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18.04.2013

10:37 Uhr

Einzelhandel schwächelt

Carrefour spürt Konjunkturflaute

VonReuters

Italiener, Spanier und Franzosen schauen aufs Geld – das merken auch Einzelhändler wie der französische Carrefour-Konzern. Der Riese klagt über sinkende Erlöse in der Region und macht nur dank der Schwellenländer Gewinn.

Von wegen „beliebt wie warme Semmeln“– vor allem im Lebensmittelbereich, wie etwa in diesem Bercy-Markt in der Pariser Vorstadt Charenton, spürt Carrefour die Spar-Haltung der Konsumenten. Reuters

Von wegen „beliebt wie warme Semmeln“– vor allem im Lebensmittelbereich, wie etwa in diesem Bercy-Markt in der Pariser Vorstadt Charenton, spürt Carrefour die Spar-Haltung der Konsumenten.

ParisEuropas größter Handelskonzern Carrefour macht die maue Wirtschaft in Südeuropa und Frankreich zu schaffen. In beiden Regionen gingen die Umsätze im ersten Quartal zurück, wie der weltweit zweitgrößte Einzelhändler nach Wal-Mart am Donnerstag bekanntgab.

Allein in Frankreich, wo 40 Prozent der Konzernerlöse erzielt werden, verzeichnete Carrefour ein Minus von 1,4 Prozent. Vor allem der Bereich Nicht-Lebensmittel läuft nicht rund. Verbraucher halten sich wegen der hohen Arbeitslosigkeit und nur geringfügig steigender Löhne mit Anschaffungen zurück. Dank robuster Geschäfte in Brasilien und China nahm Carrefour insgesamt mit 20,8 Milliarden Euro jedoch 1,3 Prozent mehr ein als noch ein Jahr zuvor.

Größte Einzelhändler weltweit (Umsatz 2012)

Platz 10

Best Buy (USA)

Die US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota, sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2012 betrug 50,7 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2012 über einen Umsatz von 71,6 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 74,8 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit beschäftigen die Briten 520.000 Mitarbeiter und machten 2012 einen Umsatz in Höhe von 83,5 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft mit 5.000 Beschäftigen will Tesco abstoßen.

Platz 6

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 87,8 Milliarden Dollar im Jahr 2012 ebenfalls einen Spitzenplatz, auch wenn das Unternehmen mit Schwierigkeiten kämpft.

Platz 5

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2012 setzte der Lebensmittelhändler 96,8 Milliarden Dollar um.

Platz 4

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 99,1 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2012 gigantisch aus.

Platz 3

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit fast 500.000 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2011 einen Umsatz von 104 Milliarden Dollar.

Platz 2

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Der Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2012 rund 123 Milliarden Dollar um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 443,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2012 um - bei einem Gewinn von 15,7 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als zwei Millionen Mitarbeiter.

Quelle: Eigene Recherche.

Carrefour fährt momentan eine ähnliche Strategie wie die deutschen und britischen Rivalen Metro und Tesco. Sie stoßen nicht zum Kerngeschäft gehörende Bereiche ab und wollen den Umsatz durch Preis-Offensiven beleben.

Noch zahlt sich das nicht aus. Metro zollte seinem Konzernumbau 2012 mit einem historischen Gewinneinbruch Tribut. Tesco verzeichnete wegen hoher Abschreibungen erstmals seit 20 Jahren einen Ergebnisrückgang. Wal-Mart will seine Zahlen zum ersten Quartal am 16. Mai veröffentlichen.

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