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22.01.2010

18:18 Uhr

Entsorgungsdienstleister

Rettungsversuch für die gelbe Tonne

VonDana Heide

Um die Unregelmäßigkeiten beim dualen System zu bekämpfen, haben sich die neun Unternehmen, die für das Einsammeln des Verpackungsmülls zuständig sind, auf neue Richtlinien geeinigt.

2009 mussten in Deutschland sechs Mio. Tonnen Verpackungsmüll beseitigt werden. ap

2009 mussten in Deutschland sechs Mio. Tonnen Verpackungsmüll beseitigt werden.

DÜSSELDORF. Ab Mitte 2010 soll ein Wirtschaftsprüfer kontrollieren, ob die Verwerter die Müllmengen richtig angegeben haben. In den vergangenen Wochen hatten die Systembetreiber immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass ihnen durch Trittbrettfahrer 500 bis 600 Mio. Euro Einnahmen im Jahr entgehen.

Die deutsche Verpackungsverordnung sieht vor, dass die Unternehmen, die Verpackungen in Umlauf bringen, für deren Wiederverwertung bezahlen müssen. Dafür schließen sie einen Vertrag mit einem der neun Systembetreiber ab, die wiederum das Recycling organisieren.

Allerdings geben zahlreiche Unternehmen ihre Mengen entweder gar nicht, oder nur unvollständig an. Auch die Systembetreiber selbst beteiligen sich vereinzelt an dem regelwidrigen Verhalten. Die Folge der falschen Angaben ist, dass alle Entsorgungsdienstleister Müll entsorgen müssen, für den sie nicht bezahlt werden.

Laut der Deutschen Umwelthilfe mussten im vergangenen Jahr sechs Millionen Tonnen Verpackungsmüll beseitigt werden – Verträge bestanden allerdings nur über vier Millionen Tonnen.

Doch nicht alle Systembetreiber sind mit der Abmachung zufrieden: Zwei der neun Systembetreiber, der Redual und der VfW, gehen die Abmachungen nicht weit genug. Sie fordern eine komplette Neuordnung des Systems. Gemeinsam mit Vertretern der privaten und kommunalen Entsorgungswirtschaft und dem Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) haben sie ein Konzept entworfen, das am Donnerstag in Bonn vorgestellt werden soll. "Die Verpackungsverordnung ist nicht mehr reformierbar", sagt Burkhard Landers, Präsident des BVSE. Sie reiche nicht aus, um die Trittbrettfahrer einzufangen.

Kommentare (5)

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Bernd Trenkner

22.01.2010, 20:33 Uhr

Alles in eine Tonne und ab damit

Denkerist

22.01.2010, 20:34 Uhr

Der sinnlose gelbe Sach. Nur um dem Dualen System Deutschland die Gewinne zu garantieren, wird Müll und gelber Sack getrennt eingesammelt. Dabei haben verschiedene Modellprojekte gezeigt, daß der Müll in automatischen Sortieranlagen viel besser getrennt werden kann, ein separates gelbes System sinnlos ist.
Aber was tut man nicht alles um den Aktionären Freude zu bereiten. Wenn sie dann noch aus den USA kommen,,,

Denkerist

22.01.2010, 20:37 Uhr

Der sinnlose gelbe Sack.
Nur um dem Dualen System Deutschland die Gewinne zu garantieren, wird Müll und gelber Sack getrennt eingesammelt. Dabei haben verschiedene Modellprojekte gezeigt, daß der Müll in automatischen Sortieranlagen viel besser getrennt werden kann, ein separates gelbes System sinnlos ist.
Aber was tut man nicht alles um den Aktionären Freude zu bereiten. Wenn sie dann noch aus den USA kommen,,,

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