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18.10.2011

10:59 Uhr

Containerschiff der Reederei ER Schiffahrt. E.R. Schiffahrt

Containerschiff der Reederei ER Schiffahrt.

Ulsan, HamburgDas gab Firmenchef Erck Rickmers am Rande einer Schiffstaufe im südkoreanischen Ulsan bekannt. "Wir sind auch interessiert, andere zu übernehmen", sagte Rickmers, er denke dabei vor allem an kleinere und mittelgroße deutsche Wettbewerber.

Viele dieser Unternehmen hätten die Wirtschaftskrise zwar überlebt, nun seien sie aber "blutleer", so Rickmers vor Journalisten. Es gehe ihm um eine Win-win-win-Situation, "für uns, die anderen Reeder und die Banken". Während ER Schiffahrt in der koreanischen Hafenstadt Ulsan die Schiffe Nummer 100 und 101 weihen ließ, besitzt die Mehrheit der deutschen Reedereien im Schnitt neun Schiffe.
Rickmers Vorstoß kommt in einer für die Schifffahrt weltweit schwierigen Zeit. Nach Angaben der weltgrößten Werft Hyundai Heavy sind die Preise infolge der allgemeinen Wirtschaftskrise zwischen 2008 und 2011 um 25 bis 30 Prozent gefallen. Bei dem südkoreanischen Unternehmen lässt Rickmers einen Teil seiner Schiffe bauen.

Die größten deutschen Reeder

C-P Offen

Gemessen an der Tragfähigkeit ist die Flotte der Reederei Claus-Peter Offen die größte Deutschlands. Zusammen verfügen die Containerschiffe, Tanker und Bulker über eine Tragfähigkeit von rund 8,4 Millionen Tonnen.

Dr. Peters

Die Flotte der Dr. Peters Gruppe fassen zusammen 7,1 Millionen Tonnen an Gewicht, und ist damit die zweitgrößte Deutschlands.

E.R. Schiffahrt

Container- und Offshore-Schiffe sowie Massengutfrachter machen die Flotte der E.R. Schiffahrt aus. Insgesamt liegt die Tragfähigkeit bei 6,3 Millionen Tonnen.

Conti Holding

Zu den größten Reedereien zählt auch die Conti Holding. Der Großteil der Flotte besteht aus Containerschiffen, insgesamt haben sie eine Tragfähigkeit von 6,2 Millionen Tonnen.

Peter Döhle Schiffahrts-KG

Die Schiffe der 1956 ebenfalls in Hamburg gegründeten Peter Söhle Schiffahrts-KG fassen ein Gewicht von 6,0 Millionen Tonnen. Damit ist die Reederei die fünftgrößte des Landes.

Neu Seeschiffahrt

Die Flotte der Hamburger Neu Seeschiffahrt GmbH verfügt über Kapazitäten von 5,4 Millionen Tonnen.

Hartmann Group

Die Hartmann Reederei zählt zu ihrer Flotte neben den üblichen Schiffen vor allem Gastanker für Petroleum-Gase. Insgesamt hat die Flotte eine Tragfähigkeit von 4,6 Millionen Tonnen.

Hapag-Lloyd

Mehr als 135 Containerschiffe fahren für die Hapag-Lloyd AG. Insgesamt geht es hier um 4,4 Millionen Tonnen an Kapazitäten.

Rickmers Reederei

Die Schiffe der Hamburger Rickmers Reederei fassen insgesamt 4,3 Millionen Tonnen.

Bernhard Schulte Group

Die Bernhard Schulte Reederei mit Sitz in Hamburg zählt über 90 Container-, Tank- und Massengutschiffe, die zusammen über eine Tragfähigkeit von rund 4,1 Millionen Tonnen verfügen.

Daher sind Rickmers neue 13000-Container-Riesen "E.R. Cristina" und "E.R. Benedetta", die durch Treibstoffreduzierung und größere Auslastung jährlich 19 Millionen Dollar einsparen sollen, zwischen Bestellung und Ablieferung um 20 Prozent im Preis gesunken. Im vergangenen Jahr hat China seinen Nachbarn Südkorea als weltweit größten Hersteller von Schiffen abgelöst. Die Dominanz der Volksrepublik wird aus Sicht von Experten anhalten, schon heute könnte China den weltweiten Bedarf an neuen Frachtern allein decken.

Hyundai-Heavy-Chef Jai-seong Lee lässt sich davon nicht beeindrucken. "Wir werden auf unsere sieben Brüder ausweichen", sagte Lee. Hyundai Heavy ist neben dem Schiffsbau in sechs Geschäftsfeldern wie etwa im Maschinenbau tätig. Einen Absatzabbruch muss der Konzern aber auch im Werftengeschäft nicht fürchten. Denn mit der üppigen Förderung durch lokale Banken können die Koreaner im Wettbewerb mit den Europäern punkten. Die müssen ohne diese Hilfe auskommen.

Hyundai Heavy weitet zudem sein Portfolio aus: Zunehmend baut der Konzern Spezialschiffe. Sie machen bereits 73 Prozent der neuen Aufträge aus - und torpedieren die Strategie deutscher Werften, die ebenso auf Spezialschiffe, etwa für den Bau von Offshore-Windparks, gesetzt haben.

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