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02.02.2009

07:48 Uhr

Ergebnisse

MTU trotzt Luftfahrtkrise

Der Triebwerkhersteller MTU fliegt der Luftfahrtkrise weiter davon. Und nach überraschend guten Zahlen hat das Management nun auch noch die Messlatte für die eigenen Unternehmensziele höher gelegt.

HB MÜNCHEN. Der Münchner Triebwerksbauer MTU Aero Engines trotzt weiterhin der Luftfahrtkrise und rechnet sogar mit einem höheren operativen Gewinn als bislang. Nach einem überraschend hohen operativen Ergebnis- und Umsatzplus hob das Management seine Ziele für das Gesamtjahr am Donnerstag leicht an. Für 2009 sieht Vorstandschef Egon Behle gute Chancen, den Umsatz zu halten oder gar leicht zu steigern. Festlegen wollte er sich auf diese Einschätzung aber nicht - die Aussage habe "keinen harten Grad", sagte er in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Für das laufende Jahr rechnet MTU nun mit einem Umsatz von 2,65 Mrd. Euro, wie die Gesellschaft am Morgen in München mitteilte. Bislang waren 2,6 Mrd. angepeilt worden. Das Ebitda soll statt bei 390 nun bei 400 Mill. Euro liegen. Beim Überschuss hielt der Vorstand an dem Ziel von rund 180 Mill. Euro fest. Konkrete Prognosen für das kommende Jahr will das Management erst bei der Vorlage der Gesamtjahreszahlen für 2008 abgeben.

Von Auftragsrückgängen im Luftfahrt-Geschäft hat MTU selbst noch nichts gespürt. Er sei optimistisch, dass sich der geplante Auftragseingang im vierten Quartal einstelle, sagte Behle. In den drei Monaten bis September hatte der Auftragseingang um zehn bis 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugelegt. Von Januar bis September waren es 21 Prozent.

In den ersten neun Monaten steigerte das Unternehmen seinen Umsatz um 5,1 Prozent auf 1,983 Mrd. Euro und übertraf damit die Erwartungen der Experten. Die zehn von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten hatten im Schnitt mit 1,891 Mrd. Euro gerechnet. Dabei hatte der Dollarkurs die Steigerung der Erlöse deutlich gedämpft. Im Triebwerksgeschäft legte der Umsatz um vier Prozent zu. Um den Dollarkurs bereinigt wären es 13 Prozent gewesen. In der zivilen Instandhaltung stiegen die Erlöse um sieben Prozent. Bereinigt hätte die Steigerung 21 Prozent betragen.

Der operative Gewinn (Ebitda) des Unternehmens wuchs in den ersten drei Quartalen um 5,1 Prozent auf 295,0 Mill. Euro, während Analysten lediglich mit 290,8 Mill. Euro gerechnet hatten. Unter dem Strich fiel die Gewinnsteigerung hingegen schwächer aus als erwartet. Der Überschuss kletterte um 1,4 Prozent auf 118,6 Mill. Euro, Experten hatten im Schnitt mit 121,7 Mill. Euro gerechnet.

Zu der besseren operativen Ertragslage in den ersten neun Monaten trug vor allem das Triebwerksgeschäft bei. Die Mischung aus Ersatzteil- und Seriengeschäft habe die Entwicklung des Dollarkurses kompensiert, hieß es. Die Ebitda-Marge wuchs hier von 18,2 auf 20,6 Prozent. In der von Umstrukturierungen belasteten zivilen Instandhaltung sank die Marge im Vergleich zum Vorjahr von 9,3 auf 6,2 Prozent. Für das Gesamtjahr hielt der Vorstand an der bereits im Sommer gesenkten Zielvorgabe von sieben Prozent fest. "Die zivile Instandhaltung ist wieder auf Wachstumskurs", sagte Behle.

Am Umfang des im September angekündigten Kostensenkungsprogramms hielt der Vorstandschef fest. Bis zum Jahr 2010 sollten die Kosten um 25 bis 30 Mill. Euro gesenkt werden. Ab 2011 würden jährliche Einsparungen von 50 Mill. Euro angestrebt. "Es geht hier nicht in erster Linie fokussiert um Arbeitsplatz-Abbau", sagte Behle. "Davon gehen wir bei MTU nicht aus." Vielmehr solle im Einkauf und bei den Materialkosten gespart werden.

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