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07.01.2010

08:59 Uhr

Einzelhandelsumsätze

Schlechte Nachrichten aus dem deutschen Handel

Hoch waren die Erwartungen nicht, aber ein Minus von 1,1 Prozent bei den Einzelhandelsumsätzen im November ist für Experten sehr enttäuschend. Daran spürt man, dass recht hohe Kauflust der Konsumenten längst nicht ausreicht, um Geld in die Kassen zu spülen.

Die Rabatte waren hoch, der Umsatz niedrig. Quelle: dpa

Die Rabatte waren hoch, der Umsatz niedrig.

HB WIESBADEN. Die Umsätze sind nach vorläufigen Berechnungen saison-, kalender- und preisbereinigt um 1,1 Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Im Vormonat hatten die Umsätze noch stagniert. Volkswirte hatten mit einem Anstieg von 0,3 Prozent gerechnet. Nominal fielen die Umsätze im November um 1,2 Prozent.

Im Jahresvergleich setzten die Einzelhandelsumsätze ihre Talfahrt fort. Real lag das Minus bei 2,8 Prozent nach minus 1,6 Prozent im September. Nominal sanken die Umsätze im Jahresvergleich um 3,1 Prozent. Volkswirte hatten in realer Rechnung mit einem geringeren Rückgang von 1,6 Prozent gerechnet. Das Ergebnis wurde aus Daten von sieben Bundesländern berechnet, in denen rund 76 Prozent des Gesamtumsatzes im deutschen Einzelhandel getätigt werden.

Nach ersten Schätzungen von Destatis lag der Einzelhandelsumsatz im Gesamtjahr 2009 real voraussichtlich zwischen 1,9 Prozent und 2,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der nominale Wert dürfte zwischen 2,5 Prozent und 2,7 Prozent unter dem Niveau von 2008 liegen.

„Es wird sicherlich ein schwieriges Jahr, wir werden noch mit den Folgen der Krise zu tun haben“, bekräftigte die Sprecherin des Handelsverbandes HDE, Ulrike Hörchens. „Sollte es mehr Arbeitslose geben, merken das die Einzelhändler sofort in den Kassen.“ Eine Umsatzprognose sei aber frühestens im Februar möglich.

„Damit setzt der Einzelhandel seinen Abwärtstrend fort, den die Krise spürbar beschleunigt hat. Für die kommenden Monate dürfte sich daran nichts ändern“, kommentierten die Volkswirte der Commerzbank. Gegen den Trend positiv entwickelten sich im November der Handel mit Kosmetik sowie mit Möbeln und Haushaltsgeräten. Dies sei prägend für 2009 gewesen, erläuterte HDE-Sprecherin Hörchens: „In der Krise konzentrieren sich viele auf die Familie und die eigenen vier Wände.“

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