Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.09.2016

10:07 Uhr

Einzelhandel

Der SB-Laden feiert 100. Geburtstag

Vor hundert Jahren eröffnete der US-Kaufmann Saunders in Memphis den ersten Selbstbedienungsladen. Das hat das Einkaufen grundlegend verändert. Und die Umbrüche gehen weiter. Nächste Etappe: die Selbstbedienungskasse.

Alleine die Einkäufe in den Einkaufskorb legen – eine Selbstverständlichkeit, die vor 100 Jahren noch nicht bekannt war. dpa

Selbstbedienung im Supermarkt

Alleine die Einkäufe in den Einkaufskorb legen – eine Selbstverständlichkeit, die vor 100 Jahren noch nicht bekannt war.

DüsseldorfDurch den Supermarkt bummeln, Waren aussuchen, in den Einkaufswagen legen und am Ende an der Kasse zahlen - das ist heute selbstverständlich. Doch ist es erst 100 Jahre her, dass der erste Selbstbedienungsladen in den USA seine Tore öffnete. „Die Selbstbedienung hat die Branche revolutioniert“, sagt im Rückblick der Geschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland, Kai Falk. Und die Revolution ist noch immer nicht abgeschlossen.

Als Geburtsort des Selbstbedienungsladens gilt die Stadt Memphis im US-Bundesstaat Tennessee, wo am 6. September 1916 der Kaufmann Clarence Saunders den ersten „Piggly Wiggly Store“ eröffnete. Das Neue daran: Die Kunden konnten erstmals selbst frei zwischen den Regalen herumlaufen, ihre Auswahl treffen und dann an einer zentralen Kasse bezahlen.

Discounter verlieren Marktanteile: Die Grenzen des Billigbooms

Discounter verlieren Marktanteile

Premium Die Grenzen des Billigbooms

Aldi, Lidl und Co. verlieren in Deutschland Marktanteile, erste Filialen schließen. Wachstum scheint nur noch im Ausland möglich. Doch auch in der Heimat probieren es die Discounter noch mal – mit Pampers und Kölsch.

„Vorher gab es eigentlich nur klassische Tante-Emma-Läden. Man stellte sich in die Schlange, wartete bis man zur Verkaufstheke kam, sagte dem Personal, was man haben wollte und die suchten das dann aus den Regalen heraus und wogen es auch ab wenn nötig“, erklärt die Expertin Lydia Langer, die ihre Doktorarbeit über die „Einführung der Selbstbedienung im bundesdeutschen Einzelhandel“ verfasste.

Bis die neue Idee den Sprung nach Deutschland schaffte, dauerte es allerdings noch einige Jahrzehnte. Als Pionier gilt hierzulande der Kaufmann Herbert Eklöh, der 1938 den ersten Supermarkt in Deutschland eröffnete. Der Erfolg war mäßig, heißt es.

Wirklich Fuß fasste die Idee des Selbstbedienungsladens in Deutschland erst nach dem Zweiten Weltkrieg. „Anfangs ging es sehr langsam“, erzählt Langer. „Die Idee wurde mit sehr viel Skepsis beäugt.“ Vielen Lebensmittehändlern seien die Kosten der Umstellung zu hoch gewesen. Sie hätten die Kontrolle im Laden nicht aufgeben wollen und Angst vor Ladendieben gehabt.

Und auch bei den Kunden gab es anfangs Vorbehalte. „Manche haben sich dagegen gewehrt, Einkaufswagen zu benutzen. Sie wollten so ein kinderwagenähnliches Gefährt nicht vor sich herschieben. Andere hatten angesichts des großen Wagens Angst, zu viel Geld auszugeben“, erzählt Langer.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×