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27.05.2013

10:07 Uhr

Erfolgsgeschichte Fernost

Wir lieben „Made in China“

VonFinn Mayer-Kuckuk

Der Streit um Handelszölle überschattet den Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang in Deutschland. Der Konflikt zwischen den Wirtschaftsmächten zeigt, dass Chinas Wirtschaft es geschafft hat: Sie spielt technisch ganz vorn mit.

Mit Präzision und Erfindergeist: Der Hinweis „Made in China“ ist in vielen Bereichen kein Makel mehr. Getty Images

Mit Präzision und Erfindergeist: Der Hinweis „Made in China“ ist in vielen Bereichen kein Makel mehr.

PekingDer Firmensitz des chinesischen Netzausrüsters Huawei in Shenzhen sieht eher aus wie das Gelände einer noblen Spitzenuniversität. Zwischen langen Reihen von Bäumen erheben sich die Glasfassaden von Forschungseinrichtungen. Auch die Leute, die hier von Meeting zu Meeting hasten, würden gut in eine technische Uni passen: Sie sind überwiegend jung – und eine große Mehrheit von ihnen sind Ingenieure. Industriearbeiter haben hier nichts zu suchen.

Huawei ist ein Musterbeispiel für ein modernes Unternehmen. Die südchinesische Firma hat sich auf Forschung, Entwicklung und Marketing konzentriert – genau wie der US-Computerriese Apple. Die Produktion ist weitgehend an Auftragshersteller ausgelagert. Huawei ist zugleich auch ein Musterbeispiel für einen neuen Typ von chinesischen Unternehmen: Weltklassefirmen, die mit guten Produkten in erstaunlich kurzer Zeit den Weltmarkt aufgerollt haben.

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Auch Huawei wurde erst 1988 gegründet - und ist seit kurzem der weltgrößte Hersteller von Telekommunikationsausrüstung. Auch die Deutsche Telekom gehört zu den Kunden des Unternehmens. „Chinese Champions“, nennt Innovationsforscher Philipp Sandner von der Technischen Universität München diese Unternehmen. Andere Beispiele sind der inzwischen weltgrößte PC-Hersteller Lenovo aus Peking oder der Baumaschinenhersteller Sany, der durch den Kauf des deutschen Betonpumpenherstellers Putzmeister aufgefallen ist.

Eine ganze Reihe dieser chinesischen Spitzenfirmen blickt nun mit großer Sorge nach Brüssel. Denn EU-Handelskommissar Karel de Gucht scheint aus ihrer Sicht derzeit eine Kampagne gegen ihre besten Vertreter zu fahren. De Gucht wirft den chinesischen Unternehmen vor, ihre Waren in Europa unter den Herstellungskosten anzubieten.

Kommentare (10)

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Insight

27.05.2013, 11:26 Uhr

Huawei als Paradebeispiel für die "guten Chinesischen Unternehmen"? Das grenzt an Realitätsverlust. http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Das-System-Huawei/story/23016329

Account gelöscht!

27.05.2013, 11:33 Uhr

...natürlich lieben die Chinesen "Made in Germany".

Schließlich gibt es kein anderes Land, das so bescheuert ist seine (Hoch-) Technologie, als auch fachliches Know how und "Gewußt-Wie" so hemmungslos kopieren zu lassen.

Der volkswirtschaftliche Schaden, der dabei entsteht (und bereits entsanden ist), vor allem aber die Zukunftsfähigkeit dieses Landes und seiner Protagonisten, die interessieren offensichtlich keinen mehr der verantwortlichen Politiker, als auch Industriellen.

Hauptsache die schnelle Markt, ...(tschuldigung Euro)...ist gemacht. Ob Arbeitslose an diesem Vorgehen dranhängen interessiert ebenfalls keine Bohne.

Nein, nein, ... Technologie - Know how, immer schon raus damit, anstatt dieses "Pfund" zu hüten und abzuschotten gegen die hemmnungslosen Kopisten aus Fernost, damit sich auch unserem Nachwuchs vielleicht mal eine Perspektive eröffnet.

Nein, nein, Es ist an Idiotie nicht mehr zu toppen wie wir am eigenen Ast sägen um uns aus der Geschichte zu schießen.

Und dann dann noch die Massen an Chinesen in unseren Hochschulen und Universitäten die das Know How noch dankend mit nach Hause nehmen und ihren Parteifunktionären überreichen.

Deutschland hat China elementar die letzten 20-30 Jahre hochgepäppelt und gepämpert und damit zur Weltmacht installiert. T O L L !

Schon doof sage ich nur, man macht seinen evtl. künftigen Gegner nicht stark. Ein Credo, was die USA und Japan vertanden haben und Kodex ist. Deutschland exportiert seine prostituierend ins Land der Morgenröte. Und die lachen schief und scheckig und schenkelklopfend einen Ast.

Schön doof, aber eben symptomatisch für die deutsche Gemütsverfassung des Helfersyndroms !

GUTE NACHT

Account gelöscht!

27.05.2013, 11:41 Uhr

Keine Ahnung, wie Sie darauf kommen. Ich hasse das meiste, auf dem "Made in China" steht. Und damit bin ich bestimmt nicht allein.

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