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22.11.2012

09:52 Uhr

Erfolgsgeschichte

Das Weihnachtswunder der Lego-Steine

In der ganzen Branche brechen die Umsätze ein, nur bei Lego wächst weiter zweistelligen Bereich. Lego sieht sich selbst als „Apple“ der Spielzeugbranche. Dabei stand das Unternehmen vor acht Jahren noch kurz vor dem Aus.

Die Nachfrage nach den berühmten Steinen steigt ungebremst: Kurz vor Weihnachten gerät Lego langsam in Lieferschwierigkeiten. ap

Die Nachfrage nach den berühmten Steinen steigt ungebremst: Kurz vor Weihnachten gerät Lego langsam in Lieferschwierigkeiten.

BillundVor Weihnachten kann es eng werden bei einigen Lego-Bausätzen vom Wunschzettel der Kinder: Die Klötze sind in Deutschland wie auch weltweit gefragt wie nie zuvor. Den Boom bei Europas größtem Spielwarenhersteller mit zweistelligen Zuwachsraten seit sieben Jahren haben auch Finanzkrise, sinkende Einkommen und Explosion der Arbeitslosigkeit in Südeuropa nicht gebremst. Für dieses Weihnachtsgeschäft rechnen die Dänen wieder mit einem Plus von mehr als 20 Prozent.

Gerade erst sei der Spielzeugmarkt im Euro-Krisenland Spanien um 25 Prozent eingebrochen, aber: „Lego ist um 17 Prozent gewachsen“, berichtet Europa-Chef Dirk Engehausen aus dem Flachdach-Hauptquartier auf dem flachen Land, 120 Kilometer nördlich der dänisch-deutschen Grenze. Gerade in der Krise würden Eltern „Qualität schenken und nicht ihre Kinder leiden lassen“ meint der Deutsche aus dem Lego-Vorstand.

Hohe Nachfrage: Zur Weihnachtszeit werden Lego-Produkte knapp

Hohe Nachfrage

Zur Weihnachtszeit werden Lego-Produkte knapp

Der Erfolg von Lego könnte viele Kinder an Weihnachten unglücklich machen.

Aber Eltern schenken weltweit eben auch wieder deutlich mehr Spielzeug zum Befühlen und Anfassen statt nur noch Computerspiele. Bis Mitte des letzten Jahrzehnts hatte der unaufhaltsam wirkende Vormarsch elektronischer Spielwaren Lego an den Rand des Ruins getrieben. Die Wiederauferstehung seitdem hat auch in Billund selbst überrascht, wie Engehausen unumwunden eingesteht: „2004 hätten wir bestimmt keine Verdreieinhalbfachung des Umsatzes erwartet, sondern gesagt, jedes Jahr 5 Prozent wären auch schon toll.“

Im Licht der weltweiten Stagnation bei Spielwaren in den vergangenen Jahren steht der Lego-Erfolg umso glänzender da. In Deutschland konnten die Dänen ihren Marktanteil nach eigenen Angaben von 9,2 Prozent (2004) auf jetzt 17 Prozent steigern. Auch hier hat die neue Mädchenserie „Friends“ derart eingeschlagen, dass die Spritzgussmaschinen in Billund sowie in neueren Fabriken in Tschechien und Ungarn nicht genügend Klötze für das Weihnachtsgeschäft ausspucken konnten.

„Es kann Engpässe geben, dabei haben wir schon mehr als das Doppelte an den Handel geliefert als geplant war“, sagt der Europachef mit Sitz in München. Er freut sich, dass Lego mit seinen diversen Serien wie Duplo, City, Technic und jetzt mit Friends für Mädchen „den Zeitgeist getroffen hat“. Die Freude wird nicht ganz geteilt von Kritikern vor allem in den USA, die Lego mit dem an die Barbie-Welt erinnernden „Friends“-Design die Anpassung an altertümliche Frauenklischees vorgeworfen haben.

Die Jungen unter Legos Abnehmern aber dominieren nach wie vor mit 90 Prozent klar und spielen besonders gerne mit Bausätzen aus der Filmserie „Krieg der Sterne“. Dass deren Schöpfer George Lucas sein Werk an den Disney-Konzern verkauft hat, freut die Dänen, weil nun bis 2018 drei neue Star-Wars-Filme angekündigt sind. „Eigentlich waren wir davon ausgegangen, dass es keine neuen Filme mehr geben wird,“ sagte Verkaufschef Mads Nipper der Kopenhagener Zeitung „Børsen“.

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