Freitagmittag angekündigt, ihren Mitarbeitern einen Vorschuss auf den Tarifabschluss zu zahlen. Die Mitarbeiter aus den Bereichen Eisenbahnverkehr und Infrastruktur bekommen demnach jeweils 750 Euro. Für den Dienstleistungsbereich, dessen Tarifverträge erst später ausgelaufen waren, seien es 300 Euro. Nachwuchskräfte bekommen den Angaben zufolge jeweils 46 Prozent der Zahlungen für ihren Unternehmensbereich.

Kleine Gewerkschaften mit großer Macht

Vereinigung Cockpit (VC)

Der „Verband der Verkehrsflugzeugführer und Flugingenieure in Deutschland“ setzt sich für die Interessen von rund 9300 Cockpit-Besatzungsmitgliedern aus allen deutschen Airlines und von Verkehrshubschrauberführern ein.


Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF)

Zu den etwa 3900 Mitgliedern gehören Lotsen in den Towern, bei der militärischen Flugsicherung und bei den Vorfeldkontrollen.

Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo)

Nach eigenen Angaben ist sie die einzige deutsche Gewerkschaft, die sich ausschließlich für das fliegende Kabinenpersonal einsetzt. Die Ufo hat gut 10 000 Mitglieder.

Arbeitnehmergewerkschaft im Luftverkehr (AGiL)

Die erst Ende 2012 gegründete Gruppierung gilt als neuer Machtfaktor im Lufthansa-Konzern. Nach eigenen Angaben vertritt sie alle Beschäftigten von Fluggesellschaften, Airportbetreibergesellschaften und Dienstleistungsunternehmen mit Bezug zur Luftfahrtbranche.

Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)

Sie hat rund 34.000 Mitglieder und ist Tarifpartner der Deutschen Bahn und mehrerer Privatbahnen. Nach eigenen Angaben organisiert sie mehr als 80 Prozent der Lokomotivführer und zahlreiche Zugbegleiter.

Marburger Bund (MB)

Die nach eigenen Angaben einzige tariffähige Ärztegewerkschaft in Deutschland kämpft unter anderem für bessere Arbeitsbedingungen ihrer rund 115 000 Mitglieder in Kliniken.

Die Forderungen der EVG seien damit erfüllt, erklärte Kirchner. Nun müsse die Bahn „zügig“ in die eigentlichen Verhandlungen für eine Lohnerhöhung eintreten. Kirchner bekräftigte die Forderung seiner Gewerkschaft nach sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro im Monat. Einen neuen Gesprächstermin beider Seiten gibt es laut Deutscher Bahn noch nicht.

In dem langwierigen Tarifkonflikt verhandelt die Bahn jeweils separat mit der EVG und der konkurrierenden Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), nachdem sich die drei Parteien nicht auf die Modalitäten für gemeinsame Gespräche einigen konnten. Die Bahn strebt trotzdem Tarifabschlüsse an, die für gleiche Berufsgruppen gleiche Bedingungen vorsehen.

Von

afp

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