Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.03.2006

15:53 Uhr

Erwartete Sonderdividende bleibt aus

Accor stellt Club-Med-Beteiligung in Frage

VonHolger Alich

Keine Sonderdividende, unklare Strategie und enttäuschende Jahresergebnisse - bei seinem ersten Auftritt als Chef des Hotel- und Service-Konzerns Accor hat Gilles Pélisson die Märkte auf ganzer Linie enttäuscht. Die Aktie von Europas größten Hotelbetreiber gab bis zum Nachmittag rund 6,5 Prozent ab.

PARIS. Der neue Accor-Chef will das Unternehmen auf die Bereiche Hotelerie und Service (unter anderem Restaurant-Schecks) konzentrieren und prüft den Verkauf von Randbereichen. So schließt Pélisson nicht den Verkauf der 29prozentigen Beteiligung am Feriendorf-Betrieber Club Med aus. „Wir sind jetzt dabei zu prüfen, was uns diese Beteiligung bringt und welche Zukunft Club Med haben wird“, sagte Pélisson am Rande der Jahrespressekonferenz dem Handelsblatt. Derzeit prüft das Accor-Management auch den Verkauf anderer Randaktivitäten wie die Beteiligung am Reisebürogeschäft Carlson Wagonlit Travel (CWT). Analysten taxieren den Wert der 50-Prozent-Beteiligung auf 450 bis 600 Mill. Euro.

Pélisson hatte im Januar die Führung des Konzerns übernommen, zum dem die Hotelketten Sofitel, Mercure, Ibis, Etap und Formule 1 gehören. In Deutschland ist Accor zu 30 Prozent an den Dorint-Hotels beteiligt. Seinem Vorgänger Jean-Marc Espalioux wurde eine unklare Strategie und mangelnde Kommunikation mit den Märkten vorgeworfen.

Doch bislang konnte der neue Accor-Chef nicht überzeugen: Pélisson will verstärkt Hotelimmobilien verkaufen und die Häuser nur noch als Betreiber weiter führen. Dienstag verkündete Accor zum Beispiel den Verkauf von sechs Luxus-Hotels der Kette Sofitel in den USA für 370 Mill. Dollar. Bis zum Jahr 2008 will Accor Immobilien im Wert von insgesamt 1,5 Mrd. Euro verkaufen.

Das Geld soll das künftige Wachstum finanzieren. Bis zum Jahr 2010 will Accor seine Kapazitäten um 200 000 neue Zimmer ausdehnen. Die Hälfte davon soll im Bereich der Economy-Hotels enstehen. Regional liegt der Schwerpunkt auf den aufstrebenden Märkten wie China, Brasilien, Indien und Russland. Das Gesamtvolumen der Investitionen beläuft sich auf 2,7 Mrd. Euro. Pélisson will ferner die Konzern-Marken wie Mercure oder Etap stärker in den Vordergrund stellen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×