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26.12.2016

10:04 Uhr

Einzelhandel 2017

Discounter hübschen auf

Das Einkaufen in Deutschland verändert sich. Discounter werden edler. In Supermärkten gibt es mehr zu sehen. Neue Outlet-Stores erobern die Innenstädte. Und einige bekannte Namen verschwinden aus den Einkaufsstraßen.

Discounter wie Aldi und Lidl machen sich schön. Deren Ziel ist es, sich gegenüber den „klassischen“ Supermärkten zu behaupten. dpa

Aldi-Nord-Markt der Zukunft

Discounter wie Aldi und Lidl machen sich schön. Deren Ziel ist es, sich gegenüber den „klassischen“ Supermärkten zu behaupten.

DüsseldorfDeutschlands Innenstädte sind im Umbruch. Veränderte Konsumgewohnheiten und der Druck der Online-Konkurrenz zwingen immer mehr Händler, sich neu zu erfinden. Das gilt für Discounter ebenso wie für Supermärkte, Warenhäuser oder Textilhandelsketten. Ein Überblick über die wichtigsten Trends im Einzelhandel 2017.

1. Die Städte werden leerer

Auch wenn es im Weihnachtstrubel nicht so scheint, die Städte werden leerer. In Umfragen des Handelsverbands Deutschland (HDE) berichten 60 Prozent der Händler von sinkenden Besucherzahlen in den Läden. Vor allem der Fachhandel in kleinen und mittelgroßen Städten ist von dieser Entwicklung betroffen. Verantwortlich für den Rückgang ist nach Einschätzung der Betroffenen der Online-Handel. Wer im Internet shoppt, spart sich oft den Weg in die Innenstadt.

Das Kaufhaus des Westens

Fast 100 Jahre...

...ist das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) alt. Es wurde 1907 in Berlin eröffnet. Das Haus direkt am Wittenbergplatz an der Tauentzienstraße, unweit vom Kurfürstendamm (Kudamm). 1905 beauftragte Kommerzienrat Adolf Jandorf den Architekten Johann Emil Schaudt mit dem Bau. Das Warenhaus öffnete dann zwei Jahre später die Tore.

Bis zu 100.000...

... Kunden aus der ganzen Welt kommen in der Weihnachtszeit täglich ins KaDeWe, um auf mehr als 60.000 Quadratmeter Verkaufsfläche zu shoppen.

Anziehungspunkt Nummer 1...

... ist vor allem die Gourmet-Abteilung in der 6. Etage. Das Luxuskaufhaus ist Konsumtempel, aber auch beliebte Touristenattraktion.

In der Nazizeit...

...wurden die jüdischen Eigentümer, die Kaufmannsfamilie Hermann Tietz, zum Verkauf gezwungen. Im Zweiten Weltkrieg brannte das Haus nach dem Absturz eines amerikanischen Flugzeugs aus. 1950 wurden die ersten beiden Etagen wiedereröffnet.

Besitzer-Wechsel

2010 hatte US-Investor Nicolas Berggruen... die Karstadt Warenhaus GmbH mit dem KaDeWe übernommen. 2012 gingen die Immobilien an die Signa-Holding des österreichischen Immobilieninvestors René Benko. 2013 erwarb er dann die Mehrheit an den lukrativsten Teilen von Karstadt – den Sporthäusern und den Luxus-Häusern mit dem KaDeWe.

2. Die Geschäfte werden edler

Um die Aufmerksamkeit der rarer gewordenen Kundschaft buhlen die Geschäfte mit umso größerem Aufwand. Einkaufstempel wie das KaDeWe in Berlin und das Alsterhaus in Hamburg investieren zweistellige Millionenbeträge, um attraktiver zu werden. Auch der Kaufhof ist dabei, eine ganze Reihe von Warenhäusern aufwendig umzubauen. Und das sind keine Einzelfälle. „Den Händlern ist bewusst, dass attraktive Geschäfte das beste Mittel gegen den Wettbewerb des Internets sind“, heißt es in einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung KPMG. „In vielen Branchen dürfte daher künftig der Inszenierung des Geschäfts eine immer größere Bedeutung zukommen.“

3. Auch Discounter hübschen sich auf

Aber nicht nur die Warenhäuser, auch Discounter wie Aldi und Lidl machen sich schön. Angenehmere Beleuchtung, Regale in Pinienoptik, Kaffeemaschinen und Kundentoiletten halten inzwischen Einzug in die einst spartanisch eingerichteten Billigläden. Hauptgegner ist hier nicht das Internet. Ziel der Discounter ist es, sich gegenüber den „klassischen“ Supermärkten zu behaupten. Die Zeit des „Geiz ist geil“ ist vorbei, wie eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung zeigt. Die Konsumenten legen immer mehr Wert auf ein angenehmes Ambiente beim Einkauf. Die Billiganbieter verloren dadurch in den vergangenen Jahren spürbar Marktanteile. Jetzt sind Aldi und Lidl dabei, ihre Filialen mit hohem Aufwand attraktiver zu machen. Das Fachblatt „Lebensmittel Zeitung“ spricht schon von einer neuen Generation von „Superdiscountern“.

4. In Supermärkten gibt es mehr zu schauen


Weil die Discounter aussehen wollen wie kleine Supermärkte, müssen natürlich Edeka, Rewe und Co. nachlegen. Eine wachsende Zahl von Supermärkten setzt inzwischen auf Erlebniseinkaufen statt auf das reine Abhaken der Einkaufsliste. Die Kunden können zusehen, wie frische Pasta gemacht wird, oder die Steaks während des Abhängens im gläsernen Reiferaum begutachten. Sie können in einer Sushi-Bar, einem französischen Bistro oder einem Café einkehren, die im Supermarkt zum Verweilen einladen.

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