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30.08.2012

09:29 Uhr

Erste Gespräche

Metro will ausländische Real-Filialen verkaufen

Der Handelskonzern Metro überlegt, das internationale Geschäft seiner Supermarktkette Real zu veräußern. Entsprechende Gespräche laufen bereits, berichtet ein Insider. Ein Verkauf ist aber längst nicht sicher.

Der Handelskonzern Metro erwägt, das internationale Geschäft seiner Supermarktkette Real zu verkaufen. dpa

Der Handelskonzern Metro erwägt, das internationale Geschäft seiner Supermarktkette Real zu verkaufen.

DüsseldorfDer Handelskonzern Metro sondiert Branchenkreisen zufolge einen Verkauf des internationalen Geschäfts seiner Supermarktkette Real. Metro führe Gespräche mit "einer Handvoll Interessenten" für das Real-Geschäft in Osteuropa und der Türkei, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Darunter seien auch internationale Handelsketten. Die Gespräche seien aber noch nicht so weit fortgeschritten, dass sich eine Entscheidung abzeichne.

Die Düsseldorfer hatten Real bereits vor Jahren zur Disposition gestellt. Ein Metro-Sprecher sagte, der Konzern prüfe weitere mehrere Optionen für die Kette, die neben einem Verkauf und einem Teilverkauf auch einen Verbleib unter dem Dach der Metro umfassten. Metro steht mit einem möglichen Verkauf von Läden aber nicht allein: Auch Wettbewerber Carrefour will sich von Aktivitäten trennen. Das könnte die Preise drücken.
Real betreibt mit mehr als 50.000 Mitarbeitern 423 Märkte in sechs Ländern und ist neben Deutschland vor allem in Osteuropa aktiv. Die Supermarktkette gehörte einst zu den Sorgenkindern der Metro, der Konzern hatte in den vergangenen Jahren die Sanierung aber in Angriff genommen.

Die größten Einzelhändler der Welt

Platz 10

Best Buy (USA)

Das US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2010 betrug 50,27 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2010 über einen Umsatz von 67,42 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 68 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 77,95 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2010 gigantisch aus.

Platz 6

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2010 setzte der Lebensmittelhändler 82,19 Milliarden Dollar um.

Platz 5

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 89,08 Dollar im Jahr 2010 ebenfalls einen Spitzenplatz.

Platz 4

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit betreiben die Briten 5390 Supermärkte Großbritannien 94,185 4,104 384.389 Einzelhandel Philip Clarke

Platz 3

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Die Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2010 rund 96,4 Milliarden Dollar um.

Platz 2

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit 471.755 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2010 einen Umsatz von 120,3 Milliarden Dollar. Nur ein Einzelhändler setzte mehr um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 421,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2010 um - bei einem Gewinn von 16 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern 2,1 Millionen Angestellte.

Im zweiten Quartal 2012 konnte Real den operativen Gewinn (Ebit) deutlich von zehn auf 19 Millionen Euro steigern. Metro-Chef Olaf Koch hatte angekündigt, bis zum Ende des dritten Quartals einen Plan für die Zukunft Reals vorzulegen. Vor allem in Deutschland habe Real die Chance, zu höherer Ertragskraft zurückzukehren, hatte der Metro-Chef gesagt. Auch im internationalen Geschäft gebe es Fortschritte - doch seien auch Investitionen nötig.

Der Vorstand werde beraten, wie diese umgesetzt werden könnten, hatte er betont. Damit ließ Koch die Tür für einen Verkauf weiter offen - denn möglicherweise können neue Eigner besser die nötigen Investitionen stemmen als der Düsseldorfer Konzern. Nach einem Käufer sucht nun im Auftrag der Metro den Kreisen zufolge unter anderem die Großbank Goldman Sachs. Metro hatte in der Vergangenheit neben Real auch die Warenhaustochter Kaufhof zur Disposition gestellt. Zu dem Konzern gehören zudem noch Europas größter Elektronikhändler Media-Saturn und die Cash&Carry- Großmärkte.

Analysten halten einen Verkauf des Auslandsgeschäfts von Real für möglich. Metro könne damit auch die Verschuldung abbauen, sagte Commerzbank-Analyst Jürgen Elfers. Der Konzern hatte im Halbjahr Nettofinanzschulden in einer Höhe von 8,2 Milliarden Euro ausgewiesen. Metro könne das Real-Portfolio auch aufteilen - so könnten die Landesgesellschaften an verschiedene Käufer gehen und Metro-Chef Koch möglicherweise eine höheren Preis einfahren, sagte Elfers. Ein möglicher Interessent sei die französische Kette Auchan. Ein Auchan-Sprecher wollte sich nicht äußern.

Kommentare (1)

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AldriansSohn

11.09.2012, 17:10 Uhr

real Märkte sind eine einzige Geldvernichtungsmaschine ,das schlimme daran ist , die GF hat kein Konzept diesem entgegen zusteuern. Dazu ist der Wasser Kopf zu groß und zu eigennützig. Die Ebitverbesserung kam nur durch den Verkauf bzw.Schließungen von der Vierten real zustande

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