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05.06.2012

15:31 Uhr

Endgültiges Aus für Schlecker

Schlecker-Kinder fordern Millionen zurück

Nachdem auch die Gläubigerversammlung heute das Ende von Schlecker besiegelt hat, ist bekannt, auf wie viele Millionen sich die Forderungen der Gläubiger insgesamt belaufen - und wer jetzt alles die Hand aufhält.

Schriftzug der Schlecker XL-Märkte: Sie werden von einem Investor übernommen. Für alle anderen Filialen ist Schluss. dpa

Schriftzug der Schlecker XL-Märkte: Sie werden von einem Investor übernommen. Für alle anderen Filialen ist Schluss.

UlmDie Schlecker-Gläubiger ziehen einen Schlussstrich unter das Kapitel der einst größten Drogeriemarktkette Deutschlands: Sie beschlossen am Dienstag auf der Gläubigerversammlung in Ulm die Zerschlagung des Unternehmens. Die Anton Schlecker e.K. wird damit abgewickelt. Es sei nochmals die Stilllegung des Geschäftsbetriebes bestätigt worden, sagte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz nach der Versammlung. Insgesamt würden sich die Forderungen der Gläubiger inzwischen auf 665 Millionen Euro belaufen. Er geht davon aus, dass es am Ende etwa 800 Millionen Euro sein werden.

Millionenforderungen der Schlecker-Kinder

Wie die Wirtschaftswoche berichtet, haben Lars und Meike Schlecker, die Kinder des Drogeriegründers Anton Schlecker, Forderungen in Höhe von insgesamt rund 176 Millionen Euro angemeldet. Demnach fordert Meike Schlecker 48,43 Millionen Euro, ihr Bruder Lars die Summe von 48,9 Millionen Euro, geht aus der Forderungsliste hervor.

Hinzu kommen Forderungen der privaten Logistikfirma LDG, die ebenfalls Lars und Meike Schlecker gehört, in Höhe von 76 Millionen Euro. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Warenkreditversicherer Euler Hermes haben laut Wirtschaftswoche dreistellige Millionenbeträge als Forderungen angemeldet. Zudem hat das Finanzamt noch 73,2 Millionen Euro von der Drogeriekette zu kriegen.

Ein Großteil der noch verbliebenen 2.800 Märkte wird damit schließen und schon in den nächsten Tagen mit dem Ausverkauf beginnen; mehr als 13.000 Mitarbeiter werden voraussichtlich Ende Juni ihre Kündigung erhalten. Hunderte von ihnen demonstrierten vor dem Tagungsort. Sie riefen „Wir sind die Schlecker-Frauen“ und hielten Plakate in die Höhe. Darauf forderten sie die Politik zum Handeln auf. Auf einem Plakat stand: „Wir fordern von der Politik eine Transfergesellschaft.“

Der Verkauf von Ihr Platz und Schlecker XL an den Münchener Investor Dubag ist doch noch nicht so sicher, wie noch am Montag per Pressemitteilung verkündet. Es gebe noch eine gewisse Diskussion, sagte Geiwitz. „Es fehlen noch Informationen seitens des Investors, wie die Finanzierung gesichert werden soll“, sagte ein Sprecher des größten Schlecker-Gläubigers Euler Hermes.

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Die „Wirtschaftswoche“ berichtete, dass der Verkauf von Ihr Platz und Schlecker XL an Dubag am Preis scheitern könnte. Hintergrund sei ein Streit zwischen Euler Hermes und Dubag um den Wert der Regalware der Unternehmen. Direkt im Anschluss an die Gläubigerversammlung von Schlecker sollte die der Tochter Schlecker XL stattfinden. Am Mittwoch kommen die Ihr-Platz-Gläubiger zusammen.

Kommentare (9)

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Ideefix

05.06.2012, 18:01 Uhr

tja - da sieht man es ja wieder nun fordern die Schlecker Kinder Millionen aus dem Insolvenz verfahren - und die ehemaligen Mitarbeiter gehen leer aus. (...)
+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

spurnase

05.06.2012, 18:18 Uhr

es ist völlig weltfremd zu glauben,daß bei den umsätzen die handelsorganisationen keine kick backs gelegt haben.

derrick übernehmen sie,harry hol mal schon den wagen...

Luppi

05.06.2012, 18:22 Uhr

Hallo,
nein, die Mitarbeiter gehen nicht leer aus, da aus der Unternehmensmasse zuerst die unmittelbaren Verbindlichkeiten, hier Gehälter, gedeckt werden. Wenn sie jedoch eine fehlende Transfergesellschaft meinen, dann bin ich der Meinung - gut so. So leid es mir auch für die Mitarbeiter tut, aber wo kommen wir hin, wenn jedes Unternehmen bei einer Insolvenz eine Transfergesellschaft fordert? Dann kann bald jeder Tante Emma Laden kommen und das wäre dann nichts anderes als eine dem Arbeitsamt vorgeschaltete Behörde.

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