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17.04.2013

11:23 Uhr

Einzelhändler Tesco

Briten verbrennen sich die Finger in Amerika

Mit Investitionen in den USA haben deutsche Firmen wie Thyssen-Krupp oder Deutsche Post schlechte Erfahrungen. Der britische Einzelhändler Tesco erleidet ein ähnliches Schicksal – und könnte Hilfe bei Deutschen suchen.

Eine Filiale der Tesco-Marke „Fresh & Easy“ in Kalifornien. Reuters

Eine Filiale der Tesco-Marke „Fresh & Easy“ in Kalifornien.

LondonDer Stahlkonzern Thyssen-Krupp sucht einen Käufer für sein US-Werk in den USA, das für Milliardenverluste mitverantwortlich ist. Die Deutsche Post stieß einst groß in das Express-Paketgeschäft ein und musste kleinlaut den Vorstoß beenden. Und die Deutsche Telekom versucht derzeit durch eine Fusion mit dem kleineren Konkurrenten Metro PCS das US-Mobilfunkgeschäft T-Mobile zu stützen.

Die Finger in den USA hat sich auch der größte britische Einzelhändler Tesco verbrannt. Seit 2007 hatte der Konzern über 200 Filialen unter dem Namen Fresh & Easy im Westen der USA eröffnet. 5000 Mitarbeiter sind dort tätig, doch jetzt bläst Tesco zum Rückzug. Etwa 1,2 Milliarden Pfund (1,4 Milliarden Euro) wird der Rückzug das Ergebnis drücken.

So verteilen sich die Aldi-Filialen über die Welt

Deutschland

Den Heimatmarkt haben sich Aldi Nord und Aldi Süd aufgeteilt. Hier hat Aldi Nord deutlich mehr Filialen. Das Unternehmen mit Sitz in Essen kommt auf rund 2500 Geschäfte. Aldi Süd mit Sitz in Mülheim an der Ruhr kommt auf mehr als 1800 Filialen.

Australien

Auf mehr als 295 Geschäfte kommt Aldi Süd in Australien. Seit dem Jahr 2001 hat das Unternehmen dort die Expansion vorangetrieben.

Belgien

In Belgien ist Aldi seit dem Jahr 1976 vertreten. Aldi Nord betreibt im Benelux-Land mehr als 440 Filialen.

Dänemark

Unter dem Namen „Aldi Marked“ gibt es Aldi Nord auch in Dänemark. Der Markteinstieg erfolgte 1977, heute kommt Aldi im Nachbarland auf mehr als 230 Filialen.

Frankreich

Eins der größten Aldi-Länder ist Frankreich. Aldi Nord ist dort seit 1988 aktiv und betreibt mehr als 920 Filialen unter dem Namen „Aldi Marché“.

Irland

Den Einstieg auf der grünen Insel wagte Aldi erst 1999. In Irland ist Aldi Süd vertreten und zählt dort mittlerweile mehr als 95 Filialen.

Großbritannien

Mehr als 470 Filialen hat Aldi Süd in Großbritannien. Seit 1990 ist der Discounter dort vertreten.

Luxemburg

Im kleinen Benelux-Land ist Aldi seit dem Jahr 1991 vertreten. Aldi Nord zählt in Luxemburg ein Dutzend Geschäfte.

Niederlande

Die Niederlande waren das erste Land, in das Aldi Nord expandiert. Seit dem Jahr 1973 sind dort mehr als 500 Filialen entstanden.

Österreich

Aldi Süds Markteintritt in Österreich erfolgte bereits 1968. In der Alpenrepublik hat der Discounter mehr als 440 Filialen, die dort „Hofer“ heißen.

Polen

Relativ neu ist Aldi in Polen. Im Nachbarland ist Aldi Nord erst seit 2008 vertreten. Mittlerweile haben dort mehr als 70 Filialen geöffnet.

Portugal

Mehr als 30 Geschäfte betreibt Aldi Nord in Portugal. Dort ist der Discounter seit dem Jahr 2006 aktiv.

Schweiz

Man glaubt es kaum, aber die Schweiz ist erst seit wenigen Jahre „Aldi-Land“. Seit 2005 expandiert Aldi Süd in die Alpenrepublik. Dort gibt es inzwischen mehr als 160 Filialen, die unter „Aldi Suisse“ laufen.

