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12.01.2007

09:16 Uhr

Einzelhandel zieht Bilanz

Bei den Briten sitzt das Geld locker

VonDirk Heilmann

Das britische Weihnachtsgeschäft lief am Ende viel besser als von den Händlern erwartet. Die großen Supermärkte und Kaufhäuser berichten in diesen Tagen Wachstumsraten von fünf Prozent und mehr. Steigende Zinsen, Hauspreise und Abgaben vermochten die Konsumfreude der Briten bisher nicht zu trüben, doch der Ausblick auf 2007 verheißt nichts Gutes.

LONDON. Erfolgreiche Einzelhandelsgruppen geben für 2007 schon wieder Warnungen aus. Zu Recht, wie Experten sagen: Der britische Konsum werde allenfalls noch im europäischen Durchschnitt zulegen. Nach einem schleppenden Start bei mildem Wetter wurden die Läden erst in der Woche vor Weihnachten so richtig voll. Doch der Endspurt füllte die Kassen, und schon am zweiten Weihnachtstag begann ein reges Ausverkaufsgeschäft. Marktforscher wie Mintel, die magere Zuwächse von einem Prozent vorausgesagt hatten, hatten unrecht. Die Zahlen des Verbandes British Retail Consortium zeigen ein Plus von 2,5 Prozent im Dezember auf unveränderter Verkaufsfläche. Einschließlich neuer Läden wuchs der Umsatz sogar um 4,4 Prozent.

Zu den Siegern der Saison zählte die Handelskette John Lewis mit einem Plus von mehr als zehn Prozent im Dezember. Aber auch die Kaufhausketten House of Fraser mit sieben Prozent und Marks & Spencer mit sechs Prozent legten kräftig zu. Luxuskaufhäuser lagen mit höheren zweistelligen Zuwachsraten an der Spitze.

Am anderen Ende der Skala gab es aber auch einige Enttäuschungen: Die Kaufhauskette Woolworths gab ebenso wie der führende Buch- und Musikhändler HMV schon vor Weihnachten eine Gewinnwarnung ab. Der Foto- und Elektronik-Spezialist Jessops setzte im Weihnachtsgeschäft sieben Prozent weniger um als ein Jahr zuvor.

Von den 25 Handelsunternehmen, die bereits Zahlen genannt haben, stiegerten nach Angaben der Marktforschungsfirma Planet Retail 20 den Umsatz. Das sei ein sehr gutes Ergebnis, sagt Analyst Bryan Roberts. Die Verlierer seien die Unternehmen, denen die Konkurrenz der großen Supermarktketten am stärksten zusetze. Anbieter preiswerter Bekleidung, Fotoartikelhändler und vor allem der Buch-, CD- und DVD-Handel leide darunter, dass die Supermärkte ihr Sortiment in diese Richtung erweitert hätten.

Der drittgrößte Supermarktkonzern Sainsbury präsentierte denn am Donnerstag auch einen Umsatzzuwachs von fünf Prozent auf unveränderter Fläche für das Quartal zum 30. Dezember. Damit blieb er allerdings, wie schon am Dienstag Marks & Spencer, etwas hinter den Analystenschätzungen zurück. Wm Morrison, die Nummer vier unter den Lebensmittelhändlern, legte in den sechs Wochen vor Jahresende um sechs Prozent zu; die Zahlen des Marktführers Tesco und des zweiten Asda stehen noch aus. Für Sainsbury zahlte es sich aus, auf hochwertige Lebensmittel und Bio-Ware zu setzen. So verkaufte der Konzern zu Weihnachten doppelt so viele Bio-Truthähne wie im Vorjahr.

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