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20.08.2014

01:03 Uhr

Epidemie in Afrika

Air France-Crews verweigern Flug in Ebola-Region

Öfter als andere Fluglinien steuert Air France Ziele in Westafrika an. Das behagt der Besatzung nicht: Mehrere Crews wollen nicht mehr in die Nähe des Ebola-Virus fliegen. Liberia verhängt nun sogar eine Ausgangssperre.

"Ebola, geh fort": Mit einem Marsch will die Künstlergruppe "Be Kok Spirit" in Abidjian über Ebola aufklären. Die Elfenbeinküste hat bereits am 11.8. alle Flüge aus der Ebola-Region verboten. AFP

"Ebola, geh fort": Mit einem Marsch will die Künstlergruppe "Be Kok Spirit" in Abidjian über Ebola aufklären. Die Elfenbeinküste hat bereits am 11.8. alle Flüge aus der Ebola-Region verboten.

Paris/MonroviaDie Besatzungen mehrerer Air-France-Flüge wollen nach Angaben der französischen Fluglinie nicht mehr in die von der Ebola-Epidemie betroffenen afrikanischen Länder fliegen. Dies betreffe Flüge nach Guinea, Sierra Leone und Nigeria, sagte ein Air-France-Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

Den Besatzungen sei es freigestellt worden, ob sie die Regionen weiter anfliegen wollten. Bislang seien aber keine Flüge mit weniger Crew-Mitgliedern als üblich abgefertigt worden.

Air France fliegt mehr Ziele in Westafrika an als andere große Fluglinien. British Airways und Emirates haben ihre Flüge in die betroffenen Gebiete bereits eingestellt. Die Air-France-Gewerkschaft SNGAF hatte am Montag gefordert, Flüge in die von Ebola betroffenen Länder ebenfalls auszusetzen. An dem Ebola-Virus starben in Westafrika in diesem Jahr bereits 1229 Menschen.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie hat Liberia eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Solange die Seuche anhalte, solle dadurch die Bewegung der Bevölkerung kontrolliert werden, berichtete der staatliche Hörfunk am Dienstag. Das Ausgehverbot gelte von 21.00 und 06.00 Uhr.

Liberia ist von der Epidemie in Westafrika am stärksten betroffen. Um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern, haben Behörden Quarantäne-Zonen im Grenzgebiet zwischen Guinea, Liberia und Sierra Leone eingerichtet.

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