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17.05.2013

12:40 Uhr

EU-Kommission

Razzia in der Zuckerbranche

Raus aus den Kartoffeln, rein in die Zuckerrüben: Kaum machen Preisabsprachen bei Erdäpfeln die Runde, meldet die EU-Kommission eine weitere Razzia in der Lebensmittelbranche. Diesmal geht es um Süßes.

Frisch geerntete Zuckerrüben (Archiv). dpa

Frisch geerntete Zuckerrüben (Archiv).

Europas Verbraucher haben möglicherweise jahrelang zu viel für Zucker und Süßigkeiten gezahlt. Die EU-Kommission verdächtigt mehrere europäische Zuckerproduzenten, die Preise für Weißzucker über Jahre hinweg abgesprochen und damit künstlich hoch gehalten zu haben. Bei Razzien durchsuchten Ermittler Ende April europaweit die Büros großer Hersteller, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Darunter war auch Europas größter Zuckerproduzent Südzucker.

„Auch bei uns waren sie“, hatte Südzucker-Chef Wolfgang Heer bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens am Donnerstag in Mannheim gesagt. Den Anlass kenne er zwar nicht. „Wir gehen aber davon aus, dass die Untersuchung keine Folgen für uns haben wird.“ Nach Angaben aus EU-Kreisen war auch Nordzucker betroffen. Das Unternehmen aus Braunschweig bestätigte am Freitag den Besuch der EU-Kartellwächter. Die Fahnder hätten Akten und Computer mitgenommen, sagte ein Nordzucker-Sprecher. „Wir haben in vollem Umfang mit den Behörden kooperiert.“ Zum Vorwurf selber wollte er sich nicht äußern.

Insgesamt haben die Wettbewerbshüter nach Brancheninformationen sechs europäische Zuckerproduzenten im Visier.

Ein Verstoß gegen die Kartellregeln könnte für die Firmen teuer werden. Die EU-Kommission droht mit Strafen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. Die Durchsuchungen seien ein erster Schritt und sagten noch nichts über die tatsächliche Schuld der Unternehmen aus, betonte die EU-Behörde. Eine Frist für den Abschluss des Falls gebe es nicht. Preis- und Marktabsprachen zum Schaden von Verbrauchern und Kunden sind in der EU streng verboten.

Die kräftigen Preissteigerungen bei Zucker auf zeitweise über 700 Euro je Tonne ließen die Kartellwächter aufhorchen.

Kommentare (2)

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MARKTGENIES

17.05.2013, 11:54 Uhr

die ermittlungsbehörden gehn da nur rein ,wenn sie gesicherte erkenntnisse haben

und wie bei den kartoffelganoven wird auch hier ein tipgeber die genauen zusammenhänge und folgen für die verbraucher aufgezeigt haben.

eine bude fällt dann in der regel ,um strafzahlungen zu minimieren ,um und das management tanzt die kronzeugen zu eheren der wahrheit

luschdig ist,daß der aufsichtsratsvorsitzende der südzucker ebenso aus eppingen kommt ,wie das kartoffel und zwiebel unternehmen wild,das im rahmen der ermittlungen zu ehren kommt.

ein bauernschlaues städtchen scheints,nichwahr...

Karies

17.05.2013, 14:10 Uhr

Südzucker ist gut beraten, wenn das Unternehmen in Absprachen verwickelt sein sollte, was bis jetzt vollkommen unklar ist, von der Kronzeugenregelung Gebrauch zu machen.

Die Südzucker AG ist gegenüber ihren Aktionären verpflichtet, finanziell so zu wirtschaften, dass das Unternehmenswohl im Fokus steht und jeglicher finanzieller Schaden vom Unternehmen abgewendet wird. Dazu gehört zu solchen Verfahren auch, dass im Falle von Verstößen, jemand (Mitbewerber) über die Klinge springen müssen.

Hat es nicht vor einigen Jahren schon mal einen Besuch der Kartellbehörden in der deutschen Zuckerbranche gegeben?

Wie ist denn das Verfahren damals ausgegangen? Hat gar die Agrarlobby gegen Zahlung eine geringen Strafe die Einstellung des Verfahrens erwirkt?

@Handelsblatt - vielleicht kann hier mal nachgeforscht werden und ein Artikel dazu erscheinen.

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