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06.02.2004

07:40 Uhr

Erste Amtshandlung des neuen Auslandschefs

US-Moderiese Gap verlässt Deutschland

Der Modehändler konnte hierzulande nicht Fuß fassen, die Fillialen werden an H&M verkauft.

cs DÜSSELDORF. Der weltgrößte Modehändler, die US-Kette Gap Inc., zieht sich aus Deutschland zurück. Das Unternehmen verkauft seine zehn Filialen zum 1. August an den schwedischen Konkurrenten Hennes & Mauritz (H&M). Der Kaufpreis wurde nicht genannt.

Ähnlich wie der britische Wettbewerber Marks & Spencer waren die Amerikaner 1996 in Deutschland mit dem Ziel angetreten, den Markt durch eine massive Expansion aufzurollen. Das Kult-Image der US-Ladenkette, die 1969 von Donald and Doris Fisher in San Francisco gegründet wurde und den „american way of life“ verkörperte, sollte Gap auch zwischen Flensburg und Berchtesgaden zum Durchbruch verhelfen. Doch nicht nur der „Grüßer“ am Ladeneingang verunsicherte die heimische Kundschaft. Die vergleichsweise altbackene Mode verhinderte ein schnelles Wachstum des deutschen US-Ablegers, die Expansion geriet ins Stocken. Am Ende trug das Deutschland-Geschäft nicht einmal 1 % zum weltweiten Umsatz von zuletzt 15,9 Mrd. $ (12,5 Mrd. Euro) bei.

Bis auf die Markenrechte wird sich Gap hier zu Lande nun von seinem gesamten Modegeschäft trennen. Schon gestern lief in der Düsseldorfer Geschäftszentrale nur noch die automatische Telefon-Bandansage. Die Filialen werden auf das H&M-Konzept umgestellt, wobei sämtliche Mitarbeiter von dem Stockholmer Konzern (Umsatz 2003: 6,13 Mrd. Euro) übernommen werden, wie Hennes & Mauritz-Vorstandschef Rolf Eriksen gestern bestätigte.

Der Rückzug aus Deutschland ist die erste Amtshandlung von Andrew Rolfe, 37, dem neuen Gap-Beauftragten fürs Auslandsgeschäft. „Unser derzeitiges Geschäftsmodell und die Position unserer Marke in Deutschland macht das Land weniger interessant als andere Märkte“, verteidigte Gap-Chef Paul Pressler die Entscheidung. Neben den 2 700 Shops im Heimatmarkt USA betreibt der Filialist aktuell rund 350 Läden in Kanada, Großbritannien, Frankreich und Japan.

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