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09.08.2016

16:47 Uhr

Einzelhandel in Großbritannien im Plus

Britische Verbraucher ignorieren den Brexit

„Für die meisten Haushalte hat sich wenig verändert“: Den britischen Verbrauchern ist der Brexit bisher ziemlich egal. Tatsächlich bringen Rabattaktionen und prächtiges Wetter dem Einzelhandel sogar ein dickes Plus.

Im britischen Einzelhandel ist nichts von einem Brexit-Schock zu spüren. Reuters

Unbeeindruckte Verbraucher

Im britischen Einzelhandel ist nichts von einem Brexit-Schock zu spüren.

LondonUngeachtet des Brexit-Votums hat der britische Einzelhandel im Juli einen kräftigen Schub erhalten. Begünstigt von Rabattaktionen und strahlendem Sommerwetter legten die Ausgaben der Verbraucher zum Vorjahr um 1,9 Prozent zu, wie der Wirtschaftsverband der Einzelhandelsunternehmen (BRC) am Dienstag mitteilte. Das ist das dickste Plus seit sechs Monaten.

Auch Branchengrößen wie Next und Tesco berichteten zuletzt, dass sie die Folgen des Anti-EU-Referendums vom Juni noch nicht zu spüren bekommen haben. Für BRC-Chefin Helen Dickinson ist dies wenig überraschend: „Für die meisten Haushalte hat sich seit dem 23. Juni im Kern doch wenig verändert.“

So geht's der Wirtschaft in der Euro-Zone

Wirtschaftswachstum

Das Wirtschaftswachstum in Europa hat sich zur Jahresmitte abgeschwächt. Im zweiten Quartal legte die Wirtschaftsleistung in den 19 Ländern der Währungsunion lediglich um 0,3 zu, nachdem sie in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 noch um 0,6 Prozent gestiegen war. In der gesamten Europäischen Union wuchs die Wirtschaft um 0,4 Prozent.

Analysten zufolge könnte das Brexit-Votum im Laufe des Jahres das Wirtschaftswachstum weiter dämpfen.

Verbraucherpreise

Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im Juli minimal angestiegen. Wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag nach einer ersten Schätzung mitteilte, erhöhten sich die Lebenshaltungskosten in den 19 Staaten der Währungsunion um 0,2 Prozent. Im Juni waren sie um 0,1 Prozent gestiegen, nachdem sie im April und im Mai zurückgegangen waren. Vor allem die sinkenden Energiepreise dämpfen den Preisanstieg weiterhin. Sie gingen im Juli um 6,6 Prozent zurück.

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit in Europa ist im Juni stabil geblieben. Sie blieb im Juni mit 10,1 Prozent in der Eurozone und 8,6 Prozent in der gesamten Europäischen Union auf dem Niveau des Vormonats, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Die höchste Arbeitslosenquote verzeichnete demnach Griechenland nach letzten verfügbaren Angaben im April mit 23,3 Prozent. Dagegen lag die deutsche Erwerbslosigkeit nach den europäischen Berechnungen im Juni bei 4,2 Prozent.

Inflation

Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im Juli minimal angestiegen. Wie die Statistikbehörde Eurostat nach einer ersten Schätzung mitteilte, erhöhten sich die Lebenshaltungskosten in den 19 Staaten der Währungsunion um 0,2 Prozent. Im Juni waren sie um 0,1 Prozent gestiegen, nachdem sie im April und im Mai zurückgegangen waren. Vor allem die sinkenden Energiepreise dämpfen den Preisanstieg weiterhin. Sie gingen im Juli um 6,6 Prozent zurück.

Die Notenbank des Landes und auch viele Experten erwarten jedoch, dass sich die Unsicherheit über die künftige wirtschaftliche Verankerung des Vereinigten Königreichs zunächst bei den Investitionen bemerkbar machen wird. Die Verbraucher dürften demnach erst in einer zweiten Welle von den Folgen des Referendums erfasst werden, falls der Verfall der Landeswährung Pfund die Inflation anheizen und womöglich die Arbeitslosigkeit in die Höhe treiben sollte.

Von

rtr

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