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20.11.2012

12:10 Uhr

Euro Finance Week

Francioni warnt Politik vor Populismus

Der Chef der Deutschen Börse weist Pauschalkritik am Handeln der Finanzmärkte zurück. Populistische Therapievorschläge seien gefährlich. Allerdings müsse das Handeln der Branche transparenter werden.

Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni nimmt seine Branche gegen Pauschalkritik in Schutz. Reuters

Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni nimmt seine Branche gegen Pauschalkritik in Schutz.

FrankfurtDie Deutsche Börse fürchtet eine zu starke Regulierung der Finanzmärkte. In der Öffentlichkeit werde der falsche Eindruck vermittelt, dass nicht Staaten und Banken für die Krise verantwortlich seien, sondern die Finanzmärkte an sich, sagte Konzernchef Reto Francioni am Dienstag bei der Branchenkonferenz "Euro Finance Week" in Frankfurt. "Und je verbreiteter diese Diagnose wird, desto höher ist auch das Risiko, dass eher auf populistische Wirkung zielende Therapievorschläge nicht nur den Krankheitsherd, sondern den gesamten Organismus gleich mit beschädigen."

Ziel dürfe es nicht sein, den "Kapitalmarkt ein für alle Mal zu eliminieren", sondern seine Abwehrkräfte zu stärken, forderte Francioni. Dafür müsse vor allem die Transparenz erhöht werden. "Wir brauchen transparenten, regulierten und nachvollziehbaren Handel", sagte der Schweizer. "Das Verschieben von Billionen außerhalb der gesellschaftlich legitimierten Kontrolle ist gefährlich und muss korrigiert werden."

Für die Deutsche Börse ergeben sich durch die starke Regulierung der Märkte durchaus Geschäftschancen, beispielsweise durch die ab Mitte 2013 vorgeschriebene Abwicklung von bisher außerbörslich gehandelten Derivaten (OTC). Vergangene Woche hat der Frankfurter Börsenbetreiber dafür die Tochter EurexOTC Clear an den Start gebracht, an deren Entwicklung zahlreiche Großbanken wie Deutschen Bank, Barclays, Credit Suisse und JPMorgan mitgearbeitet haben.

Francioni zeigte sich am Dienstag offen, auch bei anderen Projekten enger mit den Banken zusammenzuarbeiten. Es spreche nichts dagegen, "Formen der Unternehmensführung zu erproben, bei denen beispielsweise die Deutsche Börse nicht die alleinige Kontrolle hält oder Banken an der Formulierung der Strategie und der Verteilung der Erträge teilhaben lässt", sagte der Deutsche-Börse-Chef. "Wir sind offen für neue Formen der Partnerschaft mit Banken und anderen Marktteilnehmern."

Von

rtr

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