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12.01.2006

11:42 Uhr

Entscheidung

Bahn-Zentrale bleibt in Berlin

Ein Umzug der Bahn-Zentrale von Berlin nach Hamburg steht nicht mehr zur Debatte. Aus dem Verkehrsministerium hieß es jetzt, nach einem Gespräch zwischen Bahnchef Mehdorn und Wolfgang Tiefensee sei das Thema endgültig vom Tisch.

Bahn-Konzernzentrale in Berlin: Ein Umzug nach Hamburg ist vom Tisch. Foto: dpa

Bahn-Konzernzentrale in Berlin: Ein Umzug nach Hamburg ist vom Tisch. Foto: dpa

HB BERLIN. „Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, hat dem Bundesverkehrsminister versichert, dass ein Umzug der Konzernzentrale nicht zur Debatte steht“, sagte ein Ministerumssprecher. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht mitgeteilt.

Der Sprecher bestätigte damit einen Bericht der „Berliner Morgenpost“. Sie hatte sich auf ein Gespräch mit Mehdorn am Vorabend beim Managementforum der „Welt am Sonntag“ berufen. Dabei habe Mehdorn Berichte als Missverstandnis bezeichnet, die Bahn wolle im Zusammenhang mit einer geplanten Beteiligung an dem Hamburger Hafenbetreiber HHLA und der Hamburger Hochbahn AG mit der Konzernspitze nach Hamburg umziehen.

Die Bahn und der Hamburger Senat hatten Ende vergangenen Jahres bekannt gegeben, dass sie über eine Beteiligung an den landeseigenen Firmen HHLA und HHB und einen damit verbundenen Umzug der Bahnzentrale nach Hamburg verhandeln. Vertreter Hamburgs machten danach deutlich, eine Beteiligung komme nur in Frage, wenn die Bahn sich in Hamburg ansiedele. Außerdem wolle Hamburg die Mehrheit an den beiden Unternehmen behalten.

In Berlin hatte die mögliche Verlagerung heftigen Protest ausgelöst. Auch die Bundesregierung sprach sich deutlich gegen einen Umzug aus. Der Bund ist Mehrheitseigner der Bahn, die formale Aufsicht obliegt dem Verkehrsminister. Die Bahn-Konzernzentrale mit 850 Mitarbeitern hat ihren Sitz im angemieteten "Bahntower" am Potsdamer Platz. Der Mietvertrag läuft 2010 aus.

Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust (CDU) erklärte zu den Meldungen: „Der Hamburger Senat wird die Gespräche fortsetzen. Ich rechne damit, dass wir etwa Mitte März ein bewertbares Ergebnis vorliegen haben, auf dessen Grundlage der Senat über seine verschiedenen Handlungsalternativen entscheiden kann“, sagte von Beust.

Er betonte, dass die Grundlage der Gespräche das Denkmodell sei, das der Öffentlichkeit bekannt ist: Umzug von Vorstand, Konzernleitung und Konzern-funktionen nach Hamburg, schrittweise Mehrheitsbeteiligung an HHLA und HHA bei Sicherung der strategischen Interessen der Stadt und der Eigenständigkeit und Neutralität der Unternehmen. „Es gibt nach unseren Erkenntnissen keinen Hinweis dar-auf, dass der Vorstand der Deutschen Bahn AG von diesen Grundsätzen abweicht“, erklärte von Beust.

Die Deutsche Bahn bestätigte, dass die Gespräche mit dem Hamburger Senat über einen Einstieg bei der Hochbahn und der Hafengesellschaft HHLA fortgeführt werden. Im Zusammenhang mit einem Engagement sei „die Verlagerung zentraler Funktionen“ geplant. Daran habe sich nichts geändert. Ein Umzug der kompletten Zentrale in die Hansestadt sei jedoch definitiv vom Tisch.

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