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16.01.2012

19:22 Uhr

EU-Kommission

Deutsche Börse und Nyse werben für Fusion

Die Deutsche Börse und Nyse Euronext wollen ihre Fusion unbedingt durchsetzen. Dafür werben sie beim zuständigen EU-Kommissar mit vielen Argumenten von Finanzmarktregulierung bis zum europäischen Einheitsgedanken.

Der Blick auf die Deutsche Börse in Frankfurt. dapd

Der Blick auf die Deutsche Börse in Frankfurt.

BrüsselDie Deutsche Börse und Nyse Euronext wollen ihre bedrohte Fusion mit einer Lobby-Offensive bei der Europäischen Kommission retten. Europa würde eine große Chance verpassen, sollte der Zusammenschluss zum weltgrößten Börsenbetreiber blockiert werden, schrieben Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni und Nyse-Chef Duncan Niederauer an Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso. Sie betonten den „europäischen“ Charakter des Zusammenschlusses und erklärten, der neue Börsenriese würde 70 Prozent seiner Einnahmen in der Europäischen Union erzielen. Eine Kopie des Schreibens erhielten auch die übrigen EU-Kommissare.

Durch die Fusion werde es der EU leichter fallen, die Regulierung der Finanzmärkte effektiv durchzusetzen, argumentierten Francioni und Niederauer. Falls jedoch der Zusammenschluss verhindert werde, könnten zukünftige Fusionen in Ländern mit einer schwächeren Regulierung abgewickelt werden - das würde den Absichten der Kommission zuwider laufen.

Francioni und Niederauer forderten erneut, dass die EU bei ihrer Prüfung nicht nur den europäischen Derivatemarkt im Blick haben sollte. Auch nach einer Fusion werde es genügend Wettbewerb durch den außerbörslichen Derivatehandel und starke weltweite Wettbewerber wie die CME geben. Bei einer Blockade des Zusammenschlusses geriete Europa ins Hintertreffen, argumentierten die beiden Börsenchefs.

EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia hat den Börsenbetreibern Insidern zufolge kürzlich signalisiert, die neun Milliarden Dollar schwere Fusion zu blockieren. Theoretisch könnte das Kollegium der 27 EU-Kommissare Almunia überstimmen, was Experten zufolge allerdings sehr unwahrscheinlich ist. Den EU-Wettbewerbshütern ist besonders die Marktmacht des fusionierten Unternehmens im Handel mit Optionen und anderen Derivaten ein Dorn im Auge.

Die EU-Kommission will spätestens bis 9. Februar entscheiden. Deutsche Unterstützung können die Unternehmen nicht erwarten: Die Bundesregierung hat bereits klargemacht, sich in Brüssel nicht für die Fusion einsetzen zu wollen.

Von

rtr

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