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09.01.2011

09:00 Uhr

Einzelhandel

Investoren greifen in Südafrika zu

VonWolfgang Drechsler

Nach dem Einstieg von Wal-Mart bei der Handelskette Massmart beginnt das Rennen um eine Reihe weiterer Kaufkandidaten. Dabei interessieren vor allem Unternehmen, die bereits eine stärkere Präsenz in Afrika vorweisen können. Moderne Supermärkte sind in vielen Teilen Afrikas noch unbekannt.

Massmart-Supermarkt in Johannesburg: Investoren bietet Südafrika den Zugang zum gesamten Kontinent. Reuters

Massmart-Supermarkt in Johannesburg: Investoren bietet Südafrika den Zugang zum gesamten Kontinent.

KAPPSTADT. Großkonzerne geraten zunehmend in das Visier ausländischer Anleger. Dabei interessieren vor allem Unternehmen, die bereits eine stärkere Präsenz in Afrika vorweisen können. Neuen Schwung hatte besonders die jüngste Offerte des US-Handelsgiganten Wal-Mart für Südafrikas Einzelhändler Massmart. Nun sind nach Ansicht des Ökonomen Chris Hart vom Finanzdienstleister Investment Solution auch Firmen wie die Supermarktkette Shoprite Checkers, der Nahrungsmittelkonzern Tiger Brands und der Baukonzern Murray & Roberts in den Blickpunkt geraten.

Wal-Mart will für umgerechnet 1,95 Milliarden Euro (17 Milliarden Rand) eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an Massmart erwerben und auch im übrigen Kontinent mit den Massmart-Töchtern Game, Makro und Builder?s Warehouse aggressiv expandieren. Massmart setzt in einer ganzen Reihe von afrikanischen Ländern 5,5 Milliarden Euro um (knapp 50 Milliarden Rand). Bis auf Metro (Ägypten, Marokko) und Carrefour (Nordafrika) waren in Afrika bislang praktisch keine internationalen Handelsketten vertreten. Auch die Japaner haben schon zugegriffen: Der Telekomkonzern NTT hat das Technologieunternehmen Dimension Data gekauft. Hart und andere Beobachter wie David Shapiro von der alteingesessenen Wertpapierhandelsfirma Sasfin Holdings sind überzeugt, dass die jüngsten ausländischen Engagements das Augenmerk des Auslands besonders auf das Wachstum Afrikas lenken.

Er macht geltend, dass Afrikas zuletzt relativ gutes Wachstum auf einem höheren Niveau als früher erfolge. Angola etwa habe heute ein Sozialprodukt (BIP) von 60 bis 70 Milliarden Dollar, vor zehn Jahren habe es noch unter 10 Milliarden Dollar gelegen, sagt er. Shapiros mögliche Übernahmeliste ist entsprechend lang: Neben Barloworld, dem größten Gabelstapler-Händler der Welt, gehört für ihn auch Aspen Pharmacare Holdings, der größte Hersteller von Generika auf der Südhalbkugel, zu den möglichen Übernahmezielen am Kap.

Stephen Carrott von der südafrikanischen Niederlassung der Macquarie-Gruppe hält hingegen die Supermarktkette Shoprite für besonders attraktiv: Sie besitzt 125 Supermärkte außerhalb Südafrikas und plant in den nächsten beiden Jahren 20 weitere in Nigeria zu eröffnen, dem mit rund 150 Millionen Menschen bevölkerungsreichsten Staat des Kontinents. "Moderne Supermärkte sind in vielen Teilen Afrikas immer noch fast unbekannt", sagt Shoprite-Chef Whitey Basson, dessen helle und geräumige Läden vor allem in Madagaskar, Sambia und Mosambik das Leben der Afrikaner bereits verändert haben.

Immer wieder als Übernahmeziel genannt wird auch das erfolgreiche Dienstleistungs-Konglomerat Bidvest. Das Unternehmen zählte unter anderem als Groß-Caterer zu den wenigen Nutznießern der Fußball-WM am Kap im letzten Jahr. Seine Töchter sind in Südafrika in der Nahrungsmittelbranche sowie in der Gastronomie aktiv, aber auch im Frachtgeschäft und beim Bürobedarf. Mit all dem expandiert der Konzern auch weltweit.

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