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10.03.2011

23:45 Uhr

Fahne mit dem Logo des italienischen Energiekonzerns Eni vor dessen Zentrale in der Nähe Mailands. Quelle: ap

Fahne mit dem Logo des italienischen Energiekonzerns Eni vor dessen Zentrale in der Nähe Mailands.

MailandDer italienische Strom- und Gaskonzern Eni bekommt die unruhige Lage in Libyen zu spüren.

Wie der Vorstandsvorsitzende Paolo Scaroni bei der Vorstellung seines Vierjahresplans bestätigte, ist vor allem die Gasförderung von den Aufständen gegen den Diktator Muammar al-Gaddafi betroffen. „Wir haben die Offshore-Gasförderung in Libyen und die Einfuhren nach Italien eingestellt“, sagte Scaroni gestern. Heute fördere Eni nur noch ein Drittel dessen, was die Italiener vor der Krise gefördert haben. Dies sei vor allem für den libyschen Markt bestimmt.

Scaroni geht davon aus, „dass die Unterbrechungen vorübergehend sind“ und daher mittelfristig keinen großen Einfluss auf das Geschäft von Eni haben. Das Unternehmen habe keine Schäden bei seinen Anlagen zu melden. Außerdem mache der durch die Krisen in Nordafrika gestiegene Ölpreis die Probleme bei der Öl- und Gasförderung in Libyen mehr als wett, sagte Scaroni.

Unter den weltweiten Ölkonzernen ist Eni am stärksten von der libyschen Krise betroffen. Schließlich importiert Italien fast ein Viertel seines Erdöls aus Libyen und rund sieben Prozent des Gasbedarfs im Winter. Die einzige Gaspipeline von Libyen nach Europa ist die Greenstream, die das Gas nach Sizilien transportiert. Im Zuge der Unruhen hat Muammar al-Gaddafi Greenstream komplett gekappt.

Im vergangenen Jahr hat Eni insgesamt fast 100 Milliarden Euro umgesetzt und damit ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Der Gewinn kletterte dabei sogar um 45 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. In den kommenden drei Jahren will Eni die Öl- und Gas-Förderung um drei Prozent steigern. Bis 2014 will Eni 53 Milliarden Euro investieren.

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