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04.02.2016

10:32 Uhr

Einzelhandel

Verwirrung um Amazons Buchladen-Pläne

Einen Tag, nachdem der Chef einer Einkaufszentrumskette von Amazons Plänen für hunderte Buchläden sprach, folgt eine „Klarstellung“. Doch die wirft eher neue Fragen auf – Medien heizen die Spekulationen weiter an.

Die Spekulationen über einen groß angelegten Einstieg des Online-Riesen in den stationären Handel gehen weiter. dpa

Amazon und die Buchläden

Die Spekulationen über einen groß angelegten Einstieg des Online-Riesen in den stationären Handel gehen weiter.

New YorkDer Chef eines US-Betreibers von Einkaufszentren, der für viel Aufsehen mit seiner Behauptung sorgte, Amazon wolle mehrere hundert Buchläden eröffnen, rudert zumindest teilweise zurück. Die Äußerung „habe nicht Amazons Pläne repräsentieren sollen“, erklärte Sandeep Mathrani rund 24 Stunden später. Es blieb bei dem einen Satz, der Raum für Interpretationen lässt, ob Mathrani seine Worte ganz zurücknimmt oder nur klarstellt, dass er nicht für Amazon spreche.

Mathrani hatte am Dienstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten gesagt: „Amazon öffnet stationäre Buchläden und ihr Ziel ist es, soweit ich es verstehe, 300 bis 400 Buchläden aufzumachen.“ Er lieferte keine weiteren Details oder einen Hinweis darauf, woher er diese Zahlen hatte. Der Satz machte jedoch international Schlagzeilen und hatte auch Folgen an der Börse: Die Aktie der Buchhandels-Kette Barnes & Noble verlor am Mittwoch fast zehn Prozent. Nach der „Klarstellung“ von Mathrani konnte das Papier nachbörslich wieder um zwei Prozent zulegen.

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Amazon will in den USA offenbar bis zu 400 stationäre Buchläden eröffnen. Während dort die Buchhändler zittern, haben deutsche Einzelhändler keine Angst vor dem Internet-Riesen. Warum sie Amazon nicht fürchten.

Amazon hatte im November testweise einen Buchladen in einem Einkaufszentrum in seiner Heimatstadt Seattle eröffnet. Weitere Läden seien geplant, schrieb die „New York Times“ nach Mathranis Äußerungen unter Berufung auf informierte Personen. Zugleich hieß es, die Pläne seinen „bescheiden“, insbesondere im Vergleich zu der vom Handels-Manager genannten Größenordnung.

Dagegen berichtete das Technologieblog „Recode“, es gebe zwar keine aktuellen Pläne für die Eröffnung von 300 bis 400 Läden – aber zwei informierte Personen hätten diese Dimension für die Zukunft nicht ausschließen können. Amazon wolle nicht nur weitere Buchläden eröffnen, sondern auch andere Geschäfte, hieß es. Dabei könnten auch Ideen aus einem Amazon-Patentantrag für einen Laden, in dem den Kunden den Betrag für aus den Regalen entnommene Waren automatisch am Ausgang abgezogen wird, zum Einsatz kommen.

Die besten Zitate von Amazon-Gründer Jeff Bezos

Die Legende

Jeff Bezos ist eine der spektakulärsten Manager-Persönlichkeiten der Welt. Die Lebensgeschichte des Amazon-Gründers bietet eine unglaubliche Vielfalt und zahlreiche interessante Erzählungen. Der Top-Journalist und Bestsellerautor Richard L. Brand hat die Biografie in seinem Buch „Mr. Amazon“ (Ambition Verlag) aufgeschrieben. Die besten Zitate von Bezos finden sich auch darin und folgen nun.

Über das Landleben

„Wenn man eines beim Landleben lernt, dann ist es, sich auf sich selbst zu verlassen. Die Leute dort machen alles selbst. Und diese Eigenständigkeit kann man lernen.“

Über seine Beziehung zu Frauen

„Ich bin nicht der Typ, bei dem Frauen eine halbe Stunde nach dem Kennenlernen sagen: 'Wow, der ist klasse.' Ich bin eher albern und nicht ... also jedenfalls nicht so, dass irgendeine Frau über mich sagen würde: 'Oh mein Gott, genau so einen habe ich gesucht.'"

Über seinen ersten Job bei McDonalds

„Heute heben sich die Pommes selbst aus der Friteuse – und das, glauben Sie mir, ist ein echter technischer Fortschritt.“

(Bezos jobbte mit 13 Jahren in den Sommerferien für die Fast-Food-Kette und machte umgehend Vorschläge zur Optimierung der Abläufe)

Über seinen leiblichen Vater, den er nicht kannte

„Die einzigen Male, die er überhaupt Thema wird, sind die, wenn ich beim Arzt nach meiner Krankengeschichte gefragt werde. Dann kreuze ich eben 'unbekannt' an.“

Über Sturheit

„Wenn etwas kaputt ist, machen wir es heil. Um etwas Neues durchzusetzen, muss man stur und zielstrebig sein, auch wenn es andere vielleicht unvernünftig finden.“

Zur Begeisterung für den Weltraum

„Der einzige Grund, aus dem ich mich für das All interessierte, besteht darin, dass mich die NASA inspirierte, als ich fünf Jahre alt war.“

Zur Wende im Lebenslauf

„Zu den wichtigsten Dingen, die mich Princeton lehrte, zählt die Einsicht, dass ich nicht klug genug bin, ein Physiker zu sein.“

(Auf der Universität änderte Bezos seine Fachrichtung und machte den Abschluss in Elektrotechnik und Informatik)

Mathrani ist Chef des Unternehmens General Growth Properties, das in den USA rund 120 Einkaufszentren betreibt.

Von

dpa

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