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18.05.2011

19:53 Uhr

Elektronikhändler

Machtkampf um Media-Saturn geht vor Gericht weiter

Nachdem der Firmengründer des größten Elektronikhändlers Media-Saturn die Konzernmutter Metro verklagt hat, soll das Verfahren im Sommer beginnen. Metro zeigt sich weiter zu Gesprächen bereit.

Plasmabildschirme in einem Media Markt. Der Firmengründer will auch zukünftig an Entscheidungen des Konzerns beteiligt sein. Quelle: dapd

Plasmabildschirme in einem Media Markt. Der Firmengründer will auch zukünftig an Entscheidungen des Konzerns beteiligt sein.

DüsseldorfDer Machtkampf bei Europas größtem Elektronikhändler Media-Saturn geht in eine neue Runde. Das Landgericht Ingolstadt habe nach einer Klage von Firmengründer und Minderheitseigner Erich Kellerhals gegen die Konzernmutter Metro einen Prozess terminiert, sagte ein Sprecher der Kellerhals-Beteiligungsgesellschaft Convergenta am Mittwoch. Das persönliche Erscheinen der Beteiligten sei angeordnet worden. Ein Gerichtssprecher bestätigte dies und sagte, der erste Verhandlungstermin sei auf den 19. Juli festgelegt worden. In Kreisen des Metro-Konzerns hieß es, der Handelsriese sei weiter zu außergerichtlichen Gesprächen bereit.

Kellerhals befürchtet, dass der Handelskonzern Mitentscheidungsrechte der Minderheitsgesellschafter bei Media-Saturn aushebeln will. Metro hatte immer wieder betont, der Konzern wolle die Rechte, die sich aus einem Mehrheitsanteil von 75 Prozent ergäben, angemessen ausüben. Die Convergenta-Gruppe hält Kellerhals' Anteil von gut 21 Prozent an der Dachgesellschaft der Ketten Media Markt und Saturn. Neben Kellerhals hatte auch der zweite Media-Saturn-Alteigner, Leopold Stiefel, Kritik am Vorgehen der Metro geübt. Es könne für das Unternehmen nicht gut sein, die Stimmenverhältnisse bei Media Saturn zu verändern, hatte Stiefel Reuters gesagt.

Metro-Chef Eckhard Cordes hatte sich bei der Hauptversammlung Anfang Mai zu Gesprächen mit den Altseignern bereiterklärt. Eine lange gerichtliche Auseinandersetzung liege nicht im Interesse des Handelsriesen. Er sei jederzeit zu "konstruktiven Gesprächen" außerhalb der Gerichte bereit. Metro wolle aber seine "satzungsgemäßen Rechte" bei Media-Saturn wahrnehmen. Kellerhals habe bislang aber alle Vorschläge der Metro zu einer Lösung des Konflikts ausgeschlagen. Der Convergenta-Sprecher bestritt dies: Metro habe bislang kein Angebot für eine außergerichtliche Einigung gemacht.

Metro hält 75 Prozent an der Media-Saturn-Holding, Kellerhals knapp 22 Prozent und Mit-Alteigner Leopold Stiefel rund drei Prozent.

Von

rtr

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