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17.02.2016

07:49 Uhr

Emirates und der Pilotenmangel

Golf-Airline stößt an die Grenzen des Wachstums

VonJens Koenen

Emirates startete als erste Fluggesellschaft vom Persischen Golf – und ist heute eine feste Größe in der Branche. Doch die rasante Expansion hat Folgen: Allmählich werden die Piloten knapp.

„Bei Emirates müssen die Piloten das fliegen, was gesetzlich maximal erlaubt ist.“ dpa

Airbus A380 von Emirates

„Bei Emirates müssen die Piloten das fliegen, was gesetzlich maximal erlaubt ist.“

FrankfurtDie Zahlen, die Henry Donohoe nennt, sind beeindruckend: „Wir werden 450 zusätzliche Piloten einstellen. 2016 werden voraussichtlich 20 neue Flugzeuge eingeflottet“, berichtet der Flugkapitän und Senior Vice President Flight Operations bei Emirates.

Wer gedacht hatte, die Airline vom Persischen Golf würde langsam mal auf die Wachstumsbremse treten, hat sich getäuscht. Das Unternehmen expandiert rasanter denn je. Doch während Flugzeuge recht leicht zu besorgen sind, ist das bei Flugzeugführern weniger einfach. Denn es droht ein weltweiter Engpass.

In einer vor wenigen Tagen vorgestellten Studie beziffert der Flugzeughersteller Boeing den Bedarf für die kommenden Jahre auf weltweit 558.000 neue Flugzeugführer. In Nordamerika und Europa werden jeweils 95.000 gebraucht, in Asien in den kommenden 20 Jahren sogar 226.000 Piloten, davon 100.000 in China.

Der Mangel bremst vor allem stark wachsende Fluggesellschaften wie Emirates. Hinzu kommt hier ein weiteres Problem: Unternehmenskenner berichten von einer sehr hohen Fluktuationsrate bei den Piloten. „Bei Emirates müssen die Piloten das fliegen, was gesetzlich maximal erlaubt ist: Das geht an die Substanz, weshalb viele Piloten abspringen“, beschreibt ein Insider die Situation bei Emirates.

Das sind die größten Airlines der Welt

Platz 10

Air China ist die zweitgrößte Fluggesellschaft der Volksrepublik – und die einzige zivile Linie, der es erlaubt ist, die chinesische Nationalflagge auf ihren Flugzeugen anzubringen.
Passagiere 2014: 54,58 Millionen

Platz 9

Die Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft und befördert den Großteil ihrer Passagiere auf internationalen Flügen.
Passagiere 2014: 59,85 Millionen

Platz 8

Easyjet aus Großbritannien ist nach Ryanair die zweitgrößte Billigfluggesellschaft der Welt.
Passagiere 2014: 62,31 Millionen

Platz 7

China Eastern Airlines hat seine Basis in Shanghai, fliegt trotz des Namens nicht nur Ziele im Osten des Landes an, sondern ist sowohl in ganz China als auch internationale unterwegs.
Passagiere 2014: 66,17 Millionen

Platz 6

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair liegt im weltweiten Ranking auf Platz 6, in Europa ist aber keine Airline größer als das Unternehmen aus Dublin. Interessant: Ryanair bietet ausschließlich internationale Flüge an.
Passagiere 2014: 86,37 Millionen

Platz 5

American Airlines mit Sitz in Texas ist eine der ältesten Fluglinien der Welt, sie wurde bereits 1930 gegründet.
Passagiere 2014: 87,83 Millionen

Platz 4

Noch ein wenig älter ist United Airlines, ebenfalls aus den USA. Die Unternehmensgeschichte geht bis ins Jahr 1926 zurück.
Passagiere 2014: 90,44 Millionen

Platz 3

China Southern Airlines ist die größte Fluggesellschaft Asiens. Den Großteil ihrer Passagiere befördert die Airline auf Flügen innerhalb Chinas.
Passagiere 2014: 100,68 Millionen

Platz 2

Southwest Airlines aus den USA ist eine Billigfluggesellschaft mit Sitz in Dallas. 1967 gegründet, ist das Unternehmen Pionier des Billigflugsegments. Sie bietet fast ausschließlich Flüge innerhalb der USA an.
Passagiere 2014: 129,09 Millionen

Platz 1

Delta Air Lines gehört zu den drei verbliebenen traditionsreichen Linienfluggesellschaften in den USA. Ganz knapp verweist das Unternehmen die Southwest Airlines auf Rang zwei.
Passagiere 2014: 129,43 Millionen

Quelle: IATA

Donohoe will dieses Thema nicht kommentieren, den Engpass räumt er allerdings ein: „Wir sind uns bereits länger eines potentiellen Pilotenmangels bewusst.“ Deshalb habe man bereits entsprechende Maßnahmen unternommen. So errichte man derzeit am Flughafen Dubai ein neues Ausbildungszentrum. Ende 2016 soll es in Betrieb gehen. „Das Programm nimmt etwa dreieinhalb Jahre in Anspruch und wird ab 2016 eine jährliche Kapazität von 160 bis 200 Flugschülern haben“, erläutert der Flugkapitän und Manager.

Der gewaltige Bedarf hängt auch mit der neuen Strategie zusammen, die Emirates-Chef Tim Clark der Airline seit kurzem verordnet.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

17.02.2016, 08:05 Uhr

Die Golf-Airlines interessiert dieser Tage wirklich niemanden.

Bitte die Kommentarbereiche für die Artikel des Brexit und der illegalen Einwanderung freigeben....wir erleben in diesen Jahr schließlich damit den Untergang der EU....und das ist auch gut so....auch das EURO Desaster wird sich dieses Jahr nach oben katapultieren...

(...)

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Holger Narrog

17.02.2016, 09:38 Uhr

Der Punkt "Pilotenmangel" hört sich ein wenig seltsam an. Aktuell gibt es in Europa zahlreiche Copiloten die für Lau, oder sehr geringe Bezahlung arbeiten um ihre Flugstunden zu bekommen. Es gibt auch viele ausgebildete Piloten die in der Kabine als "Saftschubse" arbeiten.

Wettbewerbsvorteile haben die Gesellschaften vom Golf weil es auf den dortigen Flughäfen kein Nachtflugverbot gibt und die Flugzeuge damit 24h/Tag betrieben werden können. Es gibt dort keinen ökoreligiösen "Klimawandel" oder irgendwelche Gesetze die den Personaleinsatz verteuern, oder behindern.

Herr Jürgen Dannenberg

17.02.2016, 09:49 Uhr

Und die wären?
„Bei Emirates müssen die Piloten das fliegen, was gesetzlich maximal erlaubt ist: Das geht an die Substanz, weshalb viele Piloten abspringen“,

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