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10.11.2015

15:11 Uhr

Ermittlungen gegen „bahnheld.com“

Deutsche Bahn warnt vor Ticketportal

Das Portal „bahnheld.com“ bietet vermeintlich günstige Bahntickets an. Doch wer dort einen Online-Fahrschein erwirbt, läuft Gefahr, Teil eines Ermittlungsverfahrens zu werden. Der Betreiber steht unter Betrugsverdacht.

Das Portal „bahnheld.com“ wirbt damit, Bahnfahrkarten anzubieten, die bis zu 50 Prozent billiger sind als ein reguläres Ticket. dpa

Ein Fahrkartenautomat der Deutschen Bahn

Das Portal „bahnheld.com“ wirbt damit, Bahnfahrkarten anzubieten, die bis zu 50 Prozent billiger sind als ein reguläres Ticket.

BerlinDie Deutsche Bahn warnt davor, über das Portal „bahnheld.com“ vermeintlich günstige Fahrscheine zu kaufen. Wer dort ein Online-Ticket erwerbe, laufe Gefahr, Teil eines polizeilichen Ermittlungsverfahren zu werden, teilte der Konzern am Dienstag in Berlin mit. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen den oder die Betreiber des Portals wegen Betrugsverdachts, wie Sprecher Martin Steltner der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Es bestehe der Verdacht, dass die auf der Internetseite angebotenen Tickets mit gestohlenen Kreditkartendaten beschafft würden. Bislang sei noch nicht klar, wer genau hinter „bahnheld.com“ stecke, sagte Steltner. Dies sei Gegenstand der Ermittlungen. Es gehe um den Verdacht des „gewerbsmäßigen, bandenmäßigen Computerbetrugs“.

Das Portal wirbt damit, Bahnfahrkarten anzubieten, die bis zu 50 Prozent billiger sind als ein reguläres Ticket. Möglich sei dies, weil „eine Vielzahl von Menschen“ Freifahrten über das Portal verkauften und diese „für gemeinnützige Projekte spenden“. Die Erlöse von „bahnheld.com“ würden „komplett an Spendenorganisationen“ überwiesen.

Wie die Bahn Kunden im Fernverkehr gewinnen will

Keine flächendeckende Preiserhöhung

Bereits für das laufende Jahr hat die Deutsche Bahn in der zweiten Klasse nicht an der Preisschraube gedreht. Das ist auch im nächsten Jahr der Fall, dann auch in der ersten Klasse. Einschränkung: Fahrten über die Neubaustrecke Erfurt-Halle/Leipzig, die zum Fahrplanwechsel in Betrieb genommen wird und Fahrzeiten deutlich verkürzt.

Ansonsten bleibt bei 90 Prozent der Tickets alles beim Alten: Die Normalpreise ändern sich nicht, die Bahn-Card-Preise bleiben stabil wie auch die Preise für Streckenzeitkarten. Sparpreise gibt es weiter ab 19 und 29 Euro.

Höhere Preise auf neuer Strecke

Kunden, die Verbindungen über die Neubaustrecke Erfurt - Halle/Leipzig nutzen, müssen tiefer in die Tasche greifen; sie kommen aber auch schneller an ihr Ziel. Der Fahrpreis erhöht sich um ein bis sieben Euro. Normalpreise und Streckenzeitkarten werden ebenfalls angepasst.

Die Fahrzeit von Frankfurt am Main nach Leipzig verkürzt sich beispielsweise um 23 Minuten auf rund drei Stunden. Dafür werden mit 85 Euro künftig fünf Euro mehr fällig als bisher. Wer von Berlin nach Erfurt unterwegs ist, zahlt ab dem Fahrplanwechsel 71 statt 64 Euro. Hier gelangt der Bahnreisende dann unter zwei Stunden an sein Ziel; 44 Minuten schneller als bisher.

Sparpreise ohne Vorkaufsfrist

Für den Sparpreis ab 29 Euro auf längeren Strecken entfällt künftig die Vorverkaufsfrist. Je nach Verfügbarkeit kann solch ein Angebot dann noch bis kurz vor Abfahrt gebucht werden. Damit sollen vor allem Kunden angelockt werden, die bisher nicht oder selten Bahn fahren. Sparpreise werden auf Strecken zur Verfügung gestellt, die nicht ausgelastet sind - und zu Zeiten, in denen die Züge nicht voll sind.

Fahrten mit ICE-Sprinter werden günstiger

In etwa dreieinhalb Stunden von Frankfurt am Main nach Berlin oder von Köln nach Hamburg - das ist mit dem ICE-Sprinter möglich. Die Sprinter-Fahrten werden mit dem Fahrplanwechsel günstiger, weil die Reservierungspflicht und der Sprinter-Aufpreis von 11,50 Euro entfallen. Wer auf eigenen Wunsch einen Sitzplatz reservieren will, zahlt in der zweiten Klasse die üblichen 4,50 Euro. In der ersten Klasse ist die Reservierung im Fahrpreis enthalten.

Normalpreis wird zum Flexpreis

Mit dem Normalpreis können Kunden flexibel und ohne Bindung an einen bestimmten Zug reisen. Das will die Deutsche Bahn gleich im Namen deutlich machen und tauft den Normalpreis in Flexpreis um.

Kein Termin für Gratis-Internet in zweiter Klasse

Mit dem Normalpreis können Kunden flexibel und ohne Bindung an einen bestimmten Zug reisen. Das will die Deutsche Bahn gleich im Namen deutlich machen und tauft den Normalpreis in Flexpreis um.

Die Deutsche Bahn wies darauf hin, dass die Online-Tickets vor dem Versand manipuliert würden „und damit bei einer Kontrolle als gefälscht erkannt werden können“. Falle ein Kunde mit einer solchen Fahrkarte auf, stelle die Bahn ihm den Preis in Rechnung – letztlich bezahle der Betroffene also doppelt.

Auch gäben Nutzer von „bahnheld.com“ beim Bezahlen persönliche Daten an die Betreiber des Portals preis, „die für weitere strafbare Handlungen genutzt werden könnten“.

Von

afp

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