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12.06.2017

20:27 Uhr

Emil Michael

Engster Vertrauter des Uber-Chefs verlässt den Fahrservice

VonBritta Weddeling

Ein weiterer Top-Manager verlässt den US-Fahrdienstleister Uber: Mit Emil Michael geht der engste Vertraute des Firmenchefs Travis Kalanick. Und auch Kalanicks Zukunft ist ungewiss.

Mehr als ein Dutzend hochrangige Führungsfiguren haben das Unternehmen allein in diesem Jahr freiwillig verlassen oder sind gefeuert worden. AP

Uber

Mehr als ein Dutzend hochrangige Führungsfiguren haben das Unternehmen allein in diesem Jahr freiwillig verlassen oder sind gefeuert worden.

San FranciscoWäre das Management von Uber ein Schachspiel, dann hätte Gründer Travis Kalanick gerade seine mächtigste Spielfigur geopfert. Emil Michael, Chief Business Officer von Uber und Kalanicks engster Vertrauter, verlässt den Fahrservice. Der Manager informierte die Uber-Mitarbeiter am Montagmorgen kalifornischer Zeit dazu per Mail.

„Uber hat einen langen Weg vor sich, um all das zu erreichen, was möglich ist“, schreibt Michael. „Ich freue mich darauf zu sehen, was Ihr in den kommenden Jahren erreichen werdet.“

Der Abschied von Michael ist ein weiterer Rückschlag für das von Skandalen erschütterte Start-up aus San Francisco. Mehr als ein Dutzend hochrangige Führungsfiguren hatten das mit 69 Milliarden Dollar bewertete Unternehmen allein in diesem Jahr freiwillig verlassen oder waren gefeuert worden. Uber bestätigte den Abgang von Michael, ließ jedoch offen, ob es sich dabei um einen Rauswurf handelte.

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Riesige Verluste, Sexismusklagen und Topmanager, die gehen: Uber steckt in seiner schwersten Krise. Und Firmenchef Travis Kalanick fehlt ein Plan, die Firma neu aufzustellen. Er droht die Kontrolle zu verlieren.

Die Zukunft des umstrittenen Vertrauten von Kalanick war eines der Hauptthemen beim kurzfristig anberaumten Treffen des Uber-Aufsichtsrats am Sonntag in Los Angeles. Das Gremium diskutierte die Handlungsempfehlungen von Ex-Generalstaatsanwalt Eric Holder, der die Sexismus-Vorwürfe in der Firma untersucht und dafür zahlreiche ehemalige und aktuelle Uber-Mitarbeiter gesprochen hatte.

Im Zentrum der Vorwürfe über ein „vergiftetes Arbeitsklima“, Sexismus und Diskriminierung bei Uber stand laut „Wall Street Journal“ und Tech-Blog „Recode“ offenbar auch Michael. Der Holder-Report habe demnach auf eine Absetzung des Managers gedrängt, Ubers Führungsgremium hatte allen Empfehlungen entsprochen. Der Manager sorgte in der Vergangenheit mehrfach für Ärger. Er schlug etwa vor, „Dreck über Journalisten“ auszugraben, die kritisch über seine Firma berichten.

Auch über eine dreimonatige Auszeit für Chef Kalanick war bei dem Aufsichtsratsreffen diskutiert worden. Über die Ergebnisse des Holder-Reports und weitere Änderungen will das Start-up die Öffentlichkeit am Dienstag informieren.

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