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31.01.2010

15:12 Uhr

Einzelhandel

Discounter stoßen an Preisgrenzen

500 Gramm Kaffee für 2,95 Euro und Halbfettmargarine für 77 Cent - mit Preissenkungen von bis zu 40 Prozent lockte Lidl seine Kunden zum Wochenende. Penny kündigte am Sonntag an, die Preise für Butter drastisch zu senken.

Discounter: Der Preisdruck schwächt die Umsätze, das Geschäft mit Aktionsware laufe schon lange nicht mehr gut. Quelle: ap

Discounter: Der Preisdruck schwächt die Umsätze, das Geschäft mit Aktionsware laufe schon lange nicht mehr gut.

HB BERLIN. Und auch Aldi will Branchenkennern zufolge demnächst bei Butter und Mineralwasser den Rotstift ansetzen. Der seit Monaten tobende Wettbewerb zwischen den Billigheimern verschärft sich immer weiter. Allein in diesem Jahr lieferten sich die Discounter bereits zwei Preissenkungsrunden. Doch sind die Grenzen ihres Wachstum offenbar längst erreicht.

Nach einer jüngsten Erhebung des Nürnberger Marktforschers GfK erleben ausgerechnet die preisaggressivsten Lebensmittelhändler derzeit ein Umsatzdesaster. Laut GfK-Daten, über die die "WirtschaftsWoche" in ihrer jüngsten Ausgabe berichtet, verharrte im vergangenen Jahr Lidls Anteil am 150 Mrd. Euro schweren Lebensmittelmarkt bei 9,8 Prozent und verzeichnete gerade mal ein Wachstum von 0,1 Prozent. Den Erzrivalen Aldi traf es allerdings noch härter: Sein Marktanteil schrumpfte von 19 auf 18,4 Prozent. Zugleich sank der Umsatz um vier Prozent, der wohl heftigste Einbruch in der Firmengeschichte des Discounterkönigs.

Wachstum beim Sortiment ausgereizt

Für diese Entwicklung sieht GfK-Spezialist Wolfgang Twardawa gleich mehrere Gründe. Nicht nur der Preisdruck drücke auf die Umsätze, auch das Geschäft mit den Aktionswaren laufe schon lange nicht mehr gut. Die Deutschen seien mit Kochtöpfen und Bohrmaschinen einfach überversorgt. Das zeigten auch die Retouren und Restverkäufe.

Außerdem seien das Wachstum in der Fläche und beim Sortiment völlig ausgereizt. "Jeder Haushalt in Deutschland kann mit dem Auto innerhalb von zehn Minuten einen Discounter erreichen", sagt der Konsumforscher der Deutschen Presse-Agentur dpa. Höchstens Aldi könnte noch einen kleinen Schub erleben mit seinen neuen Brotbackautomaten, die der Billigheimer im Herbst einführte - zunächst aber nur punktuell.

Massive Verschiebungen hat es auch beim Klientel gegeben: Die Discounterstammkunden, die schon immer auf den Preis achteten, müssen aufgrund der Wirtschaftskrise den Gürtel noch enger schnallen und kaufen weniger ein, beobachtet Twardawa. Die gehobene Mittelschicht hingegen, die von den Billigkrämern in den vergangenen Jahren mit gehobenerem Angebot wie Serano-Schinken und italienischem Rotwein massiv umworben wurde, wandert immer mehr zu den Vollsortimentern von Rewe und Edeka ab. "Dort bekommen sie mittlerweile beides, das Billigsegment und die hochwertigen Markenprodukte."

Kommentare (1)

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Jonas

01.02.2010, 00:55 Uhr

Falsche Schlussfolgerung.

Aldi hat Marktanteile verloren, ja.

Hat der Autor mal bei Aldi eingekauft ?

Aldi hat sich -politisch korrekt, wirtschaftlich unvernünftig- auf die Seite derer gestellt, die Milchprodukte teurer machten, mit der Ausrede, die bauern würden dann mehr abbekommen (was natürlich nicht stimmt).

Daß die Marktanteile dann sinken, ist keine Folge ruinösen Preiswettbewerbs, sondern zu hoher Preise.

Der Marktpreis von butter hat auch eine blase hinter sich, und ist noch nicht ganz auf dem alten Niveau gelandet.

http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/cb2006.pl?p=3845

Von biLLiG kann da keine Rede sein, eher noch von Spekulationsblasenrest.

butter hat bei Aldi 2008 nur 73ct gekostet.

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