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01.09.2015

08:50 Uhr

Einzelhandel

Was tun im Kampf gegen die Plastiktüte?

Soll man Kunden nach dem Luxusshopping aus Umweltgründen noch ein paar Cent für die Plastiktüte abknöpfen? Die Handelsbranche ist in dieser Frage gespalten. Händler fürchten den Verlust einer Werbefläche.

Menschen laufen mit Tragetaschen über den Kurfürstendamm in Berlin. Kann man Kunden nach dem Luxusshopping aus Umweltgründen noch ein paar Cent für die Plastiktüte abknöpfen? dpa

Einkaufstüten aus Plastik

Menschen laufen mit Tragetaschen über den Kurfürstendamm in Berlin. Kann man Kunden nach dem Luxusshopping aus Umweltgründen noch ein paar Cent für die Plastiktüte abknöpfen?

Essen Der deutsche Einzelhandel sucht nach einer Strategie im Kampf gegen die Plastiktüte. Ins Visier geraten ist dabei vor allem die Flut kostenlos an den Kunden abgegebener Tüten, für die künftig eine Gebühr verlangt werden könnte. Einige Händler wie etwa der Düsseldorfer Textilfilialist C&A oder der Textildiscounter Kik sind bereits aktiv geworden und wollen die ungeliebte Plastiktüte bereits ganz verbannen, oder den Kunden künftig dafür zur Kasse bitten. Doch es gibt auch Bedenken.

Allein rund 500 Tonnen des Kunststoffs Polyethylen könnten durch den ab 1. Oktober zunächst in den rund 2800 Filialen in Deutschland, Österreich und den Niederlanden geplant Verzicht auf Plastiktüten eingespart werden, hieß es etwa beim Textildiscounter Kik. Plastiktüten stehen in der Kritik, weil sie sich in der Natur praktisch nicht zersetzen und Kleinteile von Seetieren wie Fischen oder Vögeln gefressen werden.

Der Einzelhandel in Zahlen

Unternehmen

Bundesweit gibt es etwa 300.000 Einzelhandelsunternehmen mit knapp 3 Millionen Beschäftigten.

Kunden

Etwa 50 Millionen Kundenkontakte täglich.

Umsatz

459,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr – ohne Kfz, Tankstellen, Brennstoffe und Apotheken.

Umsatz Online-Handel

39 Milliarden Euro im vergangenen Jahr, 2005 waren es 13,8 Milliarden Euro.

Umsatz Bio-Lebensmittel

7,55 Milliarden Euro 2013, zehn Jahre zuvor 3,1 Milliarden Euro.

Quelle: dpa

Beim Handelsverband Deutschland (HDE) will man bei dem Problem auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Läden setzen. Danach sollen künftig alle Tragetaschen nur noch gegen eine Gebühr abgegeben werden. Doch auch rund 100 000 deutsche Händler sollen bei einer Mitgliederbefragung zu Wort kommen. Die Ergebnisse einer von dem Verband angestoßenen Befragung werde in den kommenden Wochen vorgelegt, kündigte HDE-Geschäftsführer Kai Falk an.

Andere Händler haben Bedenken. „Wenn jemand einen Herrenanzug für 499 Euro kauft, schaut er ziemlich entgeistert, wenn er dann für die Tüte zur Kasse gebeten werden soll“, formuliert der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands des deutschen Textileinzelhandels (BTE), Jürgen Dax, die Bedenken. Zusammen mit anderen Handelsbranchen wie Juweliere oder Parfümerien stünden die Textilhändler bei dem Thema vor ganz anderen Problemen als etwa der Lebensmittelhandel.

Kommentare (4)

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Herr Riesener Jr.

01.09.2015, 09:05 Uhr

Was tun im Kampf gegen die Plastiktüte??

Stellen Sie sich vor, Sie gehen friedlich auf dem Fußweg - und dann - dann kommt Ihnen eine brandgefährliche Plastiktüte entgegen. Dagegen muss etwas unternommen werden!! Die Menschheit ist in Gefahr!

Liebe Journalisten, lest Ihr eigentlich das was Ihr schreibt? Habt Ihr schon mal etwas von Recycling gehört? Versucht doch mal ein klein wenig Abstand von Eurer Welt zu gewinnen, die Ihr Euch selbst konstruiert !

Herr Roland Magiera

01.09.2015, 09:15 Uhr

Damit oute ich mich wohl als jemand, der selten bis nie in Luxusboutiquen einkaufen geht (Dank Ausbeuterstaat) aber sonst muss man mittlerweile fast überall für den Kunststoffbeutel bezahlen, sogar für die ganz kleinen im Saturn. Im Marktkauf verlangen die mittlerweile sogar 10 Ct. für eine Papiertüte. Das freut die Umwelt ganz bestimmt unheimlich, denn nun nimmt die so gut wie niemand mehr.

Abgesehen davon gibt es längst schon Kunststoffbeutel, die biologisch abbaubar sind.

G. Nampf

01.09.2015, 10:03 Uhr

@Roland Magiera

"Abgesehen davon gibt es längst schon Kunststoffbeutel, die biologisch abbaubar sind."

Richtig. Für Bekleidung/ Nahrungsmittel (z.B. Fleisch! ) sind solche Beutel eine prima Sache. Leider darf man in vielen Städten diese Beutel nicht in die Bio-Tonne werfen, da die Kompostieranlagen dafür nicht konzipiert sind (Die Verrottung der Tüten dauert einfach zu lange für herkömmliche Anlagen.

Ich vermeide schon seit 25 Jahren Platiktüten, indem ich zum Einkaufen genügend Stoffbeutel mitnehme. Bei vielen Obst-/ Gemüsehändlern bekommt man auch Papiertüten. Falls ich doch einmal eine Plastiktüte bekomme (Metzger, siehe oben), benutze ich die Tüten solange, bis sie löchrig sind . Und selbst dann kann man sie noch zum Entsorgen von Unrat benutzen (ich habe eine Katze, die öfters mal Mäuse erlegt.... ;-) ).

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