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10.12.2013

13:45 Uhr

Emeza wird eingestampft

Zalando hat Luxus-Probleme

VonCarina Kontio

Mit Edelmarken im Luxus-Shop Emeza wollte das Unternehmen eine neue, kaufkräftige Zielgruppe erschließen – doch das Segment ist heftig umkämpft. Jetzt macht Zalando seinen Edel-Spross nach neun Monaten wieder dicht.

Emeza-Pakete kommen als hochwertige Geschenkverpackung daher. (Foto: Emeza)

Emeza-Pakete kommen als hochwertige Geschenkverpackung daher.

(Foto: Emeza)

DüsseldorfSchrei vor Glück oder schick's zurück: Frei nach dem berühmt berüchtigten Werbeslogan (den man in der Zwischenzeit wieder geändert hat) scheint der Berliner Internet-Händler Zalando nun mit einem seiner jüngsten Sprösslinge zu verfahren. Das Portal Emeza, mit dem man Luxus-Shopper umgarnen wollte, die mehrere hundert Euro für eine Handtasche zahlen, wird wieder eingestellt – und zwar nach nur neun Monaten Laufzeit.

Dies berichtet das Start-up-Portal „Gründerszene.de“. Unter Berufung auf das Umfeld von Zalando sollen Aufwand und Ergebnis in einem allzu schlechten Verhältnis gestanden haben. Ein Unternehmenssprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Hoffnung gibt es aber für die 30-40 Mitarbeiter. Die meisten von ihnen sollen auf andere Zalando-Projekte verteilt werden.

Erst Ende März wurde die glamouröse Edel-Plattform Emeza gestartet, um über diese Seite internationale Top-Modemarken wie DKNY, Michael Kors oder Missoni anbieten zu können, die sich auf Zalando nur bedingt wohl fühlten. Dabei griff Emeza, wie man es von Samwer-Projekten kennt, bereits bewährte Ideen auf. So ähnelte die Seite sehr stark net-a-porter.com des Schweizer Luxus-Artikelhersteller Richemont und mytheresa.com.

Was Deutsche am meisten zurückschicken

Möbel/Heimtextilien

Die Faustregel des interaktiven Handels: Je näher das bestellte Produkt am Körper ist, desto höher ist die Rückgabequote (in Prozent). Möbel und Heimtextilien werden demnach nur in 12,2 Prozent retourniert.

Geschenkartikel

Von allen Online-Bestellungen aus der Kategorie Geschenkartikel gehen 12,8 Prozent wieder zurück.

Musik/DVD/Games

Etwa 13,2 Prozent der Bestellungen aus dem Bereich Musik/DVD/Games bleibt nicht beim Kunden und wird zurück zum Händler geschickt.

Bücher

Bücher werden auch nicht so oft wieder zurück geschickt. Die Quote liegt bei 13,4 Prozent.

Spielzeug

Auch Kinder können wählerisch sein. 14,8 Prozent des bestellten Spielzeugs wird retourniert.

EDV

Im Bereich EDV liegt die Rückgabequote bei 15,1 Prozent.

Unterhaltungselektronik

Gut 15,4 Prozent der bestellten Produkte aus der Kategorie Unterhaltungselektronik/Foto wird zurückgeschickt.

Haushaltselektronik

Haushaltselektronik wird in 15,6 Prozent aller Fälle wieder retourniert.

Sonstiges

Alles, was in keine andere Kategorie fällt, hat eine Rückgabequote von 16 Prozent.

Kleidung/Schuhe

Am häufigsten schicken Kunden im interaktiven Handel Kleidung und Schuhe wieder zurück. Die Quote liegt bei 28,5 Prozent.

(Quelle: Zeit, Nr. 43, Grafik S. 41)

Allerdings sei das Angebot im Gegensatz zu den anderen Luxus-Portalen überschaubar gewesen. Zwar versicherte Zalando im Frühling, dass nach und nach weitere Designerkollektionen folgen, doch viele der ganz großen Namen fehlten im Sortiment. So hat sich letztlich die Hoffnung, mit jungen Top-Marken Umsätze zu erzielen, nicht erfüllt.

Dabei klang Felix Zirkler, der die Geschäfte im Trio mit Remco van Zanten und Sandy Bontout führte, noch im März so optimistisch; auch wenn damals schon klar war, dass die Gewinnaussichten im Luxussegment eher mau sind. „Unsere Analysen zeigen, dass das ein sehr großer, wachsender und auch ein sehr profitabler Markt ist“, so Zirkler im Interview mit Handelsblatt Online.

Konkrete Angaben zur Gewinnschwelle machte er allerdings nicht. Nur so viel: „Natürlich, jedes Geschäftsmodell sollte das Ziel haben ein auf eigenen Beinen stehendes profitables Konzept zu sein und wir wären nicht in den Markt gegangen, wenn wir nicht daran glauben würden, dass wir das erreichen werden“, so Zirkler. Zumindest mittelfristig wollte er profitabel mit Emeza wirtschaften. Doch daraus wurde scheinbar nichts.

Eingedampft statt eingestampft wird Kiomi. Die Zalando-Eigenmarke dürfte dem Bericht zufolge zwar weiter bestehen bleiben – aber ohne einen eigenen Shop. Es gebe die Produkte künftig wieder ausschließlich über die Zalando-Seite. Das 2008 gegründete Unternehmen Zalando schreibt noch immer Verluste. 2012 lag der Umsatz bei 1,15 Milliarden Euro in 14 Ländern.

Kommentare (3)

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INdieTASCHEluegen

10.12.2013, 09:46 Uhr

soviel zur skalierbarkeit aller produktabsätze

das zalando geschäftsmodell führt auch dazu,daß retounierte warenbestände das unternehmen ersticken.da hilft auch kein outlet in der köpenickerstraße zu berlin xberg

jeder kunde in berlin weiß.daß er sich dort den modekram billiger abholen kann,er muß nur warten.eine frage der zeit

zalando ist gehypt wie vormals die klingeltonschmiede jamba

suplo

10.12.2013, 10:21 Uhr

... und wenn sich kein dummer Großinvestor mehr findet, der die Verluste mit frischem Geld auffängt, wird die Hütte an die Börse gebracht - dumme Kleininvestoren gibt es genügend.

Leo

10.12.2013, 12:26 Uhr

Über 1 Mrd. Umsatz mit der Brechstange, verbrannte Erde im Einzelhandel hinterlassen und kein break even in Sicht. Vielleicht sollten die quirligen BWLer doch nochmal einen Blick in ihre Schulbücher werfen

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