Slowenien

Slowenien ist Aldi Süd-Land. Dort ist die Kette seit dem Jahr 2005 aktiv. Mehr als 65 Filialen gibt es mittlerweile unter dem Namen „Hofer“.

Spanien

Im Krisenland Spanien eröffnete die erste Aldi-Filiale im Jahr 2002. Aldi Nord kommt dort inzwischen auf mehr als 260 Geschäfte.

Ungarn

In Ungarn ist Aldi Süd noch nicht allzu lange vertreten. Im Jahr 2008 erfolgte der Markteintritt. Inzwischen kommt Aldi dort auf die Zahl von mehr als 85 Geschäften.

USA

Nach Deutschland sind die USA das Aldi-Land mit den meisten Filialen. Aldi Süd ist dort seit 1976 vertreten und betreibt mehr als 1230 Filialen. Dazu kommen rund 470 Filialen von Aldi Nord, die dort Traeder Joe's heißen.

Quelle: Unternehmen, Stand: 4. April 2013

Erstmals seit 20 Jahren meldete Tesco einen Gewinnrückgang, zu dem auch ein Umbau des Europageschäfts beiträgt. Das Vorsteuerergebnis im Geschäftsjahr bis zum 13. Februar 2013 brach um mehr als die Hälfte auf umgerechnet 2,28 Milliarden Euro ein. Der Weg des Ausstiegs aus den USA ist noch nicht geklärt. Ein Verkauf könnte eine Möglichkeit. Die britische Zeitung Telegraph hatte kürzlich spekuliert, dass der deutsche Discounter Aldi ein möglicher Käufer sein könnte. Der betreibt bereits über 1200 Filialen im Land, unter anderem unter der Marke „Trader Joe's“.

Auch in Großbritannien richtet Tesco das Geschäft neu aus. Um die Kunden wieder stärker in die Geschäfte zu locken, wurden die Läden renoviert, in Service investiert und der Anteil an Eigenmarken ausgebaut. Der Konzernumsatz verbesserte sich im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent auf 64,8 Milliarden Pfund (75 Milliarden Euro). Tesco hat in der Heimat zuletzt Marktanteile verloren.

Größte Einzelhändler weltweit (Umsatz 2012)

Platz 10

Best Buy (USA)

Die US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota, sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2012 betrug 50,7 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2012 über einen Umsatz von 71,6 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 74,8 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit beschäftigen die Briten 520.000 Mitarbeiter und machten 2012 einen Umsatz in Höhe von 83,5 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft mit 5.000 Beschäftigen will Tesco abstoßen.

Platz 6

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 87,8 Milliarden Dollar im Jahr 2012 ebenfalls einen Spitzenplatz, auch wenn das Unternehmen mit Schwierigkeiten kämpft.

Platz 5

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2012 setzte der Lebensmittelhändler 96,8 Milliarden Dollar um.

Platz 4

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 99,1 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2012 gigantisch aus.

Platz 3

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit fast 500.000 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2011 einen Umsatz von 104 Milliarden Dollar.

Platz 2

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Der Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2012 rund 123 Milliarden Dollar um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 443,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2012 um - bei einem Gewinn von 15,7 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als zwei Millionen Mitarbeiter.

Quelle: Eigene Recherche.

In das US-Geschäft hatte Tesco etwa 1,16 Milliarden Euro investiert und dabei vor allem auf kleinere Supermärkte gesetzt – in einem Markt, der von „Big Box“-Supermärkten in riesigen Gewerbehallen dominiert wird. Die Marke „Fresh & Easy“ konzentriert sich auf gesunde und alternative Nahrungsmitteln und bietet viele Eigenmarken an. Das Konzept ähnelt damit dem der Aldi-Tochter „Trader Joe's“.

Kommentare (1)

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Pro-d

17.04.2013, 11:49 Uhr

Na so etwas?

Die englischen Piraten hatten in den USA keinen Erfolg ?
Das ist aber schade, denn andere Länder sollten doch froh sein, dass sie von den Engländern Kolonial ausgeraubt und geplündert werden. Dass das die Amis nicht wollen, ist glatt eine Frechheit.

